Deutschland fliegt aus - mit Abstandsregeln

Deutschland fliegt aus - mit Abstandsregeln


Unvorhersehbar? Nein, man hatte nicht wissen können, was in Afghanistan geschehen würde. Wir haben ja auch keine Geheimdienste und keine Diplomaten vor Ort, die melden und warnen und vorschlagen und nachhaken.

Deutschland fliegt aus - mit Abstandsregeln

Von Torsten Kurschus

Wir haben ja auch kein Auswärtiges Amt mit erfahrenen und professionellen Sachkundigen. Bestimmt haben wir auch vielleicht eine fachliche Eignung im Bundesministerium für Verteidigung, die imstande ist, eine qualifizierte Lagebeurteilung für einen seit über vierzig Jahren schwelenden Krieg der Regierung der größten europäischen Nation vermitteln kann. Davon haben wir nichts gehört – so wenig wie die Noch-Bundesregierung. Selbst der Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction John F. Sopko erhebt schwerste Vorwürfe über mangelnde Kenntnisnahme der realen Gegebenheiten im umkämpften Land. Die Vorwürfe gehen an die US-Regierung sowie an andere beteiligten Nationen, wie Deutschland. Obwohl die Kenntnislage von militärischen und zivilen Kräften stets aktuell war – hatten diese weder die staatlichen Verantwortlichen noch Hilfsorganisationen fahrlässig nicht zur Kenntnis genommen, so Sopko.
Der macht vor allem das Uninteresse der Trump-Administration und des früheren Präsidenten selbst dafür verantwortlich. Weiterhin erklärte er, dass um das absehbare Vorgehen der Taliban verhindern zu können, weitere massive Truppen nicht nur der USA hätten an den Hindukusch verlegt werden müssen. Dazu war der neue Präsident Biden nicht mehr bereit.

Deutschland feiert Erfolge
Es ist gelungen, das deutsche Personal der afghanischen Botschaft zu evakuieren. Zu evakuieren? Nein, es war wie eine Sturmflucht, vergleichbar der Panik Saigons 1975 oder Teherans 1979.
Genau 7 Personen wurden gestern in einem einzigen Flugzeug ausgeflogen. Botschaftsangehörige.
Dazu wurde ein Airbus A400M benutzt, der auch mal wieder nachtanken musste, weil vielleicht die Kapitäne an Bord des SuperCarriers nicht imstande waren, eine ordentliche Flugplanung zu berechnen. Von Niedersachen aus startete ein Jet nach Kabul - heute.
Hauptsache doch, dass die Abstandsregeln im Jet eingehalten wurden.
Das verwundert nicht mehr – oder irgendwie doch genau deshalb.

Der Erfolg scheint auch zu sein, dass überhaupt ein Flieger unterwegs war, der schon vor Wochen hätte vor Ort sein müssen. Heute sollen über weitere 200 Personen ausgeflogen werden. Mal sehen, ob sie ankommen.
Amerikanische Bündnispartner, wegen ihrer fehlenden Weitsicht auch nicht wirklich vom Ruhm vergoldet, haben immerhin schon vor Tagen angefangen, ihre Mitarbeiter in Sicherheit zu bringen und den Flughafen von Kabul militärisch abgeschirmt. Dazu sind gestern noch Sondereinheiten verlegt worden. Zwar haben die Taliban erklärt, dass sie diese Maßnahmen nicht stören werden, doch das sind wie immer nur Lippenbekenntnisse. Denn danach, werden wir ein Regime nach dem Vorbild Teherans haben, nur viel schlimmer. Deutschland ist wie immer überrascht.
Insgesamt sind aber 2.500 Mitarbeiter aus dem ehemaligen Botschaftsumfeld allein Deutschland betroffen, die nun um Leib und Leben fürchten.
Andere europäische Staaten geben auch kein viel besseres Bild ab. Vor allem hört man  wie immer Absichtserklärungen und Unkenrufe.
Ein Kamerad schrieb gerade, dass Deutschland ein Safehouse in Kabul eingerichtet hat, um die Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.
Er schreibt:
„Menschen klammern sich an Flugzeuge und stürzen nach dem Start in den Tod. Die Taliban sollen von Tür zu Tür gehen auf der Suche nach Ortskräften. Ich habe die Safehouses aufgelöst, die nur noch Todesfallen sind.“ Und:
Als „Unterstützer haben sie, ermöglicht durch die Zivilgesellschaft, über Wochen betrieben, und Ortskräfte haben dort ausgeharrt weil sie gehofft haben auf einen Weg in die Sicherheit.
Wir versuchten den zurückgelassenen 8000 Ortskräften und Familienmitgliedern, und dazu noch Subunternehmern, Journalisten, Frauen und Kindern eine Chance zu geben.“
Wir stehen dahinter.

Ohne den Schutz der Amis geht es gar nicht. Deutschland ist militärisch so ohnmächtig wie noch nie. Während das Gutmenschentum in Bendler-Block, früher Hardhöhe in Bonn und Kanzleramt überschwappt, wird die Polizeigewalt im eigenen Land nicht beachtet und durch die amtierende Bundeskanzlerin die Verfassung durch unberechtigt durchgewinkte Einreisen von Zuwanderern eines fremden Kulturkreises gebrochen.
Die USA haben wenigstens mit der reagiert. Heute sind drei Tankflugzeuge Boeing KC-135c in Afghanistan um die Unabhängigkeit der Evakuierung sicher zu stellen. Einer der Stratosphärentanker kreist hoch über Kabul und einer befindet sich mit ständigem Begleitschutz über Kandahar. 

Über eine Billionen Dollar haben die USA in den Krieg am Hindukusch gesteckt
Dabei sind über 3.500 Soldaten unser vereinten Streitkräfte um das Leben gekommen. Darunter 53 deutsche Soldaten – für Nichts und wieder Nichts. Etwa 37.000 andere Menschen wurden in diesem nicht Zu-Ende geführten Unsinnskrieg getötet, was heute wohl als Kollateralschaden bezeichnet wird.

Der noch junge Präsident der USA Biden erklärte gerade, er würde jeden Angriff der Taliban auf Einrichtungen und Bürger der USA schwer vergelten. O.K. warum hat er das nicht vorher gemacht, als die Taliban noch zu stoppen gewesen wären?
Die Aussage Bidens, „es läge daran, das die Afghanen nicht für ihre Freiheit kämpfen würden wollen“ klingt dürftig. Das klingt so, als würde da jemand Ruhe haben wollen und nicht begreifen können, dass der nächste 9/11 längst vor der Tür steht. Und inzwischen Beginnt die Inflation zu galoppieren, mittlerweile liegen wir bei über 5 %. In Deutschland. Vor allem wegen der Unfähigkeiten und mangelnden Sorgfalt der Regierung, nicht nur der in unserem Land.

Wo ist das Krisenmanagement
Bundesrepublik und äh… unsere Verbündeten haben hier ein vierzigjähriges Totalversagen hingelegt, das an Geldverbrennung und Wählerbetrug nicht zu übertreffen ist.
Angesichts der Wahl und der fehlenden politischen Alternativen sowie der offensichtlichen Unfähigkeit der politischen Offiziere und seiner Bundesministerin, der  sogen. IBuK, der Inhaberin der Befehls und Kommandogewalt, die zu Unrecht AKK genannt wird,  lassen die Vermutung nahe, die Bundeswehr ganz abzuschaffen und deren Aufgaben gegen gute Bezahlung beispielsweise den Freunden in Osteuropa oder Frankreich zu übertragen. Die BRD ist impotent.

Wir werden sehen, wie die Rechnung noch am Ende aussehen wird.
Torsten 

https://www.sigar.mil/about/leadership/index.aspx?SSR=1&SubSSR=2&WP=Leadership


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Foto: Bundeswehr/Marc Tessensohn


Mittwoch, 18 August 2021

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