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Lehrerin verbreitet antisemitische Hetze und verliert ihren Job

Lehrerin verbreitet antisemitische Hetze und verliert ihren Job


Mit einem Video voller uralter antisemitischer Lügen hat eine Lehrerin in Kalifornien Empörung ausgelöst. Innerhalb weniger Stunden reagierte die jüdische Gemeinschaft und setzte ihre Entlassung durch.

Lehrerin verbreitet antisemitische Hetze und verliert ihren Job

Ein kurzer Videoclip genügte, um eine ganze berufliche Laufbahn zu beenden. In San Diego veröffentlichte eine Lehrerin einen Mitschnitt, in dem sie offen antisemitische Verschwörungserzählungen verbreitete. Sie behauptete unter anderem, Israelis würden systematisch Organe wie Nieren, Lebern und Augen stehlen. Wenige Stunden später war sie ihren Arbeitsplatz los.

Der Vorfall begann mit einem Beitrag in sozialen Netzwerken. In dem Video äußerte sich die Lehrerin, die als Nasreen Attasi identifiziert wurde, zu Demonstrationen iranischer Exilanten in den Vereinigten Staaten. Statt Solidarität zu zeigen, griff sie die jüdische Gemeinde und Israel frontal an. Wörtlich erklärte sie, Israelis würden das tun, was sie angeblich am besten könnten: stehlen. Nicht nur politische Bewegungen, sondern auch menschliche Körperteile.

Diese Behauptungen sind klassische antisemitische Mythen, die seit Jahrzehnten immer wieder von extremistischen Kreisen verbreitet werden. Historisch wurden solche Vorwürfe genutzt, um Juden zu entmenschlichen und Gewalt gegen sie zu rechtfertigen. Genau deshalb reagierte die lokale jüdische Gemeinschaft in San Diego mit großer Entschlossenheit.

Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch in verschiedenen Netzwerken. Mitglieder der israelisch-jüdischen Gemeinde begannen sofort, das Material zu dokumentieren und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Beschwerden wurden an den Schulbezirk geschickt, in dem die Lehrerin beschäftigt war. Parallel dazu wuchs der öffentliche Druck.

Eine Vertreterin der Organisation House of Israel im Balboa Park berichtete, dass es innerhalb der Gemeinde ein gut organisiertes Netzwerk gebe, das antisemitische Vorfälle systematisch sammelt und meldet. In diesem Fall sei besonders schnell gehandelt worden. Menschen hätten den Clip gesichert, weiterverbreitet und die Verantwortlichen markiert, um eine Reaktion zu erzwingen.

Der Effekt ließ nicht lange auf sich warten. Weniger als einen Tag nach Veröffentlichung des Videos bestätigte der zuständige Schulbezirk, dass die Lehrerin entlassen wurde. Offizielle Gründe wurden nicht im Detail genannt, doch der zeitliche Zusammenhang ließ keinen Zweifel an der Ursache.

Für viele jüdische Familien in San Diego war dieser Schritt entscheidend. Sie wollten nicht akzeptieren, dass jemand mit solch extremen Ansichten weiterhin Kinder unterrichtet. Eine israelische Aktivistin aus der Region erklärte, man sei leider nicht mehr überrascht von derartigen Ausfällen. Doch es gebe klare Grenzen. Eine Person, die Hass verbreite, habe keinen Platz in einem Klassenzimmer.

Der Fall zeigt, wie sehr antisemitische Narrative inzwischen auch in westlichen Gesellschaften wieder Fuß fassen. Die Vorstellung, Juden oder Israelis würden Organe stehlen, ist längst widerlegt und basiert auf alten Propagandamustern. Dennoch tauchen solche Anschuldigungen immer wieder auf, oft getarnt als politische Kritik.

Gerade im Bildungsbereich ist die Wirkung solcher Aussagen besonders gefährlich. Lehrer genießen Vertrauen und Einfluss. Wenn sie Verschwörungstheorien verbreiten, können diese auf junge Menschen wirken und Vorurteile festigen. Deshalb war die Entscheidung des Schulbezirks, konsequent zu handeln, von großer Bedeutung.

Die jüdische Gemeinschaft in Kalifornien hat in den vergangenen Jahren zahlreiche ähnliche Vorfälle erlebt. Hetze im Internet, Drohungen gegen Einrichtungen und antisemitische Schmierereien gehören inzwischen zum Alltag. Viele Aktivisten haben gelernt, schnell und professionell zu reagieren.

Dieser Fall unterscheidet sich jedoch dadurch, dass die Hetze von einer Person ausging, die staatlich angestellt war und mit Minderjährigen arbeitete. Für viele Eltern war das ein rotes Warnsignal. Sie wollten Gewissheit, dass ihre Kinder in einer sicheren und vorurteilsfreien Umgebung lernen können.

Die schnelle Entlassung wird deshalb auch als wichtiges Signal verstanden. Sie zeigt, dass antisemitische Propaganda Konsequenzen haben kann, selbst wenn sie im privaten Rahmen geäußert wird. Wer Hass verbreitet, kann sich nicht auf Meinungsfreiheit berufen, wenn dadurch andere Menschen entwürdigt werden.

Gleichzeitig macht der Vorfall deutlich, wie notwendig Wachsamkeit bleibt. Ohne das Engagement der lokalen Gemeinde wäre das Video vermutlich unbeachtet geblieben. Erst durch öffentliche Aufmerksamkeit wurde die Schulleitung zum Handeln gezwungen.

Für viele Juden in den Vereinigten Staaten ist dieser Ausgang ein seltener Erfolg. Zu oft erleben sie, dass antisemitische Vorfälle verharmlost oder ignoriert werden. In San Diego jedoch zeigte sich, dass Zusammenhalt und konsequentes Vorgehen etwas bewirken können.

Der Fall endet mit einer klaren Botschaft: Antisemitismus ist keine Meinung, sondern eine Form von Hass. Und wer ihn verbreitet, muss damit rechnen, die Verantwortung dafür zu tragen.




Autor: Redaktion
Bild Quelle:
Sonntag, 08 Februar 2026

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