Raw Frand zu Parschat Zav: Was bedeutet ein Dankeschön?

Raw Frand zu Parschat Zav:

Was bedeutet ein Dankeschön?


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Zav aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den zweiten Kommentar zur Parascha.

Wohl jedes jüdische Kind weiss, wie man auf hebräisch dankeschön sagt: todah. Es gibt auch ein Opfer namens "Korban todah", das Dankopfer, das in diesem Wochenabschnitt erwähnt wird [Wajikra 7:12]. Der Midrasch sagt, dass in künftigen Zeiten alle Opfer aufgehoben werden - ausser dem Dankopfer. Haschem (G'tt) dankeschön zu sagen wird immer angebracht sein.

Rav Jizchak Hutner bemerkt, dass das hebräische Wort für Dank "Hoda'ah" ist und genau dasselbe Wort bedeutet auch Eingeständnis. Das ist kein Zufall, erläutert Rav Hutner. Um echten Dank auszudrücken, muss ein Mensch eingestehen, dass er Hilfe benötigt, dass er nicht allmächtig ist und dass derjenige, dem er dankt, etwas Wesentliches für ihn getan hat. Dieses Eingeständnis stellt einen wesentlichen Teil des Dankens dar und deshalb wird für beide Bedeutungen das gleiche Wort verwendet.

Wie können wir herausfinden, so schliesst Rav Hutner, ob das Wort "Hoda'ah" für Dank oder für eine andere Art von Eingeständnis, wie vielleicht ein Schuldeingeständnis, gebraucht wird? Indem wir auf das Wort schauen, das folgt. Steht anschliessend die Präposition "al", für, ist die Bedeutung: "Dank für". Folgt die Vorsilbe "sche-" ist die Bedeutung: "Eingeständnis, dass".

Im 17. Segensspruch des Schmonej Esre-Gebets sagen wir: "Modim anchnu lach sche- ...". "Modim" ist Mehrzahlform des Wortes "Hoda'a" in der Gegenwart. Dies wird im Allgemeinen als der Dankessegen der Schmonej Esre angesehen, was er in Wirklichkeit auch ist. Und doch: Es folgt die Vorsilbe "sche-". Es ist offensichtlich, dass der Dankessegen unvollständig ist, wenn er nicht mit einem Eingeständnis anfängt, welches die Hochschätzung für alle wunderbaren Dinge wiedergibt, die Haschem für uns tagein und tagaus vollbringt.

Wenn der Schaliach Zibur (Vorbeter), der Abgesandte der Gemeinschaft, der die Schmonej Esre laut wiederholt, zum Modim-Segensspruch kommt, sagt die Gemeinde leise ihre eigene Version, welche "Modim de'rabbanan" genannt wird. Wieso ist dies notwendig? Wieso kann der Schaliach Zibur die Gemeinde nicht auch bei diesem Segen vertreten, wie er es bei allen anderen tut?

Der Avudraham erklärt, dass man einen Schaliach, einen Vertreter, für alles bestimmen kann: um für Heilung zu beten, für Lebensunterhalt, und so weiter. Aber man kann keinen Schliach bestimmen, um Danke zu sagen. Das muss man selber tun.

 

 

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Autor: Raw Frand
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Samstag, 23 März 2019