Doppelte Botschaften: UN-Ernährungschefin McCain lobt Versorgung in Jerusalem – klagt Israel in Gaza anDoppelte Botschaften: UN-Ernährungschefin McCain lobt Versorgung in Jerusalem – klagt Israel in Gaza an
Erst sprach Cindy McCain von dramatischen Verbesserungen und prall gefüllten Märkten in Gaza, dann beschuldigte sie Israel öffentlich, für Hunger verantwortlich zu sein. Das doppelte Spiel der UN-Beamtin offenbart ein Muster, das Israel in der internationalen Debatte immer wieder erlebt.
Als Premierminister Benjamin Netanyahu diese Woche in Jerusalem Cindy McCain empfing, die Direktorin des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, war die Stimmung erstaunlich konstruktiv. Begleitet von US-Senator Lindsey Graham, berichtete McCain nach Angaben des israelischen Premierministerbüros von einem „dramatischen Fortschritt“ bei der Versorgungslage in Gaza. Lebensmittel seien verfügbar, die Preise seien gesunken, Märkte gut gefüllt – so lautete ihre Einschätzung gegenüber der israelischen Regierung.
Nur wenige Tage später folgte jedoch eine völlig andere Botschaft. In einem Videoclip, aufgenommen mitten in Gaza, sprach McCain von „Hunger“ und forderte Israel auf, zusätzliche Grenzübergänge für humanitäre Hilfslieferungen zu öffnen. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte sie sogar, sie habe „persönlich Mütter und Kinder getroffen, die hungern“.
Die israelische Seite reagierte empört. In einer offiziellen Mitteilung hieß es, McCain habe im Gespräch ausdrücklich bestätigt, dass Hamas Hilfsgüter plündere, diese auf dem Schwarzmarkt verkaufe und so den Zugang der Bevölkerung zum Essen erschwere. „Es ist bedauerlich, dass McCain nach der Begegnung Aussagen verbreitet, die das Gegenteil von dem darstellen, was sie in Jerusalem gesagt hat“, so Netanyahus Büro. Israel betonte zudem, dass regelmäßig und in ausreichender Menge Nahrungsmitteltransporte nach Gaza gelangen – blockiert werde der Zugang von der Hamas, die das Leid der Bevölkerung für ihre politische Propaganda instrumentalisiere.
Diese Diskrepanz ist nicht nur ein diplomatisches Detail. Sie wirft die grundsätzliche Frage auf, inwieweit internationale Institutionen sich von Bildern und Emotionen leiten lassen – und ob sie bereit sind, Terrororganisationen wie Hamas als zentrale Ursache der humanitären Misere klar zu benennen. Denn auch McCain hatte in Jerusalem eingeräumt: Die eigentliche Blockade sei hausgemacht – Hilfsgüter würden entwendet, verteilt oder zu Wucherpreisen verkauft, während die eigene Bevölkerung darunter leidet.
Israel fordert deshalb, das Welternährungsprogramm solle eng mit der humanitären Hilfsstiftung GHF zusammenarbeiten, die nachweislich erfolgreich und transparent Lebensmittel nach Gaza bringt. „Die einzigen, die in Gaza bewusst ausgehungert werden, sind unsere Geiseln in den Händen der Hamas“, heißt es abschließend aus dem Büro des Premierministers.
Die widersprüchlichen Botschaften McCains sind ein Symptom einer größeren Entwicklung: Wer in internationalen Gremien zu Gaza spricht, steht unter massivem politischem Druck. Das führt dazu, dass im geschlossenen Raum andere Worte fallen als vor laufender Kamera. Für Israel hat das fatale Konsequenzen, weil sich die öffentliche Wahrnehmung fast ausschließlich nach den Bildern und Schlagzeilen richtet – nicht nach den tatsächlichen Fakten, die in den Gesprächen längst eingeräumt werden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO
Samstag, 30 August 2025