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Wann überschreiten Vorwürfe zu „kultureller Aneignung“ die Grenze zum Antisemitismus?

Wann überschreiten Vorwürfe zu „kultureller Aneignung“ die Grenze zum Antisemitismus?


Die falschen Vorwürfe palästinensischer Araber, israelische Juden würden sich ihre Küche „kulturell aneignen“, sind so alltäglich geworden, dass sie fast schon Klischee sind.

Wann überschreiten Vorwürfe zu „kultureller Aneignung“ die Grenze zum Antisemitismus?

Von Elder of Ziyon

Aber zumindest einige dieser Anschuldigungen überqueren die Grenze vom Absurden in den Antisemitismus.

Hier ist ein Artikel des vergangenen Wochenendes aus L’Orient Today von Emmanuel Haddad:

Nach Hummus, Falafel und von vielen anderen Vorzeige-Gerichten der palästinensischen und levantinischen Küche ist Knefeh Nabulsi das jüngste Opfer der Aneignung durch Israel.

Dieses köstliche Gericht, das aus Nablus stammt und nach der Hauptzutat – Nabulsi-Käse – benannt ist, ist in ein mehr als dubioses Rezept eingearbeitet worden, das Pizza Hut Israel entwickelte.

Für den palästinensischen Koch Fadi Kattan ist das ein dreifacher Affront: „Erstens gegen den Knefeh, dann gegen Pizza… und dann gegen den Geschmack!“

Der Geschmack ist für Sama Serry, Historikerin der Nahost-Küche, so abschreckend, wie er bitter ist. Die israelische Pizza-Knefeh passt perfekt in die Definition der Aneignung, lässt sie auf Sufra Kitchen wissen, der von ihr geschaffenen Online-Plattform zur Entkolonisierung regionaler Küche:

„Aneignung ist die unangemessene Übernahme des Essens einer Gruppe ohne ihr dafür Anerkennung zu geben, besonders für kommerziellen Gewinn. Beispiel: Israelische Restaurants profitieren von Falafel, Knefeh oder Hummus, ohne ihre Ursprungskultur zu erwähnen.“

Das Wort „unangemessen“ in dieser Definition trägt hier ziemlich auf. In den USA gibt es jede Menge Restaurants, die Pizza oder Tacos anbieten; ist es kulturelle Aneignung sie zu erwähnen, ohne „italienisch“ oder „mexikanisch“ voranzustellen? Offenbar nur in Israel und nur für Juden wird das Kochen von Essen aus umgebenden Ländern als Verbrechen betrachtet, wenn seine Herkunft nicht erwähnt wird – und im Fall von Essen aus arabischen Ländern ist die Herkunft oft unklar und fast nie „palästinensisch“.

Die israelische Pizza Hut-Kette hat nie behauptet, dass „Knafeh-Pizza“ ein israelisches Gericht ist. Im Gegenteil, als sie das Gericht letzten Monat einführten, hieß es in ihrer Pressemitteilung: „Pizza Hut erkennt das unverwirklichte Potenzial dieses unwiderstehlichen, nahöstlichen Gerichts und beschloss seine eigene Version herzustellen.“

Uns Pizza Hut nennt es nicht „Knafeh“, sondern „Knafeh-Pizza“. Es handelt sich um eine (vielleicht bizarre) Kombination der beiden, aber niemand behauptet, es handle sich im authentischen Knafeh – übrigens auch nicht, es sei authentische Pizza.

Der Artikel fährt fort:

Salma Serry sagt, sie hört oft Leugnung dieser kulinarischen Aneignung, die als natürliche Verbreitung von Gerichten in unterschiedlichen Gemeinschaften verteidigt wird.

„Natürlich soll Essen geteilt werden. Aber wenn es aktive Gewalt gibt, die einer Gruppe die kulturelle Identität wegnimmt und ihr Erbe, ihr Land und das von ihr produzierte Essen leugnet, während seine Geschichte manipuliert wird, dann wird es problematisch“, sagte sie. „In diesem besonderen Fall Palästinas geht es nicht ums Teilen; es geht darum zu nehmen und nichts zurückzugeben.“

Das ist schlicht nicht wahr. Israelische Köche und Kochbuchautoren beschreiben freudig, woher die israelische Küche kommt. Niemand „stiehlt“ irgendetwas. Lesen Sie Janna Gurs „A Short Introduction to Israeli Food“ [Eine kurze Einführung in israelisches Essen], das Vorwort zu ihrem Kochbuch Shuk, wo sie die Einflüsse des Lebensmittel-Szene knapp beschreibt, die aus dutzenden ethnischen Kulturen in den israelischen Schmelztiegel kommt, aber auch von den benachbarten Palästinensern. Ja, manchmal werden Laien träge sagen, dass einige arabische Gerichte israelisch sind, aber sie wollen damit sagen, dass sie in Israel beliebt sind: Niemand sagt, dass sie von dort stammen, außer wenn sie das tatsächlich tun, wie im Fall von Falafel in Pita. Genauso gab es große Angst, als Ha’aretz einmal schrieb Schwarma sie „israelisches Street Food“ – ja, das ist es, genauso wie Pizza amerikanisches Street Food ist.

Hier ist eine Werbung eines Restaurants in Tel Aviv von 1949, das „orientalisches Essen“ verkaufte:

Kein Israeli hat jemals behauptet Hummus sei einheimisch israelisch.

Die wahre Ironie besteht darin, dass die Palästinenser selbst diejenigen sind, die sich Nahost-Essen kulturell angeeignet haben. Sie haben tatsächlich behauptet die beliebtesten levantinischen Gerichte wie Hummus und Falafel erfunden zu haben; und hier behaupten sie, sie hätten Knafeh geschaffen. Sie mögen Knafeh Nabulsi erfunden haben, das in Nablus hergestellten Käse verwendet, aber Knafeh selbst hat eine viel unklarere Herkunft.

Warum beschuldigt niemand die Palästinenser der kulturellen Aneignung, weil sie Gerichte für sich beanspruchen, die woanders erfunden wurden?

Weil sie keine Juden sind.

Es gibt zwei Gründe dafür, dass Artikel wie dieser von einfachen Lügen in Antisemitismus abgleiten.

Einer ist, dass sie zwar sagen, die Küche ihrer Nation eine Mischung aus vielen Orten ist, nur israelische Juden werden des „Diebstahls“ beschuldigt – obwohl israelische Feinschmecker offen zugeben und bereitwillig erklären, woher all ihre Gerichte kommen.

Der andere ist, dass diese Artikel sogar die Existenz von Mizrahi-Juden in der israelischen Lebensmittel-Szene bestreiten, obwohl sie die Hauptquelle sind.

Zum Artikel in L’Orient gehört diese Unwahrheit:

Für den Koch Kattan ist der Fall Hummus sinnbildhaft für das breitere Problem:

„Es war das erste Gericht, dass die Israelis sich schon 1948 aneigneten. Ursprünglich war das zionistische Projekt von Kolonialismus europäischer Art geprägt, der das Arabische Palästinas und seines Landes verweigerte leugnete. Aber als sie begannen in den Häusern der Palästinenser zu essen, die die Nakba überlebten – während 580 palästinensisch Dörfer dem Erdboden gleichgemacht wurden – sagten sie sich: ‚Dieses Kichererbsen-Püree ist nicht schlecht!‘“

Juden im Nahen Osten haben seit Jahrhunderten Hummus gegessen. Hier haben wir einen palästinensischen Koch, der hunderte Jahre jüdischer Geschichte ausradiert und behauptet, Juden hätten kein Recht in der Region zu sein.

Hier ist ein Artikel der Palestine Post über die Beliebtheit von Falafel bei palästinensischen Juden im Jahr 1940 – und interessanterweise beschreibt er die damals schon vorhandenen Einzigartigkeit der israelischen Version von Falafel in Pita. Der Autor interviewt einen Juden, der im Jemen geboren wurde, nach Ägypten zog und seine Falafel-Fertigkeiten in die Ben Yehuda-Straße in Jerusalem brachte.

Diese Artikel spielen ausnahmslos die Rolle von Mizrahi-Juden herunter, die den Großteil dessen mitbrachten, was heute israelische Küche heißt.

Ja, das ist Antisemitismus.


Dieser Artikel wurde zuerst hier veröffentlicht.

Autor: Heplev
Bild Quelle: Screenshot


Mittwoch, 18 Januar 2023

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