Eltern der ermordeten Geisel Ran Gvili in Miami von pro-palästinensischen Demonstranten angegriffenEltern der ermordeten Geisel Ran Gvili in Miami von pro-palästinensischen Demonstranten angegriffen
Ein Besuch im Zeichen der Hoffnung endet in Bedrohung. Die Eltern des von der Hamas ermordeten und verschleppten Israelis Ran Gvili wurden in Miami von pro-palästinensischen Demonstranten bedrängt. Die Familie spricht von Glück, dass niemand verletzt wurde.
Der Besuch der Familie Gvili in den Vereinigten Staaten sollte dem Gedenken, der politischen Unterstützung und der Hoffnung dienen. Stattdessen wurden Talik und Itzik Gvili, die Eltern des ermordeten und nach Gaza verschleppten Israelis Ran Gvili, in Miami Ziel eines aggressiven Aufmarschs pro-palästinensischer Demonstranten. Nach Angaben der Familie kam es zu lautstarken Beschimpfungen und einer direkten Konfrontation auf offener Straße.
Die Tante des Getöteten, Tami Zioni, schilderte den Vorfall als hochgefährlich. Die Sorge sei gewesen, dass die Situation außer Kontrolle gerät. Dass die Eltern den Ort unverletzt verlassen konnten, sei reines Glück gewesen. Videoaufnahmen zeigen, wie Talik Gvili den Demonstranten gegenübersteht, während diese Parolen rufen. Für die Familie war es ein Moment tiefer Erschütterung.
Besonders schmerzhaft sei gewesen, so Zioni, dass das Schicksal ihres Sohnes keinerlei Rolle spielte. Ran Gvili wurde am 7. Oktober ermordet, sein Leichnam von der Hamas nach Gaza verschleppt. Dass Menschen angesichts dieses Leids mit Hass reagierten, habe man Talik deutlich angesehen. Der Schmerz sei offen im Gesicht zu erkennen gewesen, ebenso das Gefühl völliger Ignoranz gegenüber dem Schicksal ihres Kindes.
Die Familie hielt sich im Rahmen eines Besuchs bei der jüdischen Gemeinde in Miami auf, die sie eingeladen und begleitet hatte. Es sei allen Beteiligten bewusst gewesen, dass sich dort zwei gegensätzliche politische Lager gegenüberstehen. Dennoch habe niemand mit einer derart feindseligen Eskalation gerechnet. Nach dem Vorfall habe sich bei den Eltern vor allem der Wunsch verstärkt, so bald wie möglich nach Israel zurückzukehren.
Der Aufenthalt in den USA stand im Zusammenhang mit politischen Gesprächen auf höchster Ebene. Die Familie traf den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, sowie dessen Umfeld. Laut der Familie sei dieses Treffen stärkend gewesen. Trump habe zugesichert, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Rückführung der letzten in Gaza verbliebenen Geisel voranzubringen.
Nach Angaben der Familie konzentrieren sich die Bemühungen derzeit weniger auf aktive Suchaktionen als auf die Gewinnung zusätzlicher Informationen. Dazu gehörten auch Vernehmungen festgenommener Hamas-Mitglieder sowie gezielter Druck auf die Terrororganisation, Auskunft über den Verbleib von Ran Gvilis Leichnam zu geben. Eine endgültige Zusage für den nächsten Schritt habe es nicht gegeben, doch die Familie setzt auf die politische Entschlossenheit Washingtons.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sprach Trump öffentlich über die Familie. Er bezeichnete sie als würdig und betonte, dass die Rückführung der letzten Geisel höchste Priorität habe. Für die Angehörigen ist dies ein Hoffnungsschimmer in einer Situation, die seit Monaten von Ungewissheit geprägt ist.
Der Vorfall in Miami zeigt jedoch eine weitere Dimension des Konflikts. Der Hass richtet sich längst nicht mehr nur gegen Israel als Staat, sondern zunehmend gegen trauernde Familien, die um ihre ermordeten Angehörigen kämpfen. Dass Eltern eines getöteten und verschleppten Sohnes auf offener Straße bedroht werden, markiert eine Grenze, die in einer demokratischen Gesellschaft nicht überschritten werden darf.
Für die Familie Gvili bleibt der Fokus klar. Die Rückkehr ihres Sohnes, selbst in Tod, ist ihr einziges Ziel. Der Angriff in Miami hat sie erschüttert, aber nicht von diesem Ziel abgebracht.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Donnerstag, 01 Januar 2026