x

haOlam.de benötigt Ihre Spende für den Betrieb!

  Wir bitten Sie, uns mit ihrer Spende zu unterstützen –
Spenden an das ADC Bildungswerk sind steuerlich absetzbar,
da der Verein als gemeinnützig anerkannt ist. Und: Jeder Cent fließt in die Arbeit von haOlamde

Spenden via PayPal


Gedanken zu Yom Kippur: Unser nächster grosser Schritt!

Gedanken zu Yom Kippur:

Unser nächster grosser Schritt!

Unser nächster grosser Schritt!


Lebe so, wie du leben würdest, wenn du schon zum zweiten Mal auf dieser Welt wärest und dein erstes Leben so vertan hättest wie du es jetzt gerade wieder tust. [Victor Frankel]

Unser nächster grosser Schritt!

Ein Mensch soll sich zur Hälfte als schuldvoll und zur Hälfte als verdienstvoll betrachten … Weil die Welt aufgrund der Mehrheit (der Verdienste oder der Untaten) gerichtet wird und auch der Einzelne aufgrund der Mehrzahl seiner Taten beurteilt wird, bewegt derjenige, welcher eine Mizva erfüllt seine Waage und die Waage der ganzen Welt auf die Seite der Verdienste. Wehe jedoch demjenigen, der eine einzige Übertretung begeht; er bewegt sich und die ganze Welt auf die Seite der Schuld! [Talmud Kiduschin 40b]

Es ist zugegebenermassen nicht leicht, die schwerwiegenden Folgen unserer Handlungen und Gedanken im gleichen Licht zu sehen wie unsere Weisen es darlegen. Das verlangt von uns entweder ein tiefes Vertrauen in ihre Worte oder ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen. Vielleicht zeigen die beiden folgenden Geschichten die weitreichende Wirkung unserer Entscheide, sogar wenn es sich auch bildlich nur um einen einzigen Schritt handelt.

Ein junger Mann fragte einen Rabbiner eine einfache Frage: „Wie mache ich Teschuva (Busse, Rückkehr) für das Unterlassen des Benschens (Segensspruch nach der Mahlzeit)?“ Der Rabbiner blickte ihn fragend an. Der Rabbi erkundigte sich, ob er denn Tefillin lege oder koscher esse. Der junge Mann schüttelte den Kopf „nein“ und blieb bei der Frage nach Teschuva für das Versäumen des Benschens.

Der Rabbiner stellte noch einige gezielte Fragen, welche ihm zeigten, wie weit dieser junge Mensch von Torah und Mizvot entfernt war. Schlussendlich stellte er ihm die Frage, welche ihm schon seit Beginn des Gespräches auf der Zunge lag. „Mir scheint, dass es hundert andere Dinge gibt, welche zuerst verbessert werden müssten! Wie kommst du gerade auf das Benschen?“

Der junge Mann antwortete dem Rabbi: „Damit hat alles angefangen! Ich hatte gerade meine Mahlzeit beendet, als meine Freunde draussen voller Ungeduld hupten. Ohne zu Benschen rannte ich aus dem Haus. Meine Mutter fragte noch, ob ich gebenscht habe. Ich antwortete „ja“ und als ich an der Mesusa (an der Tür angeschlagene Torahabschnitte) vorbeikam, dachte ich, dass mich der Blitz treffen werde, aber es geschah nichts. An diesem Schabbat ging ich mit meinen Freunden irgendwo hin und wir kamen etwas spät zurück. Kein Blitz. Nachher begann ich unkoschere Speisen zu mir zu nehmen. Bald darauf verschwand meine Kopfbedeckung, weitere schlimmere Dinge folgten und so stehe ich nun Jahre später hier, sehe aus, wie ich jetzt aussehe, und will wissen: „Wie mache ich Teschuva für das Unterlassen des Benschens?““

Meine Frau und ich machten in unserer bescheidenen Wohngegend einen Spaziergang und stellten fest, dass unsere Nachbarn um die Ecke einige Änderungen an ihrem Häuschen vorgenommen hatten. Ein hübsches Panoramafenster mit Schnörkeln zierte die Fassade und ein neu angelegter Chinesischer Garten mit gepflegtem Rasen wurde von rund geschnittenen Bäumchen geschmückt. Der Besitzer war gerade dabei den Rasen mit seinem Rasenmäher zu schneiden.

Meine Frau fragte seine Frau, die vor ihrem Haus stand und das Ergebnis betrachtete: „Arlene, was für wunderbare Verschönerungen! Was brachte dich dazu?“ Sie antwortete scheu: „Eigentlich wollte ich nur einige Badezimmer-Plättchen ersetzen. Wir fanden die passende Farbe nicht mehr und so ersetzten wir alle. Jetzt schien uns die Tapete alt und hässlich, deshalb erneuerten wir auch sie. Der Medikamentenschrank war vergleichsweise klapprig und wir ersetzten ihn. Das Badezimmer war nun das schönste Zimmer des Hauses, aber sobald wir es verliessen, schien uns der Teppich alt und verstaubt und deshalb warfen wir ihn hinaus und liessen den Boden polieren. Das vordere Fenster schien uns nun gegenüber dem Boden zu langweilig. Wir entschieden uns deshalb, ein Panoramafenster einzubauen. Erst als wir aus dem Panoramafenster schauten, bemerkten wir, wie ungepflegt unser Rasen war und so riefen wir den Gärtner, der diesen hübschen Designer-Garten mit den zurechtgeschnittenen Bäumen pflanzte!“

Bevor wir einen Schritt weiter gehen, ist es - gerade in dieser Jahreszeit - angebracht, sich darüber Gedanken zu machen, wohin uns dieser nächste Schritt tragen kann. Wenn wir zurückdenken, sollten wir uns zuerst überlegen, wie uns unsere Entscheide der Vergangenheit dahin gebracht haben, wo wir jetzt stehen. Diese Betrachtung wird unseren nächsten Schritt wesentlich beeinflussen.

Einen guten Jom Kipur!

 

R av Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema´an Achai / Jüfo-Zentrum.


Autor: Redaktion
Bild Quelle:


Dienstag, 08 Oktober 2019







  Alle Felder müssen ausgefüllt werden
Name:
E-Mail:
Text:
Sicherheitsabfrage 18+ 5=
Ich versichere, nichts rechtlich und/oder moralisch Verwerfliches geäußert zu haben! Ich bin mir bewusst, das meine IP Adresse gespeichert wird!