Putsch in Niger: Krieg zur Rettung der „Klimarettung“?

Putsch in Niger: Krieg zur Rettung der „Klimarettung“?


Das politische Schicksal der deutschen Hampel-Regierung ist nicht nur mit den Vorgängen im eigenen Land und in der Ukraine verstrickt: Ein Putsch im fernen Niger könnte den Uran-Nachschub für die französischen Atommeiler gefährden. Und somit stellt sich die Frage, wo das beste Gagaland aller Zeiten im Winter den Strom hernehmen will. Denn seit dem rotz-grünen „Atomausstieg“ werden rund 10 bis 15 % des täglichen Inlandsbedarfs aus Frankreich importiert.

Putsch in Niger: Krieg zur Rettung der „Klimarettung“?

Von Ramiro Fulano

Meine Damen und Herren, es ist vielleicht bloß ein Gerücht, dass die erste und beste Bundesaußen-Feminister*in jederlei Geschlechts derzeit mit einem Intensiv-Sprachkurs ausgelastet wird, damit sie lernt, das Wort „Niger“ so auszusprechen, dass es nicht nach Rassismus klingt (langes „I“, kurzes „E“, liebe Annalena). Derweil wird nebenan – im ökopathisch-korrekt umbenannten „Bismarck-Zimmer“ des Äh-Äh – bereits überlegt, wie man mit den Folgen des am Wochenende erfolgten gewaltsamen Richtungswechsels in der Politik dieses Wüstenstaats südlich von Algerien und Libyen umgehen wird.

Natürlich kann es dem Wertewesten – namentlich Krautlands Erbfreund Krankreich – auch in Zukunft völlig egal sein, was aus den 26 Millionen Menschen in einem der ärmsten Ländern des Planeten wird. In Niger liegt ein Jahreseikommen bei 1.800 Dollar pro Kopf – entspricht also einem in Germoney durchaus üblichen monatlichen Nettoeinkommen.

Niger – nicht zu verwechseln mit Nigeria, das zum British Empire zählte und sich mit dem Ende des Kolonialismus nicht unbedingt zu den absoluten Katastrophengebieten des afrikanischen Kontinents entwickelt hat – ist nach 60 Jahren Postkolonialismus der lebende Beweis dafür, was man sich in Paris unter einer „Entwicklungspartnerschaft“ vorstellt: Der eine genießt die Entwicklung, der andere bezahlt für die „Partnerschaft“.

Oder, um es mit anderen Worten zu sagen: Niger wurde 60 Jahre lang nach allen Regeln der Finanzkunst (Stichwort: CFA-Franc) von Frankreich ausgeraubt und in der französischen Teppichetage von Politik, Wirtschaft und Staat möchte man, dass es zumindest noch die nächsten 60 Jahre so weitergeht. Bemerkenswert ist daran bloß, dass das von einer Öffentlichkeit, die sich „kritisch“ und „aufgeklärt“ wähnt, als Triumph des Postkolonialismus durchgewunken wird.

Niger exportiert aus zwei großen Uranerz-Minen, sie sich über die Konsortien SOMAI und COMINAK fest in französischer Hand befinden, rund 80 % des Urans, das die Grande Nation zum Betrieb ihrer Atommeiler benötigt. Selbstverständlich gibt es auch andere Uranexporteure auf der Welt. Der mit weitem Abstand bedeutendste ist Kasachstan. Dieser zentralasiatische Steppenstaat produziert fast die Hälfte des weltweiten Bedarfs, aber auch Usbekistan und Russland sind leistungsstarke Uranerz-Produzenten, wenngleich zumindest die Russische Föderation derweil mit jenen Sanktionen bewehrt ist, mit denen sich der Wertewesten in den Fuß und seiner Bevölkerung fortgesetzt in beide Knie schießt.

Uranerz aus Niger zeichnet sich nicht nur durch eine relative geografische Nähe zu seinen französischen Abnehmern aus, sondern ist vor allem besonders billig: Immerhin kommt die Bevölkerung dort im Durchschnitt mit 150 Dollar pro Monat aus – ob sie will, oder nicht. Ein Tarif, zu dem man in Mitteleuropa nicht mal ans Arbeiten denken würde.

Nun werden Sie vielleicht sagen, Niger ist ein weit entferntes Land, von dem wir wenig wissen. Und die derzeit in den deutschen Massenmedien angeschlagenen Töne bestätigen Sie in dieser Ansicht. Aber bedenken Sie auch, meine Damen und Herren, dass der französische Atomstrom nicht nur für den französischen Binnenmarkt produziert wird – beileibe nicht: Immerhin importiert das beste Gagaland aller Zeiten inzwischen 10 bis 15 % seines Tagesbedarfs aus französischen Atommeilern, damit die deutsche Ökopathie ihren nützlichen Idiot*innen jederlei Geschlechts auch in Zukunft vormachen kann, sie hätte in Deutschland einen „Atomausstieg“ und eine „Energiewende“ vollbracht. Froh zu sein Bedarf es wenig, und die „Klimaretter*innen“ jederlei Geschlechts sind sogar sehr froh.

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Einen „Atomausstieg“ und eine „Energiewende“ gab es nachweislich nicht: Der Atomstrom, der zuvor in Deutschland produziert wurde, kommt bloß aus Frankreich, und wenn das nicht reicht, werden in Tschechien und Polen ein paar gute alte Kohlekraftwerke hochgefahren, damit Herr und Frau Doktor Müller-Schreckschraub auch morgen noch in ihr E-Auto steigen können um im falschen Glanz ihrer linksalternativen moralischen Überlegenheit am Straßenverkehr teilzunehmen und die übrige Menschheit in ihren schnöden (aber weder von Atomstrom noch von Kohlekraftwerken abhängigen) „Verbrennern“ zu verachten. Tatsächlich steigt der CO2-Ausstoß seit der „Energiewende“ heiter weiter – nur eben in Tschechien und Polen, nicht in Tauberbischofsheim oder Plön.

All diese linksalternativen Errungenschaften stehen auch durch den Putsch in Niamey auf dem Spiel. Und es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass dort gewaltsam die Regierung wechselt. Seit Ende der französischen Kolonialverwaltung – bzw. deren Überführung in eine zeitgemäße und lukrative Rechtsform (was mit dem Ausbau des französischen Atom-Programms zusammenfiel) – gab es in der Hauptstadt des Nigers ebenso viele zivile wie militärische Regierungen. Aber selbst, wenn vor der Einschwörung einer neuen Junta zu den Wahlurnen geschritten wurde, war das praktische Ergebnis der offiziellen Politik nicht unbedingt besser, als wenn die lokalen Günstlinge des französischen „Post“-Kolonialismus die Machtfrage direkt untereinander klärten – so wie am letzten Wochenende geschehen.

Brisant wird diese Entwicklung, weil die beiden großen Uranerz-Minen die französischen Atomkraftwerke und mit ihnen die offizielle Politik in Bullerbü, der deutschen Welthauptstadt, am Laufen halten. In einer vorzüglichen Ironie der Geschichte scheint das Schicksal der vermutlich dümmsten und bösartigsten deutschen Nachkriegsregierung – die sich nur zu gerne Friede, Freude, Eierkuchen auf die Fahnen schreiben würde – also mit neokolonialen Interventionen zur Rettung des französischen Atom-Sektors verstrickt. Man braucht ein Herz aus Stein, um darüber nicht zu lachen.

Immerhin wurde angesichts des Putsches in Niamey sowohl in Washington wie dessen Satellitenstaaten in der EU blitzschnell mit dem Säbel gerasselt: Eine militärische Intervention zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Machtverhältnisse, vor allem aber des billigen Nachschubs für die französische Atombranche und deren Kunden in Krautland, steht auf dem Programm. Es wäre die zweite militärische Intervention, an der sich die deutsche Hampel-Regierung beteiligt und der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr, der maßgeblich zur „Klimarettung“ – aber nicht zur Rettung einer gescheiterten Idee – fällig würde.

Und jetzt soll jemand behaupten, rotz-grüne Politik würde die Welt besser oder auch nur friedlicher machen.


Autor: Ramiro Fulano
Bild Quelle: Vincent van Zeijst, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons


Mittwoch, 02 August 2023

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