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„Tötet alle Juden“: 17-Jähriger nach antisemitischer Massenmail in New York festgenommen

„Tötet alle Juden“: 17-Jähriger nach antisemitischer Massenmail in New York festgenommen


Eine einzige E-Mail versetzt eine Schule in Angst. Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler erhalten eine offen antisemitische Morddrohung. Die Polizei reagiert sofort. Doch der Vorfall zeigt erneut, wie normalisiert Judenhass im Alltag geworden ist.

„Tötet alle Juden“: 17-Jähriger nach antisemitischer Massenmail in New York festgenommen

Antisemitismus ist längst kein Randphänomen mehr, sondern dringt in den Alltag junger Menschen ein. In New York City hat nun ein Vorfall an einer Schule erneut gezeigt, wie offen und brutal Judenfeindlichkeit heute auftreten kann. Ein 17-jähriger Schüler wurde festgenommen, nachdem über das schulische E-Mail-System eine Nachricht mit der Aufforderung „Tötet alle Juden“ an hunderte Empfänger verschickt worden war.

Der Vorfall ereignete sich an der Renaissance Charter School im Stadtteil Jackson Heights im Bezirk Queens. Kurz nach 12.30 Uhr Ortszeit ging bei der New Yorker Polizei ein Notruf ein. Schulverantwortliche hatten bemerkt, dass von einem internen Schülerkonto aus eine extrem bedrohliche und antisemitische Nachricht an über 300 Schülerinnen und Schüler verschickt worden war. Der Inhalt ließ keinen Zweifel: Es handelte sich nicht um einen geschmacklosen Scherz, sondern um eine direkte Aufforderung zu Gewalt gegen Juden.

Polizisten des zuständigen Reviers 115 reagierten umgehend. Noch am Schulgelände wurde der mutmaßliche Verfasser der Nachricht identifiziert und in Gewahrsam genommen. Gegen 15.30 Uhr wurde der Jugendliche offiziell festgenommen und zur Polizeiwache gebracht. Ihm werden nun die Straftatbestände der terroristischen Bedrohung sowie schwerer Belästigung aus Hassmotiven vorgeworfen. Beide Anklagepunkte können in den USA zu empfindlichen Strafen führen.

Die New Yorker Polizei stufte den Fall sofort als mögliches Hassverbrechen ein. Die spezialisierte Abteilung für Hate Crimes übernahm die Ermittlungen. Das zeigt, wie ernst die Behörden solche Drohungen inzwischen nehmen. In einer Stadt mit einer der größten jüdischen Gemeinden der Welt sind derartige Vorfälle längst nicht mehr Einzelfälle.

Der genaue Wortlaut der Mail wurde von lokalen Medien als unmissverständlich beschrieben. Neben der Aufforderung zur Tötung von Juden soll der Text weitere offen antisemitische Formulierungen enthalten haben. Dass die Nachricht über ein offizielles Schulsystem verschickt wurde und innerhalb weniger Minuten hunderte Minderjährige erreichte, machte die Lage besonders brisant.

Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler reagierten schockiert. Viele hatten Angst, dass aus Worten Taten werden könnten. In den USA wird seit Jahren immer wieder vor Schulgewalt gewarnt. Deshalb reicht bereits eine Drohung aus, um großangelegte Sicherheitsmaßnahmen auszulösen. Auch in diesem Fall wurden zusätzliche Polizeikräfte rund um das Schulgelände eingesetzt, um jegliche Gefahr auszuschließen.

Die örtliche Senatorin Jessica Ramos bezeichnete den Vorfall als „zutiefst verstörend“. In einer öffentlichen Stellungnahme erklärte sie, sie sei erleichtert, dass niemand verletzt worden sei. Gleichzeitig arbeite sie eng mit Schulleitung und Polizei zusammen, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Ihre Worte spiegeln eine zunehmende Sorge wider: Antisemitische Hetze wird immer offener geäußert, und das nicht nur im Internet, sondern direkt in Klassenzimmern und auf Schulhöfen.

Der festgenommene Jugendliche sollte nach Angaben der Behörden noch am selben Tag dem Gericht in Queens vorgeführt werden. Details zu seinem Motiv sind bislang nicht bekannt. Ob es sich um eine gezielte Drohung gegen konkrete Mitschüler oder um eine allgemein judenfeindliche Provokation handelte, ist Teil der laufenden Ermittlungen.

Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Nach aktuellen Polizeistatistiken sind antisemitische Hassverbrechen in New York City im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich angestiegen. Synagogen, jüdische Schulen und Gemeindezentren stehen seit Monaten unter erhöhtem Schutz. Viele jüdische Familien berichten von wachsender Unsicherheit im Alltag.

Gerade deshalb wirkt der Fall aus Jackson Heights wie ein Alarmsignal. Wenn ein Minderjähriger problemlos eine Morddrohung gegen Juden formuliert und über offizielle Schulkanäle verbreitet, zeigt das, wie tief antisemitische Denkmuster bereits verankert sind. Worte wie diese fallen nicht aus dem Nichts. Sie entstehen in einem gesellschaftlichen Klima, in dem Judenhass immer öfter relativiert oder verharmlost wird.

Schulen sollten Orte der Bildung, der Toleranz und des respektvollen Miteinanders sein. Stattdessen werden sie zunehmend Schauplatz ideologischer Radikalisierung. Der aktuelle Fall macht deutlich, dass Aufklärung über Antisemitismus nicht nur Aufgabe von Politik und Sicherheitsbehörden ist, sondern vor allem von Bildungseinrichtungen.

Die schnelle Reaktion der New Yorker Polizei verdient Anerkennung. Doch sie kann nur Symptome bekämpfen. Das eigentliche Problem liegt tiefer: in sozialen Netzwerken, in extremistischen Milieus und in einer Kultur, die Hass gegen Juden wieder salonfähig gemacht hat.

Für die jüdische Gemeinschaft in New York ist der Vorfall ein weiterer Beleg dafür, dass Wachsamkeit heute notwendiger ist denn je. Für die gesamte Gesellschaft sollte er eine Mahnung sein, dass antisemitische Worte niemals nur Worte bleiben dürfen. Wer Drohungen wie „Tötet alle Juden“ unwidersprochen lässt, öffnet der Gewalt die Tür.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Donnerstag, 05 Februar 2026

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