Merkel und Deutschland: Zurück auf der großen Bühne

Merkel und Deutschland: Zurück auf der großen Bühne


Am 19. Januar fand in Berlin ein Libyen-Gipfel statt, mit dabei am großen Runden Tisch saßen Vertreter von sechzehn Staaten und Organisationen - der EU, der UNO, der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga.

Merkel und Deutschland: Zurück auf der großen Bühne

Von Henryk M. Broder

Gastgeberin war Angela Merkel in ihrer Eigenschaft als deutsche Kanzlerin und Weltfriedensstifterin. Nach dem üblichen „Verhandlungsmarathon“, der sich den ganzen Tag hinzog, einigten sich die Teilnehmer auf einen Friedensplan für Libyen.

Für Merkel, so hieß es anschließend an den Berichten, sei die Konferenz „ein voller Erfolg" gewesen, „schon die hochkarätige Beteiligung mit Staats- und Regierungschefs wie Johnson, Erdogan, Macron und Putin war ein gutes Zeichen“. Man habe „das Ziel der Konferenz“ erreicht, gab Merkel bekannt, bevor sie und ihre Gäste zu einem Gruppenfoto antraten, nämlich, „dass alle Parteien in Verbindung mit dem Konflikt in dem nordafrikanischen Land mit einer Stimme sprechen“.

Alle, bis auf die beiden Hauptakteure, den amtierenden „Ministerpräsidenten“ Fajis al-Sarradsch, der in Tripolis residiert, und seinen Gegenspieler, „General“ Chalifa Haftar, der den Rest des Landes kontrolliert. Sie seien zwar in Berlin, aber „nicht Teil der Konferenz“ gewesen, man habe sie „jeweils separat über den Gang der Gespräche" informiert. „Laut Merkel sagten beide Kriegsparteien zu, dass sie eine gemeinsame Militärkommission besetzen wollten, um an einer Deeskalation der Lage zu arbeiten.“ Für diese optimistische Behauptung gab es nicht den geringsten Beleg, nicht einmal eine von den zwei Libyern signierte Serviette.

„Krisenmanager auf der großen internationalen Bühne“

Man bzw. frau hätte den Libyen-Gipfel bei Merkel in einem Satz zusammenfassen können: „Außer Spesen nix gewesen“, aber das wäre etwas wenig gewesen, um sie in den Tagesthemen der ARD hochleben zu lassen. Tina Hassel, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin, übernahm die Aufgabe, die Rolle der Kanzlerin zur vollsten Zufriedenheit derselben darzustellen. Schauen Sie bitte hier.

Ja, so kann man/frau natürlich, wie die Rheinländer sagen, aus einem Furz einen Fackelzug machen. Die Konferenz sei ein „diplomatischer Erfolg“ gewesen, man habe jetzt „einen Schlüssel“ und brauche dazu nur noch ein passendes Schloss, so habe Heiko Maas die Situation beschrieben, es hätten „alle, die am Tisch saßen, mit einer Stimme gesprochen“, Merkel und Deutschland seien wieder da, „als Krisenmanager auf der großen internationalen Bühne“.  Hipp hipp, hurra, es lebe die Kanzlerin!

Es dauerte gerade mal eine Woche, bis sich die Lage in Libyen wieder normalisierte und „neue Kämpfe" aus dem Land gemeldet wurden, obwohl sich „16 Länder und internationale Organisationen zu einer Einhaltung und stärkeren Kontrolle des Waffenembargos für das nordafrikanische Krisenland verständigt hatten. 

Eine Sauerei sondergleichen! Aber da kann Tina Hassel nichts für. Sie ist nur für das ARD-Haupstadtstudio, das Grill Royal und die Adlon-Bar zuständig. Die Gegend um Tripolis gehört nicht zu ihrem Beritt.

 

Erstveröffentlich bei der Achse des Guten - Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Autor: Henryk M. Broder
Bild Quelle: Alexander.kurz [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]


Dienstag, 04 Februar 2020

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