USA im Ausnahmezustand: Eine Naturkatastrophe legt das mächtigste Land der Welt lahmUSA im Ausnahmezustand: Eine Naturkatastrophe legt das mächtigste Land der Welt lahm
Minusgrade wie in der Arktis, Millionen Menschen ohne Strom, tausendfach gestrichene Flüge. Die Wintersturmfront über den Vereinigten Staaten zeigt, wie verwundbar selbst eine Supermacht bleibt, wenn Naturgewalten jede Planung überrollen.
Die Vereinigten Staaten erleben in diesen Tagen eine der schwersten Winterkatastrophen der vergangenen Jahre. Eine gewaltige Sturmfront zieht quer über das Land und trifft Regionen, die auf eine solche Kombination aus Kälte, Schnee und Eis kaum vorbereitet sind. Sieben Menschen verloren bislang ihr Leben, Hunderttausende sitzen ohne Strom in ihren Häusern fest, Millionen sind von extremen Wetterwarnungen betroffen. Der Alltag eines ganzen Kontinents steht still.
Besonders dramatisch ist die Lage in den südlichen und zentralen Bundesstaaten. In Louisiana starben zwei Menschen an Unterkühlung, in Tennessee kamen drei weitere ums Leben. Auch aus Texas und Kansas wurden Todesfälle gemeldet. Temperaturen von bis zu minus 35 Grad haben selbst in Regionen Einzug gehalten, in denen Frost normalerweise eine Ausnahme ist. Straßen gefrieren innerhalb weniger Minuten, Fahrzeuge bleiben liegen, Rettungskräfte kämpfen gegen Zeit und Eis.
Die Auswirkungen reichen weit über einzelne Bundesstaaten hinaus. Mehr als 185 Millionen Amerikaner leben derzeit unter offiziellen Wetterwarnungen. In weiten Teilen des Landes ist das öffentliche Leben massiv eingeschränkt. Schulen bleiben geschlossen, Krankenhäuser arbeiten im Notbetrieb, viele Gemeinden rufen Notstände aus. In manchen Orten fällt nicht nur die Heizung aus, sondern auch die Wasserversorgung, weil Leitungen einfrieren oder brechen.
Besonders sichtbar wird die Krise im Luftverkehr. Allein an einem Tag wurden mehr als 12.000 Flüge gestrichen. Auch am Folgetag kamen tausende weitere Ausfälle hinzu. Flughäfen in New York, Chicago, Philadelphia und Boston arbeiten nur eingeschränkt oder mussten zeitweise schließen. Für Reisende bedeutet das chaotische Zustände, für viele Familien stundenlanges Warten in überfüllten Terminals ohne verlässliche Informationen.
Ein besonders beunruhigender Vorfall ereignete sich im Bundesstaat Maine, wo ein Privatflugzeug mit acht Menschen an Bord beim Start verunglückte. Die Maschine kam unter extremen Wetterbedingungen von der Bahn ab. Über den Zustand der Insassen lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor. Der Flughafen wurde daraufhin vollständig geschlossen.
Auch die Energieversorgung steht unter massivem Druck. Über 860.000 Haushalte sind aktuell ohne Strom. Für viele Menschen bedeutet das nicht nur Dunkelheit, sondern Lebensgefahr. Ohne Heizung sinken die Temperaturen in Wohnungen rasch unter den Gefrierpunkt. Notunterkünfte werden eingerichtet, doch längst nicht alle Betroffenen können diese erreichen.
Die Behörden arbeiten im Dauerkrisenmodus. Nationalgarde-Einheiten unterstützen Rettungsdienste, Straßen werden gesperrt, Schneepflüge kommen teilweise nicht mehr voran. Selbst moderne Infrastruktur stößt an ihre Grenzen, wenn Eisregen Stromleitungen zerreißt und Schneemassen Autobahnen unpassierbar machen.
In den kommenden Tagen soll sich das Zentrum der Sturmfront Richtung Nordosten verlagern. Besonders Neuengland bereitet sich auf enorme Schneemengen vor. In einigen Regionen werden bis zu 60 Zentimeter Neuschnee erwartet. Bereits jetzt liegen in Teilen Ohios über 40 Zentimeter, auch in Indiana, New Jersey, New York und Pennsylvania türmen sich Schneemassen.
Die Katastrophe macht erneut deutlich, wie abhängig moderne Gesellschaften von stabilen Systemen sind. Strom, Verkehr, Kommunikation, medizinische Versorgung. Fällt eines davon aus, gerät alles ins Wanken. Selbst ein Land mit nahezu unbegrenzten Ressourcen wie die Vereinigten Staaten ist innerhalb weniger Stunden mit Zuständen konfrontiert, die an Entwicklungsländer erinnern.
Für Israel ist diese Entwicklung nicht nur eine entfernte Nachricht aus Übersee. Extreme Wetterereignisse nehmen weltweit zu, auch im östlichen Mittelmeerraum. Hitze, Dürre, Starkregen und Überschwemmungen stellen auch hier wachsende Herausforderungen dar. Die Ereignisse in den USA wirken wie eine Mahnung: Vorbereitung ist kein Luxus, sondern eine Frage von Sicherheit und Menschenleben.
Während die amerikanischen Behörden hoffen, dass sich die Lage im Verlauf der Woche langsam entspannt, bleibt für viele Betroffene eine bittere Realität. Häuser sind beschädigt, Existenzen bedroht, Familien getrennt. Naturkatastrophen unterscheiden nicht nach politischer Macht, wirtschaftlicher Stärke oder internationalem Einfluss. Sie treffen alle gleich.
Die Vereinigten Staaten erleben gerade, wie dünn die Linie zwischen Stabilität und Stillstand sein kann. Eine Erfahrung, die weltweit aufmerksam verfolgt wird.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild: Von Danazar - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=84007149
Montag, 26 Januar 2026