UN-Solidaritätstag blendet 800.000 vertriebene Juden aus – ein moralisches VakuumUN-Solidaritätstag blendet 800.000 vertriebene Juden aus – ein moralisches Vakuum
Am 29. November feiert die UN „Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ – und ignoriert zugleich jene Hunderttausenden Juden, die aus arabischen Staaten vertrieben, beraubt und entrechtet wurden. Diese selektive Erinnerung ist nicht nur Geschichtsklitterung, sondern ein Schlag ins Gesicht aller, die bis heute unter diesem Schweigen leiden.
Die Vereinten Nationen begehen Jahr für Jahr denselben symbolpolitischen Akt: Sie rufen zur Solidarität mit den Palästinensern auf – ausgerechnet am Jahrestag der UN-Teilungsresolution von 1947, die die arabische Welt ablehnte, um den entstehenden jüdischen Staat militärisch zu vernichten. Die Wahl dieses Datums war nie Zufall, sondern ein politisches Signal. Denn wer auf diese Weise Gedenken betreibt, stilisiert arabische Aggression zur palästinensischen Opfergeschichte und radiert die Hälfte der historischen Realität aus.
Zu dieser Realität gehört, dass Israel am 30. November den Exodus von mehr als 800.000 Juden aus arabischen und muslimischen Ländern erinnert. Familien, die über Jahrhunderte Teil des Nahen Ostens waren, wurden nach 1948 zu Vogelfreien erklärt: Pogrome, Misshandlungen, Enteignungen – und schließlich die Flucht. Es waren die größten jüdischen Bevölkerungsbewegungen seit der Shoah, und doch tauchen sie im UN-Diskurs kaum auf. Dass die Organisation gleichzeitig Palästinensern ein vererbbares Flüchtlingsprivileg verleiht, während sie die jüdischen Vertriebenen der Region systematisch ignoriert, zeigt den moralischen Abgrund dieser Institution.
Israel kennt die Statistiken, die die UN nicht hören möchte: 259.000 Juden flohen aus Marokko, 140.000 aus Algerien, 100.000 aus Tunesien, 75.000 aus Ägypten, 38.000 aus Libyen. Aus Irak wurden 135.000 Menschen vertrieben, aus Jemen 55.000, aus Syrien 18.000, aus dem Libanon 20.000. Ganze Jahrtausende jüdischer Geschichte wurden ausgelöscht – bis in die Gegenwart hinein, wie das Schicksal des jemenitischen Juden Levi Salem Musa Marhabi zeigt, der seit 2016 in einem Huthi-Gefängnis gefoltert wird. Dieses Leid kennt in der UN keinen Platz.
Während die Vereinten Nationen am 29. November die palästinensische „Nakba“ ins Zentrum rücken, verschweigen sie, dass die arabischen Staaten den Krieg von 1948 begannen – und nach ihrer Niederlage ihre jüdischen Minderheiten kollektiv bestraften. Diese selektive Empathie hat politische Folgen. Zwei Jahre nach dem Massaker des 7. Oktober 2023 wirken die Rituale der UN besonders verstörend. Denn während Israel seine Toten begrub und seine Überlebenden durch ein Trauma ungekannten Ausmaßes begleitet, widmen sich internationale Institutionen weiterhin einer einseitigen Opfererzählung, die israelisches Leid bewusst ausblendet.
Es ist nicht nur die Geschichte, die verdreht wird, es sind auch die Gegenwarten: ungezählte Israelis, die ihre Häuser wegen Raketen aus Gaza und dem Libanon verlassen mussten, wurden international kaum erwähnt. Kinder werfen sich bei Donner zu Boden, weil der Klang die Erinnerung an Einschläge auslöst. Familien leben seit zwei Jahren zwischen Notunterkünften, Angst und Sirenen. Wessen Solidarität gilt ihnen?
In Europa und den USA sehen sich jüdische Gemeinschaften einer Welle an Bedrohungen, Einschüchterungen und Hetze ausgesetzt. Auf Universitätscampus werden jüdische Studenten als Freiwild behandelt, Synagogen eingekesselt, Veranstaltungen über Israel physisch blockiert. Das Gerede von „Solidarität“ überdeckt, dass die UN und viele westliche Institutionen längst die moralische Orientierung verloren haben. Wer Massaker relativiert, wer Täter und Opfer vertauscht, wer jüdisches Leid ignoriert, betreibt keine Diplomatie – sondern macht sich zum Sprachrohr derer, die Juden seit 75 Jahren aus dem Nahen Osten vertreiben wollten.
Selbst Demonstrationen in New York und London, die jüdische Gemeinden unmittelbar angriffen, wurden von lokalen Politikern beschönigt oder gar legitimiert. Dieselben Stimmen, die Israel das Existenzrecht absprechen, sprechen sich nun das Recht auf moralische Überlegenheit zu. Doch die Realität ist eine andere: Die antisemitischen Übergriffe dieser Jahre treiben immer mehr Juden zur Rückkehr nach Israel. Jede Parole gegen Zionismus, jedes verharmloste Drohgebärde, jedes Schweigen nach Gewalt stärkt die Erkenntnis, die sich wie ein roter Faden durch die jüdische Geschichte zieht: Am Ende gibt es nur ein Land, das Juden nicht nur duldet, sondern schützt.
Die UN markieren am 29. November eine Solidarität, die auf einem halben Bild basiert. Solange die jüdischen Flüchtlinge aus dem arabischen Raum unsichtbar bleiben, solange israelisches Leid zur Fußnote degradiert und antisemitische Gewalt verharmlost wird, ist dieser Gedenktag nicht Ausdruck von Menschlichkeit – sondern Symbol für eine moralische Schieflage, die weit über das Jahr 1947 hinausreicht.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: GPO
Samstag, 29 November 2025