Putschisten in Mali bekommen Unterstützung von der Opposition

Putschisten in Mali bekommen Unterstützung von der Opposition


Die Anführer des Militärputsches in Mali haben Rückendeckung von der politischen Opposition in dem westafrikanischen Land bekommen, meldet dtoday.de. Die Oppositionsbewegung M5-RFP bezeichnete den Umsturz am Mittwoch als „Sieg des malischen Volkes“

Putschisten in Mali bekommen Unterstützung von der Opposition

Das Parteienbündnis habe seine Zusammenarbeit mit den neuen Machthabern bei der Ausarbeitung eines Fahrplans für den Übergang hin zu einer Zivilregierung angekündigt. International wurde der Putsch indessen harsch kritisiert.

Der Vertreter Parteienallianz M5-RFP Choguel Maiga habe angekündigt, dass seine Bewegung am Freitag im ganzen Land „patriotische“ Versammlungen zur Feier des Umsturzes veranstalten wolle. Die M5-RFP hatte über Monate hinweg den Rücktritt des bisherigen Staatschefs Ibrahim Boubacar Keita verlangt und immer wieder Massenproteste organisiert.

Bei einer Pressekonferenz habe sich der Oberst Assimi Goita als Anführer der Militärjunta vorgestellt. Er habe sich als Chef eines neuen „Nationalen Komitees zur Rettung des Volkes“ bezeichnet. Der etwa 40 Jahre alte Goita kommandierte bislang Spezialkräfte im Zentrum des Landes. Mali befinde sich einer sozialen und politischen Krise, sagte Goita. Mit dem Putsch „haben wir das Land über alles gestellt“. Während der Pressekonferenz sei Goita von bewaffneten Militärs umringt gewesen. Zuvor hätten die Putschisten die Schließung der Grenzen sowie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt. Neuwahlen sollten „in angemessener Zeit“ angesetzt werden, heißt es weiter.

Bereits der bisherige Staatschef Keita war 2012 durch einen Putsch an die Macht gekommen. Während seiner Regierung war es ihm nicht gelungen, die Angriffe islamistischer Gruppen einzudämmen. Verschleppte politische Reformen und eine schwächelnde Wirtschaft hatten seine politische Position zusätzlich verschlechtert.

Der UN-Sicherheitsrat bekundete „tiefe Besorgnis“ über den neuerlichen Putsch. In einer Erklärung appellierte das Gremium an die Putschisten, alle festgenommenen Regierungsmitglieder freizulassen und „ohne Verzögerung in die Kasernen zurückzukehren“. Zur Beilegung der Krise müsse die Priorität auf „dem Dialog“ liegen, unterstrich der Sicherheitsrat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin: „Wir verurteilen den Militärputsch.“ Bundesaußenminister Heiko Maas teilte mit, dass das Auswärtige Amt vorsorglich die Botschaft in Bamako geschlossen habe. Es bestehe aber „keine Gefahr für Deutsche in dem Land“. Auch für die Bundeswehrsoldaten vor Ort gebe es „keine Gefahr“.


Autor: AchGut
Bild Quelle:


Donnerstag, 20 August 2020

**********

Wir benötigen Ihre Spende
für den Betrieb von haOlam.de

für 2020 fallen kosten von 7400€ an, davon haben wir bereits von Ihnen als Spende 29% erhalten.

29%

Stärken Sie eine Stimme der Wahrheit – Unterstützen Sie die Journalistische Arbeit von haOlam.de!

**********

Spenden an den gemeinnützigen Trägerverein von haOlam.de können von der Steuer abgesetzt werden.

Wir bedanken uns bei allen Spendern für die Unterstützung!

Spenden via PayPal