Anti-Israel Netzwerke finanzieren Proteste gegen USA-Iran Krieg in WashingtonAnti-Israel Netzwerke finanzieren Proteste gegen USA-Iran Krieg in Washington
Kurz nach Beginn der amerikanisch-israelischen Militärschläge gegen Iran füllen Demonstrationen die Straßen der US-Hauptstadt. Eine neue Recherche stellt jedoch die spontane Natur dieser Proteste infrage.
Nur wenige Stunden nachdem die Vereinigten Staaten und Israel ihre militärische Kampagne gegen Iran begonnen hatten, versammelten sich tausende Demonstranten in Washington. Die Proteste wurden öffentlich als spontane Reaktion gegen den Krieg dargestellt. Eine neue Untersuchung legt jedoch nahe, dass hinter diesen Mobilisierungen ein Netzwerk politischer Organisationen steht, das seit Jahren Kampagnen gegen Israel organisiert und über internationale Finanzstrukturen verfügt.
Nach Recherchen mehrerer investigativer Plattformen sollen zentrale Proteste von Gruppen organisiert worden sein, die bereits in den vergangenen Jahren eine führende Rolle bei Anti-Israel Demonstrationen gespielt haben. Zu den Organisationen, die besonders aktiv waren, gehören unter anderem CodePink, die ANSWER Coalition sowie die Partei für Sozialismus und Befreiung. Diese Gruppen organisierten innerhalb weniger Stunden Proteste in mehreren amerikanischen Städten und mobilisierten tausende Teilnehmer.
Die Geschwindigkeit, mit der Demonstrationen gleichzeitig in verschiedenen Regionen der Vereinigten Staaten entstanden, wirft Fragen über die tatsächliche Spontaneität dieser Proteste auf. Laut den Recherchen deutet vieles auf eine koordinierte Mobilisierungsstruktur hin, die über finanzielle Ressourcen, organisatorische Netzwerke und politische Infrastruktur verfügt.
Im Zentrum dieser Struktur steht laut den Berichten der amerikanische Technologieunternehmer Neville Roy Singham, der heute in Shanghai lebt. Untersuchungen aus den vergangenen Jahren beschreiben ein komplexes Netzwerk aus Organisationen, Aktivisten und politischen Initiativen, die mit Singham oder mit seinem finanziellen Umfeld verbunden sein sollen.
Bereits im Jahr 2024 hatte ein Bericht des Network Contagion Research Institute darauf hingewiesen, dass mehrere Organisationen, die Protestkampagnen gegen Israel organisieren, über personelle, finanzielle und ideologische Verbindungen zu diesem Netzwerk verfügen könnten. Besonders im Fokus standen damals die Gruppen ANSWER Coalition und The People’s Forum.
Auch die Aktivistin Jodie Evans, Mitbegründerin der Organisation CodePink, wurde in diesen Untersuchungen erwähnt. Evans ist mit Singham verheiratet und war zeitweise im Vorstand von Organisationen aktiv, die in diesem Netzwerk eine Rolle spielen sollen.
Die jüngsten Demonstrationen gegen den Krieg mit Iran weisen nach Einschätzung der Autoren der Untersuchung ähnliche organisatorische Strukturen auf wie frühere Protestkampagnen gegen Israel. Plakate, Slogans und organisatorische Abläufe seien nahezu identisch mit Demonstrationen gewesen, die in den vergangenen Jahren gegen israelische Militäraktionen organisiert wurden.
Die beteiligten Organisationen kritisierten in ihren Aufrufen vor allem die amerikanische und israelische Militärpolitik. Auffällig sei jedoch, dass in vielen der Protestbotschaften kaum Kritik an Iran selbst zu finden gewesen sei.
Die Untersuchung verweist zudem darauf, dass das Netzwerk um Singham bereits seit einiger Zeit unter politischer Beobachtung in den Vereinigten Staaten steht. Mitglieder des amerikanischen Kongresses hatten im vergangenen Jahr eine Überprüfung möglicher Finanzstrukturen gefordert.
Im September 2025 wandten sich zwei Abgeordnete des Repräsentantenhauses an das US-Finanzministerium mit der Bitte, mögliche Sanktionen gegen Singham und verbundene Organisationen zu prüfen. Hintergrund waren Vorwürfe, dass über ein internationales Netzwerk politischer Gruppen anti-israelische Kampagnen finanziert worden sein könnten.
Parallel dazu eröffnete der Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses eine Untersuchung gegen die Organisation The People’s Forum. Dabei sollten unter anderem mögliche ausländische Finanzierungsquellen sowie Verbindungen zu Singham geprüft werden.
Die Organisatoren der aktuellen Demonstrationen wurden mit Fragen zu möglichen finanziellen Verbindungen konfrontiert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Untersuchung lagen jedoch keine Stellungnahmen der betroffenen Gruppen vor.
Die Debatte über die Proteste zeigt, wie stark der Krieg gegen Iran auch innerhalb der Vereinigten Staaten politische Spannungen auslöst. Während einige Gruppen die Militäraktion als notwendige Reaktion auf iranische Bedrohungen betrachten, sehen andere darin eine gefährliche Eskalation im Nahen Osten.
Die neuen Recherchen werfen jedoch eine zusätzliche Frage auf: Ob ein Teil dieser Protestbewegung tatsächlich aus spontanen Bürgerinitiativen entstanden ist oder ob hinter ihr eine gut organisierte politische Infrastruktur steht, die seit Jahren Kampagnen gegen Israel und westliche Politik unterstützt.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Fars Media Corporation, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83010515
Freitag, 06 März 2026