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Wieder rollt der Ball und nicht nur der „Rubel“

Wieder rollt der Ball und nicht nur der „Rubel“


Eine Glosse auf Qatar, das Gastgeberland der Fußball-WM  – Stadien bauten Fremdarbeiter, wer stellt die Mannschaft?  – Binden tragen die, die nicht ganz dicht sind – auch Fußballer?

Wieder rollt der Ball und nicht nur der „Rubel“

Von Albrecht Künstle

Ich verstehe nicht viel von Fußball, nur weiß ich von Sepp Herberger, „der Ball ist rund“. Aber schon vor zwölf Jahren, als die WM 2022 an den zahlungskräftigen wüsten Staat verkauft wurde, hatte ich als Fußballbanause Zweifel, ob Qatar eine Fußballnation ist. Doch dachte ich, bis es soweit ist, könnten die dortige Mohammed und Co. gegoogelt haben, wie die Spielregeln für diese Sportart sind. Und wenn man nicht genügend eigene Leute findet, die mit dem runden Leder umgehen können, dann kauft man eben welche ein – wie zum Bau der acht Stadions. Nun erfolgte der Anpfiff zum Auftaktspiel Qatar gegen Ecuador – oder umgekehrt? Egal.

Jedenfalls war es von Ecuador schäbig, den Gastgeber Qatar nicht gewinnen zu lassen. Noch nie verlor eine Gastgebermannschaft das Auftaktspiel. Man dachte, es sei ein ungeschriebenes Gesetz, sie gewinnen zu lassen. Hatten die Qatars zu schlechte Spieler eingekauft? Ist den Scheichs das Geld ausgegangen, weil die Portokasse und auch das verkaufte Gas nicht für die acht gebauten Stadien und gute Spieler ausreichte? Aber war es nicht genauso taktlos von den heimischen Zuschauern, dass sie nach der Halbzeit das Stadion verließen, nur weil der Ball im falschen Tor landete? Aber so können sich Experten täuschen: „Im Weltrisikobericht 2021 wies Qatar unter 181 untersuchten Ländern das geringste Katastrophenrisiko auf.“ Und nun das: Das Auftaktspiel verloren! Kann es noch schlimmer kommen?

Aber so anstrengend wie Fußball ist, so das Arbeiten überhaupt. Dabei kann man schon ins Schwitzen kommen – was nicht Sache von Arabern ist. Deshalb tun sie das nicht selbst, sondern lassen arbeiten. Und das auf allen Ebenen, nicht nur auf dem Bau. Nur zehn Prozent der knapp drei Millionen Einwohner Qatars sind Einheimische mit einem Pass ihres wüsten Staates. Der „Rest“ von 90 Prozent sind Migranten. Aber nicht etwa Flüchtlinge, solche kommen auch als Suchbegriff auf Wikipedia unter Katar nicht vor. Flüchtlinge sind den Mohammeds zu unnütz und teuer. Es handelt sich bei den Fremden um Arbeitsmigranten, die für das Gastland malochen. Bei uns ist es eher umgekehrt.

Vielleicht ist auch der Mindestlohn der Qatars zu niedrig, um selbst in die Hände zu spuken? Über dessen Höhe ist im Internet nichts zu finden. Als ich vor einigen Jahren einmal in Dubai war, betrug er dort umgerechnet 4000 Euro im Monat. Dafür macht man natürlich keinen Finger krumm. Deshalb wird auf überwiegend asiatische Gastarbeiter zurückgegriffen, die auch einen Mindestlohn erhalten – 230 Euro erst seit März dieses Jahr. Im Koran steht aber auch gar nichts über den Mindestlohn. Bei den fünf Prozent Arabern aus Nachbarstaaten ist der Lohn jedenfalls höher als jener der Asiaten. Araber leben dank ihrer Treib- und „Schmierstoffe“ in gesicherter Armut.

Aber immerhin ist Qatar beim CO2-Ausstoß Spitze – pro Kopf viermal so viel wie in Deutschland. Und das nicht erst seit dem Bau der Fußballstadien mit der jetzigen Nutzung. Deshalb überlegt sich die FIFA, diesen traurigen Rekord schönzurechnen, indem sie den CO2-Ausstoßt nicht durch Köpfe teil, sondern durch Kamelbeine. Dann sähe die Bilanz für Qatar besser aus. Denn neben den 230 EW/km² hat es in dem Land eine Unmenge an Kamelen. Doch von denen stoßen die vierbeinigen noch mehr „Schadstoffe“ aus als ihre Kamelhalter. Kamelrennen sind dort populärer als Fußball und die Viecher sind schnell – sie verfügen über einen beachtlichen Gasantrieb! Ob dieser auch in die Klimabilanz eingeht?

Apropos Gas, das neuerdings ebenfalls geächtet wird. Davon hat Qatar mehr als gute Fußballer. Mehr als sie mit ihren großen Schlitten in die Luft blasen oder damit die Wüste kühlen. Deshalb machte sich auch ein europäischer Wirtschaftsminister auf die Socken, um in Qatar Gas zu erbetteln. Doch Habeck und sein Gefolge kam nicht nur mit leeren Händen zurück, sondern auch ohne Aussicht auf eine solche Option. Da halfen auch alle seine Bücklinge nichts. Deshalb wüsste ich einen Deal: Die deutschen Fußballer lassen die Qatars gewinnen, und für jedes Tor bekommen wir ein Jahr lang Gas. Das wäre doch eine „runde Sache“, runder als jeder Fußball.

Und dann noch die speziell deutsche Frage, Binde oder keine? Eigentlich tragen nur Leute Binden, die nicht ganz dicht sind – untenrum. Nun wollen welche auch Binden am Arm tragen – „One-Love-Binden“ – etwas anderes als Einwegbinden. Was es so alles gibt. Und dieser FIFA-Funktionär mag die nicht. Wer den fast einstündigen Schwachsinn Infantinos anhörte, könnte auf die Idee kommen, auch er sollte eine Binde tragen – eine Hirnwindel. Meine Empfehlung: Funktioniert die Fußball-WM zu einer internationalen Love-Parade um, dann hat Infantino nichts mehr zu sagen. Dann darf nicht nur der Mannschaftskapitän eine Regenbogenbinde tragen, sondern alle Spieler sich dem Spott der Sportwelt aussetzen.

Schon kursiert ein passender Witz dazu: Ein Stürmer schoss endlich das entscheidende Tor, aber seine Mitspieler stürzen sich auf einen anderen und erdrücken ihn fast. Da reklamiert der Torschütze, „ICH habe doch das Tor geschossen!“ Trösten ihn die Spieler: „Aber der küsst besser als du.“

 


Autor: Albrecht Künstle
Bild Quelle: Abdulqa, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Mittwoch, 23 November 2022

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