Mindestens 25 Tote bei Polizeieinsatz in Rio

Mindestens 25 Tote bei Polizeieinsatz in Rio


Bei einem Polizeieinsatz in einer Favela in Rio de Janeiro sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen

Mindestens 25 Tote bei Polizeieinsatz in Rio

Es habe sich um die blutigste angeordnete Operation in der Geschichte der brasilianischen Millionenmetropole gehandelt. Mutmaßliche Mitglieder von Drogenbanden und die Polizei hätten sich in Jacarezinho heftige Gefechte geliefert, habe das Nachrichtenportal „G1“ berichtet. Nach Angaben der Polizei handele es sich bei den Opfern um 24 Verdächtige und einen Beamten der Anti-Drogen-Einheit. Zudem seien zwei Fahrgäste der Metro, die in der Nähe des Armenviertels im Norden von Rio vorbeiführe, in einem U-Bahn-Wagen angeschossen worden. Ein Mann sei in seinem Haus von einem Querschläger im Fuß getroffen worden.

Die Favela Jacarezinho gelte als einer der Stützpunkte des „Comando Vermelho“ (Rotes Kommando) im Norden Rios, den dieses unter anderem mit Barrikaden schütze. Viele Armenviertel würden von schwer bewaffneten Drogenbanden kontrolliert. Rückt die Polizei in den Favelas ein, um einen Haftbefehl zu vollstrecken oder nach Rauschgift zu suchen, wird sie nicht selten mit Salven aus Sturmgewehren empfangen. Die Operationen in den Ganglands von Rio de Janeiro und Sao Paulo glichen eher Militäreinsätzen als Polizeimaßnahmen. Mächtige Verbrechersyndikate wie das „Comando Vermelho“ und eine Reihe kleinerer Banden ringen in den Armenvierteln um die Kontrolle von Drogenhandel und Schutzgeldgeschäft. In keinem anderen Land der Welt kämen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien. 2019 hätten Sicherheitskräfte in dem südamerikanischen Land 5.804 Menschen getötet, wie aus einem Gewaltmonitor hervorgehe, der von „G1“, dem Brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit und der Universität von Sao Paulo betrieben werde. Zum Vergleich: In den USA hätten Polizisten im Jahr 2019 1.098 Menschen erschossen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Von Tânia Rêgo/Agência Brasil - Agência Brasil, CC BY 3.0 br, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=32478290


Freitag, 07 Mai 2021

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