Auftritt eines israelischen Komikers in New York abgesagt, politischer Druck ersetzt Meinungsfreiheit

Auftritt eines israelischen Komikers in New York abgesagt, politischer Druck ersetzt Meinungsfreiheit


Pro-palästinensische Aktivisten verhindern eine geplante Show, zuvor wird der Künstler in Kanada stundenlang festgehalten. Der Fall Guy Hochman zeigt, wie kulturelle Freiheit gezielt untergraben wird und wie still westliche Gesellschaften dabei zusehen.

Auftritt eines israelischen Komikers in New York abgesagt, politischer Druck ersetzt Meinungsfreiheit

Die Absage der geplanten New Yorker Vorstellung des israelischen Komikers Guy Hochman ist kein organisatorisches Missgeschick und kein isolierter Protest. Sie ist das Ergebnis gezielten politischen Drucks. Pro-palästinensische Aktivisten blockierten den Zugang zum Veranstaltungsort, behinderten den Einlass des Publikums und machten eine reguläre Durchführung der Show faktisch unmöglich. Die Veranstaltung wurde nicht verboten, sie wurde lahmgelegt. Genau darin liegt das Problem.

Hochman schilderte, dass Demonstranten den Eingang versperrten. Gäste mussten bei Temperaturen um minus zehn Grad im Freien ausharren. Der Komiker entschied sich, dennoch aufzutreten improvisiert, draußen, ohne Bühne. Es war ein symbolischer Akt des Durchhaltens. Doch er verdeckt nicht die eigentliche Realität: Wer laut genug stört, wer einschüchtert und blockiert, kann kulturelle Veranstaltungen verhindern, ohne sich rechtfertigen zu müssen.

Das ist kein Ausdruck demokratischen Protests, sondern ein Angriff auf die Freiheit von Kunst und Meinung. Niemand musste sich inhaltlich mit Hochmans Programm auseinandersetzen. Niemand führte eine Debatte. Es reichte aus, den Künstler politisch zu markieren. Israeli. Zionist. Unerwünscht.

Der Vorfall in New York reiht sich in eine bedenkliche Abfolge ein. Bereits wenige Tage zuvor war Hochman bei seiner Einreise nach Kanada stundenlang festgehalten worden. Anlass war eine Anzeige der anti-zionistischen Organisation Hind Rajab Foundation. Der Vorwurf lautete, seine öffentlichen Aussagen zum Krieg in Gaza könnten zur Gewalt anstiften. Sechs Stunden dauerte die Befragung, am Ende wurde Hochman freigelassen. Es gab keine Anklage, keine Auflagen, keinen juristischen Befund.

Und doch hatte der Vorgang Wirkung. Ein Künstler wurde kriminalisiert, nicht wegen einer Tat, sondern wegen seiner Haltung. Nur die Intervention des israelischen Konsuls führte dazu, dass er seine Reise fortsetzen konnte. Die geplante Vorstellung in Toronto fand statt, begleitet von Protesten. Wieder kein Verbot, wieder keine rechtliche Grundlage aber permanenter Druck.

Hier zeigt sich ein Muster, das zunehmend sichtbar wird. Israelische Künstler, jüdische Redner, kulturelle Akteure geraten ins Visier politischer Kampagnen, die nicht auf Auseinandersetzung zielen, sondern auf Verdrängung. Anzeigen, Demonstrationen, Blockaden und öffentliche Diffamierung ersetzen Argumente. Der Effekt ist Abschreckung.

Besonders problematisch ist die Rolle der Umgebung. Veranstalter, Behörden und Sicherheitsdienste agieren meist defensiv. Sie greifen nicht ein, solange kein unmittelbarer Rechtsbruch vorliegt. Doch Meinungsfreiheit endet nicht erst beim Gericht. Sie wird bereits dann beschädigt, wenn legitime Veranstaltungen aus Angst, Druck oder Gleichgültigkeit nicht geschützt werden.

Aus israelischer Perspektive ist diese Entwicklung alarmierend. Sie betrifft nicht nur einzelne Künstler, sondern das Bild Israels im öffentlichen Raum. Wenn israelische Stimmen nur noch unter Vorbehalt auftreten können, wenn kulturelle Präsenz an politische Loyalität geknüpft wird, dann verschiebt sich die Grenze des Sagbaren. Das geschieht nicht durch Gesetze, sondern durch Einschüchterung.

Der Fall Hochman zeigt, wie schnell kulturelle Freiheit zur Verhandlungsmasse wird. Niemand verbietet offiziell. Niemand übernimmt Verantwortung. Am Ende bleibt ein leerer Saal und die Botschaft, dass bestimmte Stimmen störend sind. Das ist keine pluralistische Gesellschaft, das ist stillschweigende Ausgrenzung.

Wer das hinnimmt, darf sich nicht wundern, wenn der nächste Auftritt ebenfalls scheitert. Heute trifft es einen Komiker. Morgen einen Musiker. Übermorgen eine Diskussion. Die Mechanik ist dieselbe. Lauter Protest verdrängt leise Freiheit.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Instagram Guy Hochman


Mittwoch, 21 Januar 2026

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