Raw Frand zu Parschat Bechukotai: Schliesst Frieden und begrüsst Maschiach

Raw Frand zu Parschat Bechukotai:

Schliesst Frieden und begrüsst Maschiach


An diesem Shabbat lesen wir die Parascha Bechukotai aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar.

Parschat Bechukotai beinhaltet Worte des Segens und Worte der Zurechtweisung. Die Parscha beginnt mit der Botschaft, dass die Welt in folgender Weise programmiert ist: Wenn das jüdische Volk Haschem´s Mitzwot hält, wird automatisch Segen kommen. Regen wird fallen, wenn er am gelegensten kommt und das jüdische Volk wird in Ruhe und Sicherheit in seinem Land wohnen können.

Der Torat Kohanim frägt auf diesen Pasuk, "Heisst dies, dass wir nur in Erez Jisrael sicher werden wohnen können, und nicht in Chuz la´Arez (ausserhalb des Landes Israel)? Was bedeutet dies – wir haben doch Essen und Trinken?" Der Torat Kohanim antwortet darauf, wenn es keinen Frieden hat, hat es nichts. So lange wir im Exil leben, unter einer fremden Regierung, gibt es keinen Schalom (Frieden). Ohne Schalom hat es nichts. Der Torat Kohanim sagt, dass Schalom alles aufwiegt, wie wir in unserem Gebet sagen, "ER macht Schalom und erschafft Alles".

Wie wir alle wissen, ohne Schalom -- Schalom in einer Gemeinde oder Schalom in einer Familie, Schalom zwischen Ge-meinden oder Schalom zwischen Völkern -- hat nichts einen Wert. Dies steht nicht nur im Torat Kohanim, sondern auch in der Mischna – in der letzten Mischna des Schas [Ukzin 3:12]. "Der Heilige, gesegnet sei ER, fand kein Gefäss um Segen für Israel zu halten, ausser den Behälter des Friedens."

Der Ketav Sofer erklärt, normalerweise wenn es keinen Frieden hat, sind Menschen auf ihre Nachbarn eifersüchtig. Wenn Menschen sich immer mit den Goldmanns oder den Levys oder den Cohens vergleichen, dann werden sie nie zufrieden sein. Menschen werden nie zufrieden sein, egal wie viel Segen, wie viel Essen und Trinken sie haben. Wenn man von dem „Krebs“, namens Kin´ah (Eifersucht) aufgefressen wird, dann wird man nie schätzen, was man besitzt. Deshalb existiert kein Gefäss um Segen zu bewahren, ausser dem Gefäss des Friedens.

Heutzutage haben wir in Jisrael einen Mangel an Schalom, leider sogar zwischen unseren eigenen Leuten. Und wenn es uns an Schalom fehlt, können wir unseren Segen nicht schätzen.

Im Jahre 1980 plante Raw Jakow Ka-menetsky eine Reise zur Knessiah Gedolah (der Agudat Israel) in Jerusalem. Zu diesem Zeitpunkt fühlte sich Raw Kamenetsky sehr schwach. Er fühlte sich nicht imstande diese Reise nach Erez Jisrael durchzuführen. Doch er wurde unter Druck gesetzt, die anderen setzten sich durch und er machte die Reise. (Er war so um seine Gesundheit besorgt, dass er nicht dachte, er würde es je wieder schaffen heimzukehren. Er liess sogar mitteilen, dass, sollte er in Erez Jisrael sterben, er selbstverständlich auch dort begraben werden möchte.)

Wegen seiner schlechten körperlichen Kondition, reiste Raw Jakow in Erez Jisroel weder herum, noch gab er Schiurim während seines dortigen Aufenthaltes. Trotzdem sagte Raw Jakow, "Ich will zu einer Jeschiwa gehen -- zur Jeschiwat Kol Jakow." Raw Jakow wurde dorthin gebracht und erhob sich um zu sprechen. Raw Jakow weinte als er den Studenten erklärte, "Mein ganzes Leben wollte ich Maschiach begrüssen können. Ich fühle jetzt, dass ich diesen Sechut (Verdienst) nicht haben werde. Ich glaube nicht, dass ich noch lange leben werde. Doch, wenn ich Maschiach nicht begrüssen darf, so will ich wenigstens unter Menschen sein, die – das bin ich sicher – unter jenen sein werden, die Maschiach begrüssen werden. Ich weiss, dass diese Jeschiwa unter jenen sein wird, die ihn empfangen werden."

Was war so besonderes an dieser Jeschiwa? Konnten die Bachurim (Studenten) das ganze Schas (Talmud) auswendig? Kam in dieser Jeschiwa jeder Bachur pünktlich zu jedem Gebet? Nicht unbedingt. Diese Jeschiwa war speziell, da Frieden herrschte zwischen aschke-nasischen und sefardischen Bachurim. Es war eine Jeschiwa, mit Studenten europäisch-russischen Ursprungs und spanisch-nordafrikanischen Ursprungs und Schalom herrschte zwischen diesen zwei (manchmal konfliktreichen) Teilen des jüdischen Volkes.

Wir müssen diesen Rat von Raw Jakow Kamenetsky zu Herzen nehmen. Wenn wir eine „Segula“ (einen Schatz, benutzt im Zusammenhang mit besonderen Ver-diensten) haben wollen, um unter jenen zu sein, die Maschiach empfangen dürfen, so müssen wir aktiv werden und Schalom stifften: zwischen Mann und Frau, zwischen Mensch und seinen Mitmenschen und zwischen Chassidim und Mitnagdim. „Macht Schalom“, sagt Raw Jakow, „und ihr seid unter denen, die Maschiach begrüssen werden.“

 

Rav Frand, Copyright © 2007 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema´an Achai / Jüfo-Zentrum.


Autor: Raw Frand
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Freitag, 31 Mai 2019









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