`„Das Vertrauen in Kurdistan und seine Repräsentanten ist für unser Europa lebenswichtig´

`„Das Vertrauen in Kurdistan und seine Repräsentanten ist für unser Europa lebenswichtig´


Eine politische Erwiderung zu einem Versuch einer Diskriminierung durch eine deutlich misslungenes FOCUS-Pamphlets.

`„Das Vertrauen in Kurdistan und seine Repräsentanten ist für unser Europa lebenswichtig´

Von Osman Gülden Kalkar

In einem der letzten Artikel des FOCUS wird versucht, ein Problem der deutschen Politik mit dem hohen Repräsentanten des freien und demokratischen Kurdistans, der Hikûmeta Herema Kurdistanê nördlich des Irak zu besprechen.  Autor ist der bei FOCUS beschäftigte  Redakteur Alexander Georg Rackow.  
 
Der Ton und die vom FOCUS behauptete Faktenlage rufen bei uns, bei Freunden, Kollegen und Weggefährten Unverständnis,  ja Entsetzen hervor.  
 
Grund ist u.a. der mehr als fahrlässig, journalistische Umgang mit einem wichtigen Thema, selbst der internationalen Stabilität und Sicherheit für Deutschland und Europa.
 
Im Folgenden werden wir differenziert zeigen, an welchen Ankerpunkten es hier in unserer deutschen Heimat Optimierungsbedarf für Umgang und Verständnis der Situation im Brennpunkt des Nahen Ostens gibt. Wir werden auch erklären, welche Fragen dringend gelöst werden müssen.  
 
Dazu nimmt Osman Güden, Unternehmer aus Kalkar im Landkreis Kleve und Vorsitzender einer großen und autonomen êzîdischen Gemeinde am Niederrhein Stellung.  
 
Zunächst verwehren wir uns als, Freunde des demokratischen Kurdistans aus verschiedensten Vereinen und Verbänden aus ganz Deutschland und darüber hinaus, dass der uns gut bekannte Politiker, Sr. Excellenz, Herr Dilshad Barzani in Berlin  von einem uninformierten Medienmacher angegriffen und diffamiert wird. S.E. Barzani ist der hohe Vertreter des Freien Kurdistans, in Deutschland. Er wurde von einer demokratisch gewählten Regierung legitim berufen und außerordentlich und bevollmächtigt wie jeder Botschafter nach Berlin entsandt. Schon mit dem Ausdruck „Barsanis Familienclan“ beschädigt der FOCUS-Schreiber nicht nur eine Familie, die hervorragendes für Ihr Land über Jahrzehnte geleistet hat, sondern auch ein ganzes Volk, das nach seiner Unabhängigkeit strebt.  Richtig ist, dass die Familie Barzani stark präsent ist und ebenso viel gelitten hat.  Übrigens geht es vielen Müllers, Meyers und Schmidts in Deutschland ebenso.  Nur, dass bei einem sehr viel kleineren Volk in sehr rauer Umgebung ein engerer Familienzusammenhalt auch notwendig, aber nicht weniger differenziert gepflegt werden muss.  
 
Es braucht schon mehr, als einen reißerischen Boulevardjargon, um das zu unterscheiden und daraus tragfeste Schlüsse zu ziehen.  Was FOCUS-Rackow hier vorlegt, ist nichts als schlechter Journalismus. Dieser ist falsch und ehrabschneidend und absolut nichts wert. Und alles sieht dann nach typischem alten, deutschen Schablonendenken aus. Billiges Schreiben kann der Würde des Amtes des de facto hohen und außerordentlichen Botschafters des Freien Kurdistans in Berlin nicht entsprechen.  
 

 
 
 
Vielmehr schaffen solch falsche und herabwürdigende Äußerungen Raum für Fehler, für Unverständnis - sie bereiten den Boden für Hass und Zerrissenheit in unserer Gesellschaft.   So schafft man Einfallstore für Menschen innerhalb und außerhalb der EU, die uns nicht wohl gesinnt sind, die Spaltung wollen und bewusst Missgunst säen, statt zu heilen und zu verbinden.  Da ist von „Feindeslisten“ die Rede, von „Schlägertrupps“ gegen angebliche „Oppositionelle“ und von behaupteten Verstrickungen kurdischer Repräsentanten mit der CDU. Diese hier erdachten dunklen Machenschaften liegen selbst in der der nichtnachweisbaren düsteren Bildersprache eines unterdurchschnittlichen begabten Redakteurs. Wenn ein ehemaliges Nachrichtenmagazin wie der FOCUS seine Hausaufgaben gerade nach der Relotiusaffäre des Spiegel nicht bewältigt, ist das bezeichnend für alles, was die Aussagefähigkeit einer solchen Presse aussagen kann.  
 
Das kurdische Volk ist ein Freund Deutschlands und Europas. Analysen aus Politikwissenschaft, Medien, des Völkerrechtes und der jüngsten Geschichte belegen das.  Im Gegensatz zu den national-islamischen Türken und vielen anderen Akteuren in der Region sind unsere kurdischen Freunde nicht nur im Kernland nördlich des Iraks verlässliche Partner.  Sie stehen für Stabilität, Souveränität, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Frieden und Freiheit.  Das zu bewahren und zu stärken, muss vorrangige Aufgabe der deutschen Politik sein.  Damit das, auch in Berlin im Kanzleramt, im Auswärtigen Amt, und im Bendlerblock (dem Verteidigungsministerium) verstanden wird, müssen wir deutlicher und ernster mit unseren Bundespolitikern sprechen, die nicht nur für die deutsche Politik allein stehen.  
 
Die deutsche Regierung hadert. Sie hat es schwer in ihrem Spagat  zwischen erwiesenen kurdischen und national-islamischen türkischen Kräften. Beide würde sie gern als Bündnispartner sehen, aber das geht nicht. Deshalb tut sie sich so unendlich schwer, mit dem aus seiner Heimat zu uns nach Berlin als Botschafter Kurdistans entsandten Dilschad Barzani.  Einem Sohn des Staatsgründers Mustafa Barzani.   
 
Die deutsche Unfähigkeit zur Positionierung beruht nicht vorhandenen Erkenntnissen, sondern auf alten eingefahrenen Bahnen. Das ist nicht verwunderlich, aber schlimm und schädlich. Das ist so, weil Deutschland und die USA allzu lange versuchten, den bereits verlorenen NATO-Partner Türkei,  welcher sich in islamistischer Weise längst von seiner NATO- und Bündnisverantwortung verabschiedet hatte bis zum Schluss zu halten.  Kaum jemand hatte das in Deutschland und USA verstanden. Offensichtlich wollte das auch niemand.  
 
Stattdessen klammern sich Europa und die USA immer noch an die Illusion einer zur Demokratiefähigen Türkei. Weil in ihren alten Denkweisen längst vergangene alte Muster regieren, versperren diese den Blick auf die Realitäten. In dieser Unfähigkeit zum Begreifen goutieren die alte und die neue Welt eine über Jahrhunderte alte Legende der Nationaltürken, welche die Kurden bis heute diskreditiert.  Deutschland sieht dem widerspruchslos zu. Das zeigt sich besonders in Versuchen der islamischen Nationaltürkei, die Kurden permanent versucht zu Verbrechern abzustempeln und sogar mit Interpol gegen unbescholtene EU-Bürger vorgeht.  Klare rechtsstaatliche Positionen sind hier unverzichtbar. Deshalb muss die Politik Europas begreifen, dass das Vertrauen in Kurdistan und dessen Repräsentanten für  die Zukunft der Demokratie in jeder Weise unverzichtbar ist. „Das Vertrauen in Kurdistan und seine Repräsentanten ist für Europa lebenswichtig“, sagt Osman Güden.
 
Die legitimen Bestrebungen aller Kurden nach einem selbstbestimmten, freien und autonomen Staat werden kriminalisiert; Propaganda aus Ankara wird gegen die Kurden in der EU noch bedenkenlos übernommen. Das ist umso schlimmer, als die Türkei in vergangenen Jahrhunderten stets Kurden unterdrückt, ausgegrenzt und angegriffen hatte. Das, war dem FOCUS-Redakteur kein Wort wert.  
 
„Sicher ist, dass das Freie Kurdistan entwicklungsmäßig nicht in jeder Hinsicht auf dem Stand der Bundesrepublik ist“ bekennt Güden. „Doch es ist in vielen politischen und sozialen Fragen deutlich

 
 
 
weiter und entwickelter als manch einer unserer ost-europäischen EU-Partner“. Das meint der Bauunternehmer und betont weiter: „seit Jahren hätte sich die deutsche Politik schon viel stärker auf den Nahen Osten und auf dessen globale Bedeutung konzentrieren müssen.  Vor allem aber ist es dringend an der Zeit, die gegenwärtige Türkei als etwas zu erkennen müssen, das nicht hinter den Grundsätzen unserer Freiheitlich Demokratischen Grundordnung steht.“, führt der langgediente CDU-Bürgervertreter am Niederrhein aus. „Auch hätte eine deutlich stärkere Unterstützung für die demokratischen Prozesse in den kurdischen Heimatgebieten von Syrien bis Irak, Iran, Armenien bis zur Türkei erwartet werden müssen,“ denn auch da war nichts zu bemerken.  
 
Die êzîdische Gemeinde Kalkar, Verein der Êzîden  am unteren Niederhein e.V. - Mala Ezdaî Kalkar weist als weltoffener und gemeinnütziger Verein jeden Versuch zurück, statt auf Sachverstand und die Kenntnis verlässlicher Kontakte zu setzen, reißerische Schlagzeilen zu produzieren. „Damit wird eine seit Jahrzehnten völlig verfehlte Politik gefördert, die wiederum solche gefährlichen Spekulationen anfeuert, gibt ein anderes Gemeindemitglied zu denken“. Das ist, wie wenn der FOCUS Korrespondent Rackow, hier in  relotiumanischer Weise agiert, statt echte Informationen aufzubereiten, was andere dann zitieren.  
 
Vorwürfe gegen Dilshad Barzani als legitimen Vertreter Kurdistans in Deutschland verbittet sich die rheinische êzîdische Gemeinde in jeder Hinsicht. Wir verweisen und unterstreichen die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit des Repräsentanten in Berlin, der sein Amt, mit einer Übersicht und Tiefe wahrnimmt, die dem Focus offensichtlich nicht bekannt zu sein scheint. Eine journalistische Recherche hätte grundsätzlich ein anderes Bild gezeichnet.  „Das darf kein Maßstab für eine adäquate außenpolitische Berichterstattung sein!“, sagt der êzîdische, deutsche Unternehmer und hält diese unpassende Paparazzisprache des Focus-Redakteurs für fehlinformierend und  unwürdig!  Dieser sogenannte Bericht ist keiner, denn er verkehrt das wichtige Anliegen der Sache der Freundschaft und Verständigung in das Gegenteil, in eine vergiftete Saat, wird festgestellt.    
 
In Übereinstimmung mit dem Dachverband, der Kurdischen Gemeinde Deutschland führt Güden an: „Die Kurden sind ein buntes Volk und schon seit vielen Jahrzehnten Deutschland angekommen, gleich zu welcher Glaubensrichtung sie sich bekennen.  Das Recht auf Heimat steht für uns kurdische Deutsche ebenso unverzichtbar wie die politische Aussöhnung immer präsent an der Tagesordnung, wie die Aussöhnung der Deutschen nach dem Krieg vor allem wie es mit Polen und Israel gelungen ist.  Ein solches Ziel sei, so der deutsche Handwerksmeister „auch für die Kurden im Nahen Osten von absoluter Priorität und erklärt:  „wir können doch nicht den einzigen demokratischen Staat und wirklichen Verbündeten in der Region neben Israel, den Gegnern unserer Werteordnung ausliefern.“
 
Hier wünschen wir uns deutlich mehr politische Intelligenz von allen Seiten, ist aus der Rheinstadt zu hören. Von dort aus bietet man die Sacharbeit und Mitwirkung in einem Informations- und Verstehensprozess. Zugleich sollen damit die Kontakte zu den kurdischen Institutionen auf politisch administrativer Ebene endlich offiziell wahrgenommen und regelmäßig vertrauensvoll gepflegt werden, weil das die einzige Chance ist, sich mit Freunden auf gemeinsame Wege zu verständigen. Dabei wird nochmals die Bedeutung der kurdischen Vertretung in Berlin betont und daran erinnert, das Pass- und Reisemodalitäten zwischen Deutschland und Kurdistan bestens und vorbildlich geregelt sind. Deshalb sollten wir uns auch einmal hier orientieren, weil diese wirklich gut funktionieren, eine Stimme der Weltbürger vom Rhein und zeigt damit, was künftig sein kann.
 
Lieber Osman Güden, auf Kurdisch möchte ich dann gern wünschen: Bi qeweta Xwedê – oder auf deutsch – mit dem Willen Gottes, es gibt Freunde;   vielen Dank, wir werden auch gute Medienarbeit brauchen, jetzt noch mehr.
 
Das Gespräch führte Torsten Kurschus aus Greifswald, er ist Freier Publizist, Dozent und Mitglied der Kurdischen Gemeinde Deutschlands  und ein enger Freund der êzîdischen Gemeinde in Kalkar
 


Autor: Redaktion
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Sonntag, 09 Februar 2020

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