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Das doppelte Image der Stadttaube: Friedensvogel und Dreckschleuder

Das doppelte Image der Stadttaube: Friedensvogel und Dreckschleuder


In diesen Wochen zwischen Winterende und Frühjahrsbeginn findet in vielen Gemeinden STATT - DIE DER tAUBEN:

Das doppelte Image der Stadttaube: Friedensvogel und Dreckschleuder

Von Wolfgang Will

Diesen Tieren schließlich haftet ein besonderes, ein doppeltes Image an: Sie sind beliebt und verhasst, sie gelten als Friedensvogel und als Dreckschleuder. Also: Soll man Tauben in Stadt und Land willkommen heißen oder bekämpfen?

 

Deutschlands Dichter- und Denkerstadt Weimar hat bei einer Einwohnerzahl von 65 000 rund 1 600 Tauben gezählt. „Das sind zu viele“, ließ der Verein „Taubenhilfe“ die Stadtväter wissen. Um die Anzahl der Tauben zu reduzieren, begeht Weimar einen außergewöhnlichen Weg: In besonderen containerartigen „Taubenhäusern“, die auf öffentlichen Gebäuden platziert werden, sollen sich die Tauben sicher und wohl wie auch behütet fühlen.  In den naturgetreu hergerichteten Nestern dort, so der Plan, brüten sie dann ihre Eier aus – wozu es jedoch nicht kommt, denn ihre Eier werden rechtzeitig durch Attrappen ersetzt. Erster Erfolg: Auf dem Dach eines Plattenbaus in Weimar-Nord waren 60 Tiere in ein solches „Taubenhaus“ eingezogen – die dort gelegten rund 400 Eier wurden eingesammelt und durch Attrappen ersetzt. Die genarrten Tauben gaben nach wenigen Tagen das Brüten auf – sie hatten kein Leben in den Eiern verspürt.  Weimar will jetzt weitere solcher „Fallen“ aufstellen.

 

 In vielen Großstädten, die von einer regelrechten Taubenplage berichten, wird das Weimar-Experiment mit großem Interesse verfolgt. München schließlich beherbergt (geschätzte) 40 000 Tauben, Hamburg bis zu 20 000, Berlin um die 15 000.

 

Wie gefährlich eigentlich sind Tauben für den Menschen, und wie stark werden Gebäude durch Taubenkot beschädigt? 

 

Auf Grund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse hat es hierzu in jüngster Zeit überraschende Antworten gegeben, müssen viele Vorurteile korrigiert werden:

 

O Es besteht keine Gefahr für Menschen, dass Tauben Krankheiten übertragen. Das ist etwa bei Hunden und Katzen eher möglich, weil mit diesen Haustieren oftmals gekuschelt wird.

 

O Taubenkot beschädigt weder Gebäude noch steinerne Gehwege.  Kot und Urin der Tauben, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren, sind zwar leicht säurehaltig, aber keine Gefahr für Gebäude, weder historische noch moderne. Die Exkremente der Tauben stellen allerdings ein optisches Problem dar, denn die sind meist nur sehr schwer zu „löschen“. Vor allem dann, wenn Tauben von Menschen immer wieder an den selben Stellen gefüttert werden oder durch falsches Futter Durchfall erleiden. 

 

 Als Friedenssymbol ist die Taube eigentlich ungeeignet, denn jede Stadttaube ist jährlich in etwa 2 000 Kämpfe verwickelt. Doch schon in der biblischen Sintflut spielt sie mit dem Olivenzweig im Schnabel eine friedliche Rolle. Und als am Vorabend des Weltfriedenskongresses 1949 in Paris Pablo Picassos Tochter geboren wurde, nannte er sie „Paloma“ – das spanische Wort für Taube. Picasso entwarf zudem die Silhouette einer Taube, die seitdem weltweites Friedenssymbol ist.

 

Wolfgang Will arbeite jahrelang als Auslandskorrospodent für den Axel-Springer-Verlag und als Chefredakteur u.a. in New York

 

 


Autor: Wolfgang Will
Bild Quelle: Gedalya Lubman, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Dienstag, 28 Februar 2023

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