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Beschäftigte verlangen von jüdischer Bäckerei Distanzierung von Israel und jüdischer Identität

Beschäftigte verlangen von jüdischer Bäckerei Distanzierung von Israel und jüdischer Identität


Was als Arbeitskampf begann, richtet sich nun offen gegen Herkunft, Symbole und Solidarität. Mitarbeiter einer jüdisch-israelischen Bäckerei in New York stellen politische Forderungen, die weit über Lohnfragen hinausgehen und gezielt die Identität des Unternehmens treffen.

Beschäftigte verlangen von jüdischer Bäckerei Distanzierung von Israel und jüdischer Identität

In New York stehen die Mitarbeiter einer jüdisch-israelischen Bäckerei nicht mehr nur in Auseinandersetzung mit ihrem Arbeitgeber, sondern mit dessen Existenzgrundlage. Beschäftigte der Breads Bakery fordern vom Management einen vollständigen Bruch mit Israel und erklären öffentlich, sie weigerten sich, an sogenannten zionistischen Projekten mitzuwirken. Sollte das Unternehmen diesen Forderungen nicht nachkommen, drohen sie mit Streik und der Lahmlegung der Filialen.

Mehr als dreißig Prozent der Belegschaft haben sich nach eigenen Angaben in einer Gewerkschaft organisiert. Neben klassischen arbeitsrechtlichen Anliegen wie Lohn, Arbeitszeiten und Sicherheit verlangen sie explizit, dass die Bäckerei jede Form der Unterstützung Israels einstellt. Dazu zählen Spenden an israelische Organisationen, humanitäre Hilfsaktionen, Catering für jüdische Veranstaltungen sowie das Backen von Produkten mit israelischen Symbolen.

In einer öffentlichen Erklärung verbinden die Initiatoren ihre Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen mit politischen Anschuldigungen. Die Unterstützung Israels wird pauschal als Beteiligung an einem angeblichen Völkermord dargestellt. Die Bäckerei wird nicht als Arbeitgeber kritisiert, sondern als moralisch illegitimes Unternehmen, solange sie an ihrer jüdisch-israelischen Identität festhält.

Ziel ist nicht die Unternehmenspolitik, sondern die Herkunft

Der Kern dieses Konflikts liegt nicht im Arbeitsrecht. Er liegt in der gezielten Politisierung jüdischer Identität. Die Forderung, sich von Israel zu distanzieren, trifft kein abstraktes politisches Projekt, sondern ein Unternehmen, das bewusst aus einer jüdischen Tradition heraus gegründet wurde. Sortiment, Name und Geschichte der Bäckerei sind eng mit israelischer und jüdischer Kultur verbunden. Genau das wird nun zum Angriffspunkt.

Die Beschäftigten benennen konkret, was sie ablehnen. Fundraising für israelische Zwecke. Jüdische Symbole auf Produkten. Zusammenarbeit mit jüdischen Organisationen. Veranstaltungen, bei denen Gelder für Israel gesammelt werden. All dies soll unterbunden werden. Nicht aus betrieblichen Gründen, sondern aus ideologischer Motivation.

Damit überschreiten die Forderungen eine klare Grenze. Arbeitnehmer verlangen nicht mehr bessere Bedingungen, sondern die Verleugnung der Identität ihres Arbeitgebers. Die Botschaft ist eindeutig. Jüdische Herkunft ist akzeptabel, solange sie unsichtbar bleibt. Solidarität mit Israel gilt als moralisches Vergehen.

Antisemitische Muster hinter moralischer Sprache

Auffällig ist die Sprache, mit der diese Forderungen vorgetragen werden. Sie ist absolut, anklagend und ohne Differenzierung. Israel erscheint ausschließlich als Täter. Jüdische Symbole werden politisch aufgeladen. Humanitäre Hilfe nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 wird im Nachhinein delegitimiert und umgedeutet.

Dass ausgerechnet eine jüdische Bäckerei in New York zum Ziel dieser Kampagne wird, ist kein Zufall. Die Logik folgt einem bekannten Muster. Politische Schuld wird kollektiv zugeschrieben. Jüdische Einrichtungen sollen sich rechtfertigen, distanzieren oder verschwinden. Wer das nicht tut, wird unter Druck gesetzt.

Die Beschäftigten behaupten, ihre Forderungen seien Teil eines globalen Kampfes gegen Ausbeutung. Tatsächlich richten sie sich selektiv gegen ein jüdisches Unternehmen. Andere Herkunftsländer, andere Konflikte, andere humanitäre Krisen spielen keine Rolle. Der Fokus liegt ausschließlich auf Israel und auf jüdischer Sichtbarkeit.

Ein Arbeitskampf mit politischer Erpressung

Der Vorwurf, die Geschäftsführung habe Mitarbeiter schlecht behandelt, wird mit einer politischen Agenda verknüpft. Unabhängig davon, ob arbeitsrechtliche Kritik berechtigt ist, bleibt festzuhalten: Kein Arbeitnehmer hat das Recht, von seinem Arbeitgeber die Aufgabe kultureller oder nationaler Identität zu verlangen.

Die Androhung von Streik dient hier nicht der Durchsetzung tariflicher Rechte, sondern als Druckmittel zur ideologischen Unterwerfung. Das Unternehmen soll gezwungen werden, sich öffentlich von Israel zu distanzieren, um wirtschaftlich überleben zu können. Das ist keine Verhandlung. Das ist Erpressung.

Für Juden in den USA und für israelische Unternehmen weltweit ist dieser Fall ein Warnsignal. Er zeigt, wie schnell politische Narrative in betriebliche Machtverhältnisse übersetzt werden. Nicht durch staatliche Vorgaben, sondern durch sozialen und wirtschaftlichen Druck von innen.

Ob die Geschäftsführung nachgibt oder standhält, ist offen. Klar ist jedoch, dass hier eine Grenze überschritten wurde. Wer fordert, dass jüdische Identität unsichtbar wird, um akzeptiert zu sein, stellt sich nicht auf die Seite von Gerechtigkeit, sondern reproduziert genau jene Ausgrenzung, die er vorgibt zu bekämpfen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot Instagram


Freitag, 09 Januar 2026

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