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Fast Katastrophe: Arbeiter im Frachtraum eingeschlossen, Passagiere hören Hilferufe

Fast Katastrophe: Arbeiter im Frachtraum eingeschlossen, Passagiere hören Hilferufe


Eine Maschine von Air Canada Rouge rollt bereits zur Startbahn, als plötzlich Hilferufe aus dem Frachtraum zu hören sind. Ein Bodenmitarbeiter ist eingeschlossen. Dass der Vorfall glimpflich endet, ist pures Glück.

Fast Katastrophe: Arbeiter im Frachtraum eingeschlossen, Passagiere hören Hilferufe

Es ist eine dieser Situationen, bei denen Sekunden über Leben und Tod entscheiden. Am 13. Dezember 2025 stand eine Inlandsmaschine von Air Canada Rouge kurz vor dem Abheben, als Passagiere plötzlich Schreie und heftige Schläge wahrnahmen. Die Geräusche kamen aus dem Frachtraum direkt unter der Kabine. Zunächst herrschte Unklarheit, dann Alarm.

Der Kapitän entschied sich, den Startvorgang sofort abzubrechen. Die Maschine kehrte umgehend zum Gate am Toronto Pearson International Airport zurück. Dort folgte die erschütternde Entdeckung: Ein Mitarbeiter der Bodenabfertigung war im Frachtraum eingeschlossen worden, offenbar nachdem dieser bereits verriegelt war.

Der Mann konnte befreit werden. Er überlebte unverletzt. Doch die Erleichterung über den glimpflichen Ausgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie dramatisch die Lage tatsächlich war. Wäre das Flugzeug wenige Minuten später gestartet, hätte sich die Situation drastisch verändert. Zwar sind Frachträume moderner Verkehrsflugzeuge in der Regel druckreguliert, doch Kälte, Sauerstoffmangel und Orientierungslosigkeit stellen ein akutes Risiko dar.

Ein von einem Passagier veröffentlichtes Video dokumentiert die Durchsage des Piloten. Seine Worte wirken ungewöhnlich offen und zugleich erschüttert. Er erklärte, ihm sei so etwas in seiner gesamten Laufbahn noch nie passiert und hoffte, es werde auch nie wieder vorkommen. Man müsse nun „nur noch Papierkram erledigen“, sagte er - eine Formulierung, die im Kontrast zur Schwere des Vorfalls steht.

Die betroffene Maschine war auf dem Weg von Toronto nach Moncton. Statt planmäßig am frühen Abend zu landen, verzögerte sich der Abflug um rund fünf Stunden. Für die Passagiere war das ärgerlich. Für den eingeschlossenen Arbeiter hätte es tödlich enden können.

Der Vorfall wirft grundlegende Fragen zur Sicherheitskultur am Boden auf. Wie konnte es passieren, dass ein Mensch im Frachtraum übersehen wird? Welche Kontrollmechanismen haben versagt? Und warum wurde der Fehler erst bemerkt, als Passagiere bereits um ihr eigenes Sicherheitsgefühl fürchteten?

Besonders brisant ist der Vergleich mit einem ähnlichen Fall im Frühjahr 2025. Damals wurde bei einer anderen Fluggesellschaft ein Bodenarbeiter erst nach dem Start entdeckt. Er überlebte, trug jedoch schwere gesundheitliche Schäden davon. Der aktuelle Vorfall zeigt, dass es sich nicht um ein singuläres, theoretisches Risiko handelt, sondern um ein reales, wiederkehrendes Problem.

Luftfahrt lebt von klaren Abläufen, Checklisten und Redundanzen. Jeder Handgriff soll überprüft, jede Phase abgesichert sein. Wenn dennoch ein Mensch im Frachtraum eingeschlossen wird, dann ist das kein banaler Betriebsfehler, sondern ein strukturelles Versagen.

Dass dieser Vorfall ohne Todesopfer endete, ist Glück. Mehr nicht. Die Verantwortung, daraus Konsequenzen zu ziehen, liegt nun bei der Airline, bei den Bodenabfertigern und bei den Aufsichtsbehörden. Denn beim nächsten Mal könnte niemand mehr rechtzeitig auf die Schreie hören.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X


Sonntag, 11 Januar 2026

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