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Massenangriff unter Wasser: Mindestens 40 Verletzte nach Piranha-Attacke in Argentinien

Massenangriff unter Wasser: Mindestens 40 Verletzte nach Piranha-Attacke in Argentinien


Ein Bad im Fluss wird zum Albtraum: In der argentinischen Stadt Victoria greifen aggressive Piranhas Dutzende Badegäste an. Behörden schließen Strände, Krankenhäuser rufen Notfallalarm aus und Experten warnen vor weiteren Vorfällen.

Massenangriff unter Wasser: Mindestens 40 Verletzte nach Piranha-Attacke in Argentinien

Was für viele Menschen ein gewöhnlicher Sommertag am Fluss Paraná werden sollte, verwandelte sich in Nordargentinien innerhalb weniger Minuten in ein Szenario aus Angst, Blut und Chaos. Mindestens 40 Menschen wurden verletzt, nachdem sie beim Baden von Schwärmen aggressiver Piranhas angegriffen worden waren. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Kinder. Einer der Betroffenen verlor sogar Teile eines Fingers. Die lokalen Behörden reagierten mit drastischen Maßnahmen und ordneten die sofortige Schließung des betroffenen Strandabschnitts an.

Der Vorfall ereignete sich in der beliebten Baderegion nahe der Stadt Victoria, einem bekannten Ausflugsziel in der Provinz Entre Ríos. Bei sommerlichen Temperaturen hatten sich zahlreiche Familien am Ufer des Paraná versammelt, um Abkühlung zu suchen. Doch statt Erholung wartete eine unsichtbare Gefahr im trüben Wasser. Augenzeugen berichten, dass plötzlich Schreie zu hören waren und Badegäste panisch aus dem Fluss rannten. Viele von ihnen bluteten stark an Händen, Füßen und Beinen.

Im örtlichen Krankenhaus Fermín Salaberry wurde umgehend Großalarm ausgelöst. Die Notaufnahme erklärte einen Massenanfall von Verletzten. Ärzte und Sanitäter arbeiteten unter Hochdruck, um die zahlreichen Bisswunden zu versorgen. Rettungsschwimmer Alejandro Martín schilderte der argentinischen Presse die dramatischen Stunden: Er allein habe 46 Verletzte behandelt und dabei mehrere komplette Erste-Hilfe-Sets verbraucht. „Alle hatten ernsthafte Verletzungen“, erklärte er. „Ein Mann verlor den oberen Teil eines Fingers.“

Die Bisswunden der Piranhas können tief und äußerst schmerzhaft sein. Anders als viele Menschen glauben, greifen die Raubfische normalerweise nicht ohne Grund an. Doch bestimmte Umweltbedingungen können ihr Verhalten massiv beeinflussen. Genau diese Faktoren waren nach Einschätzung von Fachleuten in den vergangenen Tagen in der Region gegeben.

Der Paraná-Fluss befindet sich derzeit auf einem historisch niedrigen Wasserstand. Gleichzeitig herrschen in Argentinien außergewöhnlich hohe Temperaturen. Diese Kombination führt dazu, dass sich die Piranhas näher an die Uferbereiche bewegen, wo sie leichter an Nahrung gelangen. Sinkende Wasserstände bedeuten zudem, dass sich Fischschwärme stärker konzentrieren und damit auch aggressiver reagieren.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: In beliebten Badegebieten werden häufig Essensreste ins Wasser geworfen. Dadurch werden die ohnehin territorialen Tiere zusätzlich angelockt. Sobald sie Blut wahrnehmen, können Piranhas in einen regelrechten Fressrausch geraten. Für ahnungslose Badegäste wird dies zur unmittelbaren Gefahr.

Die Behörden in Victoria hatten bereits vor dem Vorfall Warnschilder aufgestellt und auf das Risiko hingewiesen. Dennoch ignorierten viele Besucher die Hinweise und betraten das Wasser an nicht freigegebenen Stellen. Nach den jüngsten Ereignissen gibt es nun deutlich strengere Maßnahmen. Der Strandabschnitt wurde komplett gesperrt, rote Warnflaggen wurden gehisst und zusätzliche Sicherheitskräfte eingesetzt.

Lokale Politiker und Rettungsdienste stehen nun unter massivem Druck, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Rettungsschwimmer Martín fordert langfristige Lösungen: Er plädiert für die Installation spezieller Schutznetze entlang des Ufers, die Badebereiche von den natürlichen Lebensräumen der Piranhas trennen sollen. Geplant ist ein System aus zwei Meter hohen Netzen, befestigt mit Ketten und Bojen, das mindestens bis April bestehen bleiben soll.

Die jüngste Attacke ist kein völlig isoliertes Ereignis. In den vergangenen Jahren kam es in verschiedenen südamerikanischen Ländern immer wieder zu ähnlichen Zwischenfällen. Besonders in heißen Sommermonaten häufen sich Berichte über Piranha-Bisse. Doch die Zahl der Verletzten in Victoria zählt zu den höchsten, die jemals in so kurzer Zeit registriert wurden.

Für die betroffenen Familien bleibt das Ereignis ein traumatisches Erlebnis. Eltern berichten, wie sie ihre Kinder mit blutenden Füßen aus dem Wasser ziehen mussten. Viele Badegäste hatten zunächst geglaubt, sie seien auf Glasscherben oder scharfe Gegenstände getreten, bevor ihnen klar wurde, dass sie von Fischen attackiert worden waren.

Die Behörden rufen die Bevölkerung nun eindringlich zur Vorsicht auf. Kinder sollen nicht unbeaufsichtigt ins Wasser gehen, und im Falle eines Bisses müsse sofort medizinische Hilfe gesucht werden. Auch wenn die Verletzungen in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich sind, besteht ein hohes Infektionsrisiko.

Der Vorfall macht deutlich, wie empfindlich das ökologische Gleichgewicht in Regionen wie dem Paraná-Fluss ist. Klimatische Veränderungen, Niedrigwasser und menschliches Fehlverhalten können zusammenwirken und gefährliche Situationen hervorrufen. Für viele Argentinier ist der Fluss ein Ort der Erholung und des Alltags. Doch die Ereignisse dieser Tage zeigen, dass die Natur ihre eigenen Gesetze hat und dass sie manchmal auf brutale Weise daran erinnert.

Experten rechnen damit, dass die Gefahr weiterer Attacken in den kommenden Wochen bestehen bleibt. Erst wenn der Wasserstand wieder steigt und die Temperaturen sinken, dürfte sich die Lage entspannen. Bis dahin bleibt der Paraná für Badegäste ein Ort, der mit äußerster Vorsicht zu genießen ist.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Samstag, 07 Februar 2026

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