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In Tigray könnte ein neuer Völkermord aufziehen

In Tigray könnte ein neuer Völkermord aufziehen


Soldaten oder Söldner Eritreas vergewaltigen Frauen jeden Alters - Kirchenvertreter und der Außenminister schweigen laut, sehr laut

In Tigray könnte ein neuer Völkermord aufziehen

Von Albrecht Künstle

„Das Ende der Zivilisiertheit – unvorstellbare Grausamkeiten“ ist der Titel der Dritten Seite unserer Regionalzeitung vom 5. Juli. Es geht um Tigray, die Grenzprovinz Äthiopiens zu Eritrea. Schon am 18. Mai wurde berichtet, „Verbrechen gegen die Bevölkerung dauern an.“ Die Truppen aus Eritrea zogen sich entgegen der Zusage des Befehlshabers nicht aus dem besetzten Tigray zurück, sondern terrorisieren die Bevölkerung weiterhin. Und jetzt sogar zunehmend.

„Sie wollen mit von höchster Brutalität und Grausamkeit unser Volk zerstören“, heißt es in einer Videobotschaft des Patriarchen der Äthiopischen Orthodoxen Kirche, Abune Mathias, die aus Addis Abeba herausgeschmuggelt wurde. Er spricht von einem Völkermord in Tigray! Um welches Volk geht es dort in Tigray zwischen Äthiopien und Eritrea?

Tigray ist zu 95 Prozent christlich (orthodox). Davon ist aber in dem ganzseitigen Artikel mit keiner Silbe die Rede, indem es schwerpunktmäßig um die Vergewaltigung Frauen jeden Alters durch eritreische Soldaten geht. Nur indirekt wird der religiöse Hintergrund erwähnt, was sich zugetragen hat, als die Eltern in der Kirche waren: Zuerst wollten sie (die terrorisierenden Soldaten) meinem Bruder die Gurgel aufschneiden. Als ich schauen wollte ob er noch lebt, stürzten sie sich auf mich und vergewaltigten mich vor den Augen der kleinen Nichte. Einzelheiten erspare ich meinen Lesern. Männer werden bei solchen Übergriffen meist erschossen, wird berichtet.

Dreimal darf geraten werden, wer die Täter aus Eritrea sein dürften. Das ist aber nicht einfach. Über die Hälfte der Bevölkerung Eritreas sind sunnitische Muslime, die Christen unterschiedlicher Kirchen stellen eine große Minderheit dar. Der Präsident und Befehlshaber der offiziellen Armee Afewerki ist ein gescheiterter Ing.-Student, marxistischer Maoist, wurde zusammen mit seinem Mitstreiter Ramadan Nur während der Kulturrevolution in China militärisch ausgebildet, spricht arabisch – kommt aber aus einem orthodoxen Elternhaus. Also ein politisches Chamäleon erster Klasse. Ich klassifiziere ihn und sein Land als eine afrikanische Variante von Ex-Albanien.

„Am 9. Juli 2018 unterzeichnete Afewerki einen Friedensvertrag mit Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed, nachdem dieser den Anspruch auf die eritreische Region um Badme aufgegeben hatte. Als die äthiopischen Streitkräfte einen Krieg gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) zu verlieren begannen, entsandte Aferwerki – nicht ohne von Äthiopien dafür bezahlt zu werden – eritreische Soldaten nach Tigray gegen die TPLF, die Afewerki seit dem Grenzkrieg als Erzfeind betrachtet.

Seine Soldaten gingen mit extremer Brutalität auch gegen die äthiopische Zivilbevölkerung vor … Im April 2021 behauptete Afewerki nach internationalem Druck, den Abzug seiner Truppen aus Äthiopien angeordnet zu haben. Allerdings sind eritreische Soldaten auch im Folgemonat noch in Tigray präsent“ (Auszug aus Wikipedia). Aber das Auswärtige Amt (AA) der Bundesregierung hat als „politisches Portrait Eritreas“ und seines Diktators ganze neun Sätze übrig. Vielleicht liegt diese „vornehme Zurückhaltung“ des AA Steinmeiers gegenüber Eritrea daran, dass dessen Staatschef Afewerki dem Iran mit seiner islamischen Revolution ebenfalls positiv gegenübersteht.

Und unsere Kirchenoberen? Statt den Glaubensbrüdern und Schwestern zumindest moralisch und im Gebet beizustehen, erlassen sie Instruktionen, mit welchen Masken-Typen unsere Kirchen betreten werden dürfen (siehe mein letzter Artikel). Dabei lassen sie ihre eigene Maske fallen. Hallo Klerus: Im Täterland Eritrea wurden letztes Jahr 27 Kirchen entweder angegriffen, beschlagnahmt oder geschlossen. Und um die Jahreswende wurden auch Krankenhäuser und Schulen der Eritreisch-Katholischen Kirche beschlagnahmt.

Immerhin sorgt sich Open Doors auch in dieser ostafrikanischen Region um verfolgte Christen. Tigray ist in deren Länderprofil nicht zu finden; Eritrea ist umso erschreckender auf den Platz 6 des Verfolgungsindex vorgerückt. Auszug: „Junge Christen werden durch die Gesetze des Landes gezwungen, sich auf unbestimmte Zeit dem Militär anzuschließen, ohne das Recht auf Kriegsdienstverweigerung zu haben.“ Auch Frauen sind in der Armee. Allerdings dürften diese kaum zu den Vergewaltigern der Schwestern im Glauben im benachbarten Tigray gehören. Also wer?

Wie wäre es, Herr Außenminister Maas, Sie würden schnellstens den Eritreischen Botschafter einbestellen, um Aufklärung über die schlimmen Massaker seiner Soldaten oder beauftragten Söldner zu verlangen! Falls Sie nicht wissen, wie Sie ihn finden, hier ist seine Mailadresse info@konsulat-eritrea.de. Sie glänzt mit: „Unsere Botschaft bietet Dienstleistungen wie Visa, Reisepass und andere konsular bezogene Angelegenheiten an.“ So ein toller Service!

Die Migranten aus dieser afrikanischen Region Eritrea und Äthiopien sollten meines Erachtens auf Herz und Nieren geprüft werden, auf welcher Seite sie dort gestanden haben. Denn aus Syrien wissen wir inzwischen zur Genüge, dass nicht nur Opfer einreisten, sondern tausende Täter einsickerten!


Autor: Albrecht Künstle
Bild Quelle: Yan Boechat/VOA, Public domain, via Wikimedia Commons


Samstag, 10 Juli 2021

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