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China verbietet westliche Cybersicherheitssoftware – auch israelische Unternehmen betroffen

China verbietet westliche Cybersicherheitssoftware – auch israelische Unternehmen betroffen


Peking verschärft den technologischen Konfrontationskurs mit dem Westen. Chinesische Unternehmen sollen keine westlichen Sicherheitsprogramme mehr einsetzen. Auf der Verbotsliste stehen erstmals auch mehrere israelische Firmen. Offiziell geht es um nationale Sicherheit, tatsächlich um geopolitische Macht und technologische Souveränität.

China verbietet westliche Cybersicherheitssoftware – auch israelische Unternehmen betroffen

Die chinesische Führung hat Unternehmen im eigenen Land angewiesen, auf den Einsatz westlicher Cybersicherheitssoftware zu verzichten. Betroffen sind nach Angaben mehrerer mit dem Vorgang vertrauter Quellen gegenüber Reuters nicht nur amerikanische, sondern auch israelische Anbieter. Der Schritt markiert eine neue Eskalationsstufe im technologischen Machtkampf zwischen China und dem Westen.

Offiziell begründet Peking die Entscheidung mit Risiken für die nationale Sicherheit. Westliche Software könne für Spionage, Sabotage oder verdeckte Zugriffe genutzt werden. Hinter den Kulissen wird der Schritt jedoch als Teil einer langfristigen Strategie gesehen, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu beenden und ein vollständig kontrollierbares, nationales Ökosystem aufzubauen.

Israelische Firmen erstmals explizit betroffen

Auf der internen Liste, die an chinesische Unternehmen verteilt wurde, finden sich mehrere bekannte israelische Cybersicherheitsfirmen. Dazu gehören unter anderem Check Point, CyberArk, Orca Security, Cato Networks und Imperva.

Auch zahlreiche amerikanische Anbieter wurden ausgeschlossen, darunter Palo Alto Networks, Fortinet, CrowdStrike, SentinelOne, McAfee und Mandiant. Für viele dieser Unternehmen kommt der Schritt nicht völlig überraschend, da sie in den vergangenen Jahren selbst öffentlich chinesische Hackergruppen für staatlich gelenkte Cyberangriffe verantwortlich gemacht hatten.

Cybersicherheit als geopolitisches Schlachtfeld

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Zwar gibt es derzeit eine Phase relativer Entspannung im Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigte Staaten, doch im Technologiesektor verschärft sich der Wettbewerb weiter. Halbleiter, künstliche Intelligenz und nun auch Cybersicherheit gelten in Peking als strategische Schlüsselindustrien, die nicht länger von ausländischen Akteuren kontrolliert werden sollen.

Aus chinesischer Sicht ist Cybersicherheitssoftware besonders sensibel. Diese Produkte haben tiefen Zugriff auf Netzwerke, Datenströme und Systemarchitekturen. In Peking wächst seit Jahren das Misstrauen, dass westliche Anbieter - freiwillig oder unter Druck ihrer Regierungen - Informationen an ausländische Geheimdienste weitergeben könnten.

Politisches Signal an Washington und Verbündete

Dass auch israelische Unternehmen betroffen sind, unterstreicht den politischen Charakter der Entscheidung. Israel gilt technologisch als eng mit den USA verbunden, viele Cybersicherheitsfirmen haben Wurzeln in militärischen oder nachrichtendienstlichen Einheiten. In chinesischen Sicherheitskreisen wird diese Nähe zunehmend als Risiko wahrgenommen.

Gleichzeitig ist der Schritt ein Signal an Washington: China ist bereit, westliche Anbieter auch in Bereichen auszuschließen, in denen sie bislang tief im chinesischen Markt verankert waren. Einige der betroffenen Firmen betreiben Niederlassungen, Supportzentren oder lokale Partnerschaften in China. Für sie bedeutet das Verbot nicht nur einen Imageverlust, sondern potenziell erhebliche wirtschaftliche Einbußen.

Schweigen in Peking, Unsicherheit bei Unternehmen

Die chinesische Cybersicherheitsbehörde sowie das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie reagierten bislang nicht auf Anfragen. Unklar ist auch, wie strikt das Verbot umgesetzt wird und wie viele Unternehmen die Anweisung tatsächlich erhalten haben. Beobachter rechnen jedoch damit, dass staatliche Betriebe und kritische Infrastrukturen als Erste umstellen müssen.

Für westliche und israelische Anbieter ist der Schritt ein weiteres Zeichen dafür, dass der chinesische Markt politisch immer schwerer kalkulierbar wird. Cybersicherheit ist längst kein rein technisches Feld mehr. Sie ist zu einem Instrument strategischer Abschottung geworden - und zu einem weiteren Frontabschnitt im globalen Machtkampf zwischen autoritären und westlichen Systemen.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By The White House - https://www.flickr.com/photos/202101414@N05/54890689419/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=177597783


Mittwoch, 21 Januar 2026

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