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Überlegungen zu Rassismus

Überlegungen zu Rassismus


Die Welt ist nicht rassisch geschichtet, weil Weiße andere Rassen geplündert und versklavt haben, wie unsere Schulen und Medien immer wieder suggerieren.

Überlegungen zu Rassismus

von Rafael Castro 

Rassismus nimmt heute einen großen Platz im öffentlichen Bewusstsein ein. Dennoch ist es erstaunlich, wie wenig Aufwand betrieben wird, um seine Ursachen zu sezieren und zu verstehen. So hat sich das Thema in einen säkularen Dämon verwandelt, der durch verbale Schuldbekenntnisse und ritualisierte Reue-Riten bekämpft werden muss.

Ist es hilfreich, die Sprache zu überwachen und jede Person aus der Gesellschaft zu verbannen, die jemals einen rassistischen Witz gemacht hat? Solange soziale Strukturen rassische Muster widerspiegeln, sublimieren Tabus den Rassismus einfach und drängen ihn ins Unterbewusstsein, wo er noch schwerer zu heilen ist.

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der keine rassistischen Witze erzählt wurden, und doch erinnere ich mich deutlich, dass ich mir einer übergreifenden Rassenhierarchie sehr bewusst bin. In Lateinamerika, wo ich meine prägenden Jahre verbrachte, ist die obere Mittelschicht eher weiß, die Mittelschicht-Mestizen und die unteren Schichten überwiegend indigen oder schwarz.


Mit anderen Worten: Niemand in Lateinamerika braucht eine rassistische Erziehung, um Weißsein mit Prestige und dunkle Haut mit sozialer Stigmatisierung zu assoziieren. Selbst die Mittel- und Unterschicht verinnerlichen diesen Rassismus, wie die überproportionale Präsenz weißer Schauspieler in lateinamerikanischen Fernsehwerbungen zeigt.

Dennoch ist die Welt nicht rassisch geschichtet, weil Weiße andere Rassen geplündert und verarmt haben, wie unsere Schulen und Medien immer wieder suggerieren. Jared Diamond zeigt in „Guns, Germs and Steel“ auf brillante Weise, dass ein komplexes Zusammenspiel von geografischen, klimatischen und zoologischen Faktoren zum Erfolg der europäischen Zivilisation beigetragen hat. Kolonialismus gehörte nicht dazu. Die meisten europäischen Kolonien wurden mit Verlust geführt und Westeuropa erreichte seinen wirtschaftlichen Höhepunkt im Zuge der Dekolonisierung.

Die europäische Zivilisation blühte überall dort auf, wo sie Rechtsstaatlichkeit, politische Stabilität und freie Märkte umfasste. Bemerkenswert ist, dass alle Nationen, die diesen Weg gehen, auch gediehen sind: Ostasien, Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate und Osteuropa zeigen, dass dies der einzige Weg zum Wohlstand ist.

Es ist eine Schande, dass viele Anti-Rassismus-Aktivisten dem Kapitalismus feindlich gegenüberstehen und glauben, dass der Rassengleichheit durch den Sozialismus besser gedient wäre. Ein Blick auf das marxistische Kuba und Venezuela zeigt, dass dies eine Fata Morgana ist. Tatsächlich sind Farbige in Kuba und Venezuela weitaus mehr Schwierigkeiten ausgesetzt als im kapitalistischen Puerto Rico und Kolumbien.

Die Beispiele Kuba und Venezuela sind dennoch aufschlussreich. Sie beweisen, dass selbst Systeme und Ideologien, die sich der vollständigen Gleichheit verschrieben haben, ihre Kader überproportional aus gut ausgebildeten (und hellhäutigen) Kreisen ziehen. Das Geheimnis der Beseitigung sozialer und rassischer Ungleichheiten muss daher darin liegen, allen Rassen eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Das ist leichter gesagt als getan. Als Gymnasiallehrer kenne ich den enormen Vorteil von Schülern, deren Eltern selbst gut ausgebildet sind. Aus diesem Grund reicht es für die Gesellschaft nicht aus, Studenten aus benachteiligten Familien gute Schulen und Hochschulstipendien zur Verfügung zu stellen. Es ist auch wichtig, jedem das Mentoring und die sozialen Rollenmodelle zu geben, die erforderlich sind, um die verfügbaren Möglichkeiten zu nutzen. Wenn sich unsere Bemühungen nicht auf den Aufbau von Humankapital konzentrieren, wird keine noch so große Wohlfahrts- und Sozialhilfe die Rassenungleichheit nachhaltig verringern.

Ein besonders schändlicher Mechanismus zur Herstellung von Gleichberechtigung sind Rassenquoten. Diese Quoten verstoßen gegen die Grundprinzipien des individuellen Verdienstes und der Gerechtigkeit. Darüber hinaus heften sie jeder erfolgreichen Person of Color das Stigma an, aus rassischer Nächstenliebe erfolgreich gewesen zu sein.

In Amerika hat Affirmative Action in Ermangelung guter Schulen und guter Vorbilder für alle schwarze und hispanische Studenten zu den schwächsten Studenten an jeder Universität gemacht, was den Mythos verstärkt, dass Schwarze und Hispanoamerikaner weniger begabt sind.

Alle unsere Bemühungen müssen sich daher darauf konzentrieren, die einzige dauerhafte Lösung für die Rassenungleichheit zu finden: sogar das Humankapital. Dies wird Zeit in Anspruch nehmen und von allen Seiten Engagement und Opfer erfordern.

 


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Archiv


Samstag, 10 Juli 2021

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