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GLOBES-Report: Deutsches Kapital drängt nach Israel

GLOBES-Report: Deutsches Kapital drängt nach Israel


Die israelische Wirtschaftszeitung GLOBES hat durch IVC speziell Daten über Investment deutscher Unternehmen und Investoren in Israel erheben lassen.

Von Dr. Naftali Neugebauer

Die Erfolgsgeschichte Israel braucht man hier nicht mehr zu erklären: Alleine 2018 konnte Israel rund 7 Milliarden an Venture Capital alleine nur für Start-ups im Technologiebereich auf sich ziehen.

Im Vergleich dazu Deutschland: 1 Milliarde Euro. Nummer 1 sind wenig überraschend die USA, die 66 Milliarden Venture Capital Investment verzeichnen konnte.

Diese Zeichen scheinen einige in Deutschland verstanden zu haben. Das Ergebnis der GLOBES-Studie kann man kurz und prägnant zusammenfassen: Deutsche Unternehnen drängen nach Israel, um sich an israelischen Unternehmen zu beteiligen.

In Q1 und Q2 2019 machte deutsches Engagement 30% vom gesamten europäischen Investment in Israel aus. Deutschland ist damit innerhalb Europas ein major player geworden. Unternehmen wie Mercedes, Deutsche Telekom oder BMW drängen nach Israel. Aber Intel, Google oder GM sind schon längst und lange da. Es geht um eine nachholende Entwicklung.

“According to IVC, deals with German participation accounted for 30% of the number of European deals in the local ecosystem in the first half of 2019. The rate of acquisitions of Israeli companies involving German concerns has been one or two a year in recent years, except for 2017, when seven Israeli companies were acquired. Two Israeli companies were acquired in the first half of 2019, and nine German companies have invested in 10 Israeli venture capital funds since 2013. 36 Israeli companies participated in 11 accelerators in Germany in 2014-2019.“, schreibt GLOBES.

Gesamt haben israelische Start-ups alleine nur im Q2 2019 rund 2,3 Milliarden USD an Investment auf sich ziehen können. Aus Deutschland kamen geschätzt rund 20 Millionen USD. Das ist sehr kleine Münze.

Israels Start-up Szene hebt ab, deutsche Investoren schauen in die Röhre

Kristina Sinemus, Ministerin für Digitalisierung des Land Hessen, formuliert es spitz, wenn sie Israel als das “europäische” Silicon Valley bezeichne.

Freilich irrt sie hier und es wirkt ein wenig vermessen angesichts der ökonomischen Daten: Es ist und bleibt Israel, denn Israel ist natürlich nicht nur attraktiv für europäische Unternehmen, die in Summe eine Geige in den hinteren Plätzen spielen, sondern ist weit davon entfernt eine europäische Werkbank zu sein. Israel ist hier mehr ein hochattraktiver, autonomer und globaler Player und kein europäisches “Anhängsel”.

Vielmehr sieht sich Europa in einem Wettbewerb um Venture Capital und Innovation mit Israel, den Israel zunehmend für sich zu entscheiden scheint: Sei es Software, Hardware oder Kapital.

An der Spitze der Investoren stehen noch immer die USA, dann Großbritannien, China und schließlich folgt Europa mit Deutschland. In Prozente meint dies nach Berechnungen von Chartered Opus: “Doch auch hier haben sich die USA mit rund 35 Prozent an die Spitze gesetzt, während aus Deutschland gerade mal 3 Prozent kommen. “

Aber auch dieses Engagement deutscher Investoren und Unternehmen ist ängstlich und auch noch mit kleiner Münze, weshalb Chartered Opus deutsches Engagement spitz folgend zusammenfasst: “Israels Start-up-Szene hebt ab – Deutschlands Investoren schauen in die Röhre!”

Als Beispiel mag man Thyssen-Krupp Marine Systems anführen, die in den Innovationshub “theDOCK startup accelerator” gerade mal “stolz” eine Million NIS investiert haben, was rund 250.000 Euro entspricht.

Gilli Cegla spricht so wenig überraschend gegenüber GLOBES von einer nachholenden Entwicklung, wo auch der sogenante deutsche Mittelstand zunehmend Präsenz zeigt, die sich aber noch nicht in der Statistik abbildet, wie er betont.

Wie Nägel mit Köpfe aussehen hat jüngst Google verlautbart, wonach Google sich an 6.000 isrealische Start-up beteiligen möchte. Das ist eine strategische Ansage. Und da geht es sicher nicht mal um nur 250.000 Euro. Man denkt augenscheinlich, man könne sich mit kleiner Münze groß reinbringen und vom Nimbus “Made in Germany” zehren.

Diese Strategie Googles sagt auch, dass Google nicht darauf bedacht ist in sagen wir 6.000 deutsche Start-ups zu investieren. Vor allem nicht, nachdem Google aus Berlin vom Rot-rot-grünem Senat mehr oder weniger und de facto rausgeworfen worden ist.

Deutsche Unternehmen und Investoren kann man daher nur empfehlen sich Israel zuzuwenden, denn eines werden sie sicher lernen: Was es heißt Risiko zu nehmen und erfolgreich damit zu überleben.

Komfortzonenhabitus wird deutsches Engagement perspektivisch scheitern lassen, denn das Image von “Made in Germany” ist derweil auch mehr als ramponiert und steht nicht einfach mal so undisputed für solide Wertarbeit. Das war einmal. Und Unterstützung von islamischen Terrorregimen wie Iran kommen atmosphärisch wohl auch nicht so gut.

Deutschlands Unternehmen und Investoren können jedenfalls in Summe von einem Investment in Israel nur profitieren und sollten die Chancen jetzt ergreifen, wie beispielsweise das Vorhaben sciencebook als digitales Ecosystem für Innovation und Wissenschaft.

Wer jetzt den Schuss nicht gehört hat, ist nicht zu helfen.

 

Erstveröffentlicht bei Glocalist


Autor: Dr. Naftali Neugebau
Bild Quelle: (c) Pexels.com CCC, Symbolbild


Mittwoch, 14 August 2019






Ist das denn so schön, wenn die Marke "Made in Germany" ramponiert wäre? Nach über 100 Jahren ist es auch an der Zeit, daß man dahin kommt wofür diese Marke überhaupt erfunden wurde. Wurde eigentlich in der deutschen Presse bei der Lieferung der U-Boote genauso herablassend über die israelische Wirtschaft berichtet, wie das jetzt Dr. Neugebauer mit der deutschen Wirtschaft versucht.? Ich finde es wesentlich besser wenn eine wirkliche Zusammenarbeit unterstützt würde, statt so herablassend zu berichten. Unsere Geschichte hat gezeigt, daß Hochmut vor dem Fall kommt.




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