Haben islamische Länder christlichere Asylpolitik?

Haben islamische Länder christlichere Asylpolitik?


Das in der Asylpolitik ach so hartherzige Österreich hatte 2020 im Verhältnis zur Einwohnerzahl nach Griechenland die zweithöchsten Asylantragszahlen in der EU.

Haben islamische Länder christlichere Asylpolitik?

Von Aron Sperber

Dabei ist Griechenland allerdings nur ein Transitland, aus dem die Migranten früher oder später weiterziehen werden. Österreich ist hingegen eine Endstation. Wer in Österreich einen Asylantrag gestellt hat, wird in der Regel für immer bleiben. Im „überlasteten“ Griechenland halten sich weniger als 100.000 Asyl-Migranten auf. In Österreich sind es bei fast gleich vielen Einwohnern über 200.000 (Bosnier und Kosovaren nicht mitgerechnet).

Von der Migrations-Lobby wird stets behauptet, dass die Hauptflüchtlingslast von Ländern in der Region getragen werde. Mit irreführenden Flüchtlingszahlen zu Türkei, Jordanien, Libanon, Pakistan und Iran schafft man es, den Europäern ein schlechtes Gewissen wegen ihrer angeblich unchristlichen Politik bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Korangürtel einzureden.

Jordanien steht in der Amnesty-Statistik an 2. Stelle, obwohl die rund 3 Millionen Palästinenser, die als Flüchtlinge angeführt werden, bereits vor mehr als 50 Jahren kamen und wie die Jordanier muslimische Araber sind. Ähnlich verhält es sich mit dem Libanon, der mit seinen Palästinsern deutlich vor Deutschland an der 4. Stelle gereiht wird. Nach so einer Definition müsste man allerdings auch viele Millionen Volksdeutsche, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs in die BRD geflüchtet waren, mitzählen (und natürlich auch all ihre Nachfahren).

Pakistan landet mit Libanon ex aequo auf dem 4. Platz, obwohl die afghanischen Paschtunen bereits vor rund 30 Jahren kamen und ebenfalls dieselbe Sprache sprechen und dieselbe Religion haben. Der Iran belegt den 9. Platz, obwohl die afghanischen Hazara bereits vor rund 30 Jahren kamen und Iranisch-sprechende Schiiten sind.

Die Flüchtlinge aus dem Balkankrieg vor 20 Jahren sind hingegen nicht mehr in Amnestys Top 10 zu finden, obwohl sie weder die Sprache noch die Religion ihrer europäischen Aufnahmeländer teilten. Selbstverständlich sind auch die Millionen Menschen, die seit Ende des zweiten Weltkriegs aus dem Ostblock (Ungarn, Tschechoslowakei, Polen, Rumänien) geflohen waren, längst aus der Statistik verschwunden. Es fehlen jedoch nicht nur ältere Ostblock-Flüchtlinge, wenn sie nicht in islamische Länder geflüchtet sind. Auch über eine Million Ukrainer, die 2014 nach Russland geflüchtet waren, konnten sich nicht mehr für die TOP-10 von Amnesty qualifizieren.

Ein ganz besonderer Fall ist die Türkei, welche laut Amnesty Platz 1 belegt. Die Syrer, die die Türkei offiziell beherbergt, sind zwar relativ frisch eingereist (2015/2016). Sie haben das Transitland Türkei in den meisten Fällen trotzdem bereits wieder verlassen. Bei den 3,6 Millionen Syrern handelt es sich um die Migranten, die in der "Flüchtlingskrise" in der Türkei registriert wurden, die aber zum größten Teil über die damals offene Balkanroute nach Österreich, Deutschland und Schweden weitergereist sind. Wir bezahlen dem großzügigen Erdogan viele Milliarden für einen Grenzschutz, der nie von ihm geleistet wurde, und für die Versorgung von Flüchtlingen, die wir längst selbst versorgen.

So gut wie keine Flüchtlinge aus der Region aufgenommen haben die superreichen Golfstaaten, obwohl die Integration der syrischen oder irakischen Brüder aufgrund der gemeinsamen Sprache und Religion wohl kein Problem dargestellt hätte. WM-Veranstalter Katar prangerte zwar auf seinem Staatssender Al-Jazeera stets im Einklang mit Amnesty & Co. die Kaltherzigkeit der „islamophoben“ westlichen Asylpolitik an, führte jedoch im Jahr 2019 gerade einmal 22 Asylverfahren durch.


Autor: Aron Sperber
Bild Quelle: Peter Dowley from Dubai, United Arab Emirates, CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons


Mittwoch, 01 September 2021

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