Neonazi plante Vergiftung jüdischer Kinder in New York - Gericht verurteilt „Commander Butcher“ zu 15 Jahren HaftNeonazi plante Vergiftung jüdischer Kinder in New York - Gericht verurteilt „Commander Butcher“ zu 15 Jahren Haft
Ein als „Commander Butcher“ bekannter Extremist soll geplant haben, als Weihnachtsmann verkleidet vergiftete Süßigkeiten an jüdische Kinder zu verteilen. Ermittler sprechen von gezieltem Massenmord an Minderjährigen.

Die Vorstellung wirkt so verstörend, dass sie eher an ein Drehbuch erinnert als an einen Gerichtsfall. Doch amerikanische Behörden beschreiben genau dieses Szenario als reale Terrorplanung: Ein Neonazi soll vorgesehen haben, sich als Weihnachtsmann zu verkleiden und vergiftete Süßigkeiten an jüdische Kinder sowie andere Minderheiten zu verteilen.
Nun wurde der georgische Staatsbürger Michail Chkhikvishvili, in extremistischen Kreisen unter dem Namen „Commander Butcher“ bekannt, von einem Gericht in New York zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach Angaben des US-Justizministeriums gehörte Chkhikvishvili zur Führung der internationalen neonazistischen Gruppierung Maniac Murder Cult. Die Organisation verbreitete laut Ermittlern Propaganda über verschlüsselte Plattformen, rekrutierte Anhänger und unterstützte Gewalt gegen Juden, ethnische Minderheiten, homosexuelle Menschen und weitere Gruppen, die sie als „unerwünscht“ betrachtete.
Ermittler sprechen von gezieltem Angriff auf jüdische Kinder
Besonders erschütternd sind Details der angeblichen Planungen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft entwickelte sich aus einem ursprünglichen Angriffsszenario gegen Minderheiten später ein konkreter Fokus auf die jüdische Gemeinschaft in Brooklyn. Zielorte sollen jüdische Schulen oder Bereiche mit vielen Kindern gewesen sein.
Ein verdeckter Ermittler des FBI, der sich als möglicher Unterstützer ausgab, stand laut Behörden über längere Zeit mit dem Angeklagten in Kontakt.
Die Ermittler werfen Chkhikvishvili vor, Anleitungen zur Herstellung tödlicher Gifte weitergegeben zu haben, darunter Informationen zur Gewinnung von Rizin. Zudem habe er nach der Anzahl vorbereiteter Dosen gefragt und Angriffe an jüdischen Feiertagen oder nahe Schulen vorgeschlagen.
In einer Nachricht soll das Ziel ausdrücklich mit den Worten beschrieben worden sein:
„Tote jüdische Kinder.“
Hass als Ideologie und Anleitung zur Gewalt
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft war Chkhikvishvili nicht nur Unterstützer extremistischer Inhalte, sondern aktiver Ideologe.
Er soll ein Manifest mit dem Titel „Hater’s Handbook“ verbreitet haben. Darin seien Schulangriffe, Bombenanschläge und Gewalttaten propagiert worden. Täter sollten Angriffe filmen und die Aufnahmen nutzen, um weitere Anhänger zu gewinnen.
Diese Strategie erinnert an Muster moderner extremistischer Netzwerke, in denen Gewalt zugleich als Propaganda dient.
Ermittlungen reichen über die USA hinaus
Amerikanische Behörden verbinden die Gruppierung laut Berichten auch mit weiteren Gewalttaten außerhalb der USA.
Dazu gehören unter anderem:
ein Messerangriff vor einer Moschee in der Türkeiein tödlicher Schusswaffenangriff an einer Schule in Tennesseeweitere extremistische Gewalttaten mit mutmaßlichen ideologischen Bezügen
Ob direkte strafrechtliche Verantwortung besteht, ist teilweise weiter Gegenstand von Ermittlungen.
Antisemitismus endet nicht bei Parolen
Der Fall zeigt eine Entwicklung, die Sicherheitsbehörden seit Jahren beobachten:
Antisemitismus bleibt nicht immer bei Symbolen, Schmierereien oder Hassbotschaften stehen. In extremistischen Milieus kann daraus konkrete Gewaltplanung entstehen.
Besonders auffällig ist dabei die Entmenschlichung von Kindern.
Wenn Minderjährige allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft als Ziel betrachtet werden, geht es nicht mehr um politische Radikalisierung oder ideologische Debatten. Es geht um geplanten Terror.
Die New Yorker Polizeikommissarin erklärte nach dem Urteil, die Absicht des Angeklagten sei eindeutig gewesen: möglichst viele Juden und Angehörige anderer Gruppen zu verletzen oder zu töten.
Das Urteil beendet nicht die größere Frage
15 Jahre Haft schließen den Fall juristisch teilweise ab.
Offen bleibt jedoch, wie viele ähnliche Netzwerke online weiter bestehen, Anhänger gewinnen und Gewaltfantasien verbreiten.
Gerade weil der Plan durch verdeckte Ermittlungen gestoppt wurde, stellt sich eine unbequeme Frage:
Wie viele solcher Vorhaben werden nie öffentlich bekannt?
Autor: Redaktion
Samstag, 16 Mai 2026