US-Kongress gegen Israel: Wenn moralische Pose wichtiger wird als jüdisches LebenUS-Kongress gegen Israel: Wenn moralische Pose wichtiger wird als jüdisches Leben
Während Israel täglich unter realer Bedrohung lebt, führen Teile des US-Kongresses einen ideologischen Feldzug gegen den einzigen jüdischen Staat. Die Empörung über Waffenlieferungen entlarvt eine Haltung, die längst nichts mehr mit Kontrolle zu tun hat.
Dass die Regierung von Präsident Donald Trump erneut Waffen an Israel liefert, wird in Washington als Skandal dargestellt. Demokratische Abgeordnete sprechen von Machtmissbrauch, von Missachtung parlamentarischer Kontrolle, von gefährlichen Alleingängen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Diese Aufregung gilt nicht dem Verfahren, sie gilt Israel. Seit Monaten wächst im US-Kongress eine anti-israelische Stimmung, die sich nicht mehr hinter juristischen Argumenten versteckt, sondern offen politisch geworden ist. Israel soll nicht mehr verteidigt, sondern gezügelt werden. Nicht geschützt, sondern diszipliniert.
Dabei geht es längst nicht mehr um Aufsicht oder Transparenz. Es geht um ein Klima, in dem Israels Sicherheitsbedürfnisse als lästig empfunden werden. In dem jeder militärische Schritt Jerusalems reflexhaft infrage gestellt wird, während Terrororganisationen kaum noch als das benannt werden, was sie sind. Hamas wird in Teilen des politischen Diskurses nicht mehr als mörderische Terrorbewegung gesehen, sondern als politischer Akteur, als „Konfliktpartei“, als Stimme eines angeblich unterdrückten Kollektivs. Wer so spricht, verschiebt die moralischen Koordinaten bewusst.
Dass nun erneut Empörung ausgerechnet dann ausbricht, wenn Israel Waffen erhält, ist kein Zufall. Milliardenlieferungen an autoritäre Regime im Nahen Osten passieren regelmäßig ohne vergleichbare Debatten. Saudi-Arabien, Katar, Ägypten kaum ein Land wird im Kongress derart moralisch seziert wie Israel. Der jüdische Staat ist der einzige Verbündete, dem man erklärt, wie er sich zu verteidigen habe, und zugleich verlangt, es ohne ausreichende Mittel zu tun.
Die sogenannte „inoffizielle Prüfung“ durch Kongressausschüsse ist kein Gesetz. Sie ist politische Gepflogenheit. Sie wurde in der Vergangenheit immer wieder umgangen, auch von demokratischen Regierungen. Doch plötzlich gilt sie als unantastbares demokratisches Heiligtum genau in dem Moment, in dem Israel auf Waffen angewiesen ist. Das ist kein Zufall, das ist politische Absicht.
Teile der Demokratischen Partei haben sich ideologisch verschoben. Was früher Unterstützung für Israel war, wird heute als Belastung empfunden. Jüdische Sicherheit ist kein selbstverständlicher Wert mehr, sondern ein Streitpunkt. In Universitäten, in Parteistrukturen, auf Social Media und inzwischen auch im Kongress selbst. Der Ton ist kälter geworden, misstrauischer, oft unterschwellig aggressiv. Israel wird nicht mehr kritisiert, Israel wird delegitimiert.
Wer heute gegen Waffenlieferungen an Israel argumentiert, tut dies nicht im luftleeren Raum. Er tut es in einer Zeit, in der der Iran seine Stellvertreter bewaffnet, in der die Hisbollah an der Nordgrenze steht, in der Hamas offen erklärt, den 7. Oktober jederzeit wiederholen zu wollen. In dieser Realität zu fordern, Israel müsse auf militärische Unterstützung verzichten, ist keine pazifistische Haltung. Es ist verantwortungslos.
Der Kongress spricht von Kontrolle, doch in Wahrheit versucht ein politisches Lager, Druck auf Israel auszuüben, indem es dessen Verteidigungsfähigkeit politisiert. Waffen werden zu Verhandlungsmasse. Sicherheit zu einem Instrument innenpolitischer Profilierung. Das ist ein gefährlicher Weg, nicht nur für Israel, sondern auch für das strategische Vertrauen zwischen beiden Staaten.
Dass Präsident Trump diesen Druck ignoriert und handelt, ist kein Angriff auf Demokratie, sondern eine klare Grenzziehung. Israel darf nicht zum Spielball ideologischer Grabenkämpfe werden. Wer Israels Existenzrecht ernst meint, muss verstehen, dass dieses Recht ohne militärische Stärke wertlos ist. Kein Staat der Welt würde akzeptieren, dass seine Sicherheit von Stimmungen, Tweets oder Parteiflügeln abhängt. Israel erst recht nicht.
Der Versuch, Waffenlieferungen zu skandalisieren, während Terror weiterhin verharmlost wird, offenbart ein moralisches Ungleichgewicht, das immer schwerer zu übersehen ist. Es geht nicht mehr darum, wie Israel kämpft, sondern darum, dass es kämpft. Genau hier liegt das Problem.
Israel verteidigt nicht nur sein Territorium. Es verteidigt seine Bevölkerung, seine Zukunft und das Recht jüdischen Lebens auf Selbstschutz. Wer das infrage stellt, mag sich moralisch überlegen fühlen, steht aber faktisch auf der falschen Seite der Geschichte.
Autor: Samuel Benning
Bild Quelle: By Gunnar Klack - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=179661598
Montag, 02 Februar 2026