Raw Frand zu Parschat Jitro: Unterschiedliche Auslegungen von Jitro´s Kritik

Raw Frand zu Parschat Jitro:

Unterschiedliche Auslegungen von Jitro´s Kritik


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Jitro aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den zweiten Kommentar zur Parascha.

Jitro´s spezifische Kritik an Mosche´s System war folgende: „Die Sache, die du tust, ist nicht gut. Du wirst dich sicherlich erschöpfen (nawol tibol) - du und auch die Menschen, die bei dir sind - denn diese Sache ist zu schwierig für dich alleine; du wirst nicht fähig sein, sie alleine zu tun“ [Schemot 18:17-18].

Die Worte „nawol tibol“ meinen: „du wirst allmählich dahinschwinden“.

Ich sah zwei abweichende Darstellungen darüber, was Jitro eigentlich zu Mosche Rabbenu sagte.

Eine Erklärung ist - dies ist ein sehr modernes Konzept - dass er seinem Schwiegersohn sagte: “Mosche, du gehst geradewegs auf einen burn-out zu! Wenn du den ganzen Tag sitzt und als einziger richtest, wirst du vielleicht für eine Weile Erfolg haben - vielleicht für ein Jahr, vielleicht für zwei, vielleicht sogar für fünf. Doch schliesslich wirst du dich so verausgabt haben, dass du nicht mehr weiterkannst. Nawol tibol - schlussendlich wirst du dahinschwinden!“

Ein Mensch kann die besten Absichten haben. Er kann noble Wünsche haben - er will für andere tun und anderen geben. Doch sogar die grössten Leute müssen vorsichtig sein und sich erinnern, dass sie nicht „Superman“ sind. Wenn man zu viel gibt und von sich zu viel aufbraucht, wird man schlussendlich nicht mehr in der Lage sein, weiter zu machen. In Mosche Rabbenu´s Hingabe für seine Leute realisierte er dies vielleicht nicht. Er dachte, er könne es tun. Er brauchte einen Jitro, der ihm sagte: “Nein, du kannst so nicht weitermachen.“

Ich höre dies die ganze Zeit von Leuten: “Wo zieht man die Linie zwischen Hingabe und der Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft, der Familie und anderen und seinen eigenen Bedürfnissen? Darf ein Mensch sagen, „Genug!“ Ich will geben und dies so viel wie möglich, doch es hat Grenzen.“
Eigentlich war dies, was Jitro zu Mosche Rabbenu sagte. „Nawol tibol“ - „du kannst nur soviel geben, und nicht mehr“.

Ein Ratsuchender kam zum Chason Isch und fragte, was er tun solle, wenn “eine gewisse Sache geschehen würde”. Der Chason Isch wies darauf hin, dass die Frage momentan nicht relevant sei, also bestehe auch kein Grund zum Antworten. “Wenn eine solche Situation aufkommt, komm zurück und ich will dir dann einen Ratschlag geben.“

Der Mann beharrte aber auf einer Antwort: “Doch theoretisch gesprochen, was soll ich in einer solchen Situation tun?“ Der Chason Isch antwortete: „Meinst du, wenn ich Leute berate, rollt es einfach von meiner Zungenspitze? Wenn ich Ratschläge gebe, denke ich darüber nach. Ich analysiere die Situation sorgfältig, ich investiere meine Zeit und Energie in dieses Problem. Ich benutze meine Intelligenz und meinen gesunden Menschenverstand, um mit einer angebrachten Antwort dienen zu können. Wenn ich nicht meine Energien und Talente aus meiner limitierten Reserve aufbrauchen muss, will ich es auch nicht tun. Arbeit für den Zibbur (die Allgemeinheit) ist eine noble Sache, doch sie fordert ihren Tribut. Wenn diese Kräfte gebraucht werden, bin ich froh, sie herzugeben. Doch wenn sie nicht wirklich gebraucht werden, muss ich meine Kräfte schonen.“

Raw Dowid Feinstein schreibt in seinem Werk „Kol Dodi“ genau das Gegenteil. Er weist die Idee zurück, dass Jitro seinen Schwiegersohn vor einem „Burn-out“ warnte. Raw Dowid Feinstein bezieht sich auf die Worte des früheren Pasuk: “Der Schwiegervater von Mosche sah alles, das er den Leuten machte und sagte: “Was ist diese Sache, die du dem Volk machst? Weshalb sitzt du alleine mit allen Leuten, die neben dir stehen von morgens bis abends?“ [Schemot 18:14]. Gemäss Raw Dowid Feinstein reklamierte Jitro über einen Bärendienst, den Mosche den Leuten erwies.

Nach dieser Erklärung sagte Jitro, dass Mosche Rabbenu als alleiniger Richter den Leuten den falschen Eindruck gab, dass wenn man nicht direkt von Haschem gelernt habe, man kein Richter oder Posek sein könne. Die Folge wäre, dass in Zukunft nur Mosche Rabbenu der Führer des Klal Jisrael sein konnte. Nur er konnte lehren, nur er konnte richten. Langfristig würde dies ein schrecklicher Schaden für alle zukünftigen Führer und Lehrer der jüdischen Nation sein.

 

Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema´an Achai / Jüfo-Zentrum.


Autor: Raw Frand
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Samstag, 26 Januar 2019






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