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UNO entscheidet am Holocaust Gedenktag, was Juden dürfen

UNO entscheidet am Holocaust Gedenktag, was Juden dürfen


Bei der Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen in New York wird ein jüdischer Besucher ausgeschlossen. Die UNO greift wegen einer israelischen Flagge ein und legt damit fest, welche Form jüdischer Identität akzeptiert wird.

UNO entscheidet am Holocaust Gedenktag, was Juden dürfen

Julian Voloj wurde im Gebäude der Vereinten Nationen in New York an der Teilnahme an der offiziellen Holocaust Gedenkveranstaltung gehindert. Voloj ist der Enkel von Holocaust Überlebenden und wollte wie in den vergangenen Jahren an der Zeremonie in der Generalversammlung teilnehmen.

Der Ausschluss erfolgt nach einem Eingreifen der UN Sicherheitskräfte an der Sicherheitskontrolle. Dort wird die jüdische Besucherin Lizzy Savetsky angehalten, weil sie einen Blazer mit einer israelischen Flagge trägt. Die Sicherheitsbeamten erklären ihr, dass sie mit diesem Symbol keinen Zutritt zur Veranstaltung erhält. Erst nachdem sie das Kleidungsstück ablegt, darf sie das Gebäude betreten.

Der Vorgang bleibt nicht folgenlos. Als Voloj beginnt, das Geschehen mit seinem Mobiltelefon zu fotografieren, greift ein Sicherheitsbeamter ein. Nach seinen Angaben wird er zur Seite geführt, sein Telefon wird ihm abgenommen, per Gesichtserkennung entsperrt und die Aufnahmen werden gelöscht. Anschließend entzieht man ihm den Zugangsausweis. Er wird aus dem UN Gebäude geführt und von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Voloj erklärt, dass er nicht in beruflicher Funktion anwesend gewesen sei, sondern ausschließlich als Familienangehöriger. Seine Großmutter überlebte als Jugendliche ein nationalsozialistisches Konzentrationslager in Transnistrien. Seit 2007 habe er nahezu jedes Jahr an der Holocaust Gedenkveranstaltung der UNO teilgenommen.

Der Vorfall verdeutlicht, dass die Vereinten Nationen an diesem Tag nicht nur über Erinnerung entscheiden, sondern faktisch darüber, welche jüdische Identität im eigenen Haus geduldet wird. Sichtbares Judentum, das mit dem Staat Israel verbunden ist, wird unterbunden.

Lizzy Savetsky äußert sich später öffentlich zu dem Vorgang und erklärt, sie sei aufgefordert worden, ihr Judentum vor dem Betreten der Veranstaltung abzulegen. Der Vorgang sei für sie besonders schwer wiegend gewesen, da es sich um einen Gedenktag für die Opfer der Shoah gehandelt habe.

Savetsky ist in den Vereinigten Staaten eine bekannte pro israelische Influencerin. Sie verließ 2022 die Fernsehsendung Real Housewives of New York und begründete diesen Schritt mit antisemitischen Erfahrungen. In mehreren Beiträgen wirft sie der UNO vor, Juden und Israel mit unterschiedlichen Maßstäben zu behandeln.

Nach Angaben Savetskys habe ein UN Mitarbeiter erklärt, dass eine palästinensische Flagge nicht beanstandet worden wäre. Die Vereinten Nationen haben diese Darstellung bislang nicht zurückgewiesen. Eine Stellungnahme zu dem Vorgehen der Sicherheitskräfte liegt nicht vor.

Israel und zahlreiche jüdische Organisationen kritisieren seit Jahren eine systematische Einseitigkeit der Vereinten Nationen gegenüber Jerusalem. Diese Haltung beschränkt sich nach Ansicht vieler Beobachter nicht auf politische Resolutionen, sondern prägt zunehmend auch das praktische Handeln innerhalb der Organisation.

Während im Plenarsaal Reden über Antisemitismus gehalten werden, wird außerhalb des Saals festgelegt, welche jüdischen Symbole als zulässig gelten. Der Ausschluss von Julian Voloj macht diese Widersprüchlichkeit sichtbar.

Voloj erklärte später, der Vorfall habe ihn tief getroffen. Ob er künftig erneut an der Holocaust Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen teilnehmen werde, ließ er offen.


Autor: Redaktion
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Mittwoch, 28 Januar 2026

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