Raw Frand zu Parascha Beschalach: Kein Dahintreiben: Ehe und Geschäft verlangen fortwährendes Bemühen

Raw Frand zu Parascha Beschalach:

Kein Dahintreiben: Ehe und Geschäft verlangen fortwährendes Bemühen


An diesem Shabbat lasen wir die Paraschat Beschalach aus der Torah. Raw Frand erläutert Aspekte dieser Parascha und ihrer Bedeutung. Heute lesen Sie den ersten Kommentar zur Paraschat.

Kein Dahintreiben: Ehe und Geschäft verlangen fortwährendes Bemühen

Es gibt zwei Bereiche in den Lehren von Chasal (unsere Weisen), die mit Kriat Jam Suf (Spaltung des Schilfmeeres) verglichen werden. Rav Schisbi lehrt im Namen von Rav Elasar Ben Asarja, dass der Lebensunterhalt („Mesonosav“) des Menschen so schwer sicherzustellen ist wie die Spaltung des Schilfmeeres [Pesachim 118a]. Rabbah bar bar Channah lehrt im Namen von Rabbi Jochanan, dass geeignete Ehepartner („Sivugim“) so schwer zu finden sind wie das Spalten des Schilfmeeres. [Sotah 2a; Sanhedrin 22a]

Rav Ja’akov Kaminetzky lehrt, dass sich der Ausdruck „Sivugim“ nicht nur auf Eheschliessungen („Schiduchim“) bezieht, sondern auch auf die Ehe im Allgemeinen.

Jedermann weiss, dass kein Mensch über eine Garantie verfügt, dass der Lebensunterhalt morgen ihren Lebensunterhalt genau so eintrifft, wie am gestrigen Tag. Ein Mensch ist fortwährend damit beschäftigt. Er muss dauernd neue, einfallsreiche Ideen entwickeln, um zu verdienen und sein Einkommen sicherzustellen – neue Konzepte im Geschäft, neue Märkte, usw. usf. Sogar wenn jemand als Angestellter einen bezahlten Posten innehat, muss er aufpassen, dass er seinen Arbeitsplatz behält und sich über neue Trends und Entwicklungen in seinem Fach oder Beruf auf dem Laufenden halten. Es darf kein Stehenbleiben und kein Dahintreiben geben, wenn es um den Verdienst geht. Dieser verlangt ununterbrochenen Einsatz, tagein und tagaus.

Rav Ja’akov sagt, dass dies den Zusammenhang zwischen dem Lebensunterhalt („Mesonosav“) und der Ehe („Sivugim“) bildet. Genau wie es in einer Ehe kein Ausruhen gibt, gibt es auch im Geschäft keinen Müssiggang. Ein Geschäft kann auch nach 30 Jahren zugrunde gehen, genau wie eine Ehe auch. Ein Geschäft muss immerzu gehegt und gepflegt, vergrössert und instand gehalten werden. Dasselbe gilt für die Ehe. Ehe und Lebensunterhalt können sich im Schwierigkeitsgrad mit der Spaltung des Schilfmeeres messen. Beides verlangt dauernde Pflege.

Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Ja’akov Kaminetzky (1891 – 1986): Rosch Jeschiwa; Litauen, USA.

 

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Autor: Raw Frand
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Freitag, 07 Februar 2020