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„F* Tel Aviv, f*** Israel“: Israelische Touristen in Thailand antisemitisch angegriffen**

„F* Tel Aviv, f*** Israel“: Israelische Touristen in Thailand antisemitisch angegriffen**


Ein entspannter Urlaubstag in Phuket endet in offener Judenfeindlichkeit und Gewalt. Was als gewöhnlicher Nachmittag am Hotelpool begann, verwandelte sich in eine Szene, die zeigt, wie tief der Hass auf Israelis inzwischen weltweit reicht.

„F* Tel Aviv, f*** Israel“: Israelische Touristen in Thailand antisemitisch angegriffen**

Ein Urlaub soll ein Ort der Erholung sein, ein Raum fern von politischen Konflikten und Alltagsstress. Für eine Gruppe junger Israelis wurde der Traum von Ruhe und Abstand jedoch in wenigen Minuten zerstört. Am Samstagmittag gerieten mehrere israelische Touristen in einem bekannten Hotel auf der thailändischen Insel Phuket in eine aggressive Auseinandersetzung, die offen antisemitische Züge trug und in Handgreiflichkeiten mündete.

Izik, ein Israeli aus Ramat Gan, war gemeinsam mit Freunden nach Thailand gereist, um einige Tage abzuschalten. Das Hotel, in dem sie übernachteten, ist bei vielen israelischen Reisenden beliebt. An diesem Tag hielten sich zahlreiche Gäste aus Israel am Pool auf. Die Stimmung war ausgelassen, Musik lief, Menschen unterhielten sich, lachten, genossen die Sonne. Einer von Iziks Freunden kam mit dem DJ ins Gespräch und bat ihn, einige hebräische Lieder zu spielen. Der DJ ging darauf ein. Wenig später lief der Song „Tel Aviv“ von Omer Adam. Für die Israelis war das ein Stück Heimat für andere Gäste offenbar ein unerträglicher Affront.

Plötzlich begann eine Frau, die sich mit zwei männlichen Begleitern im Poolbereich aufhielt, lautstark zu schreien. Die Worte, die sie wählte, ließen keinen Zweifel an ihrer Haltung: „F*** Tel Aviv, f*** Israel.“ Die Beschimpfungen richteten sich gezielt gegen die anwesenden Israelis. Eine von ihnen, Angie Viton, eine junge Frau aus Tel Aviv, reagierte. Sie konnte und wollte den offenen Hass nicht einfach hinnehmen.

„Ich war wütend und schockiert“, erzählt Angie später. „Ich habe ihr gesagt, dass ich arabisch-israelisch bin und stolz auf mein Land. Ich habe ihr gesagt, dass ich ihre Hetze nicht akzeptiere.“ Angie kündigte an, die Frau zu filmen, um den Vorfall zu dokumentieren. In dem Moment, als sie zu ihrem Telefon griff, eskalierte die Situation. Die aggressive Touristin stieß sie heftig zur Seite. Angie stürzte und verletzte sich am Bein.

Spätestens jetzt war klar, dass es sich nicht um einen harmlosen Streit handelte, sondern um eine gezielte Attacke. Izik bemerkte die Szene, eilte herbei und half seiner Freundin. „Ich sah, wie Angie zu Boden ging“, berichtet er. „Wir sind sofort zu ihr gelaufen. Sie hat uns erzählt, was passiert war. Innerhalb von Minuten hatten sich viele Israelis um die Angreiferin versammelt.“

Die Reaktion der anwesenden Gäste war eindeutig. Anstatt die Beleidigungen schweigend hinzunehmen, begannen die Israelis gemeinsam zu singen: „Am Israel Chai“, das traditionelle Lied, das für das Überleben und den Zusammenhalt des jüdischen Volkes steht. Es war eine spontane, emotionale Antwort auf den Hass, der ihnen entgegengeschlagen war.

Sicherheitskräfte des Hotels wurden alarmiert und trafen ein, um die Situation zu beruhigen. Angie erhielt medizinische Erstversorgung. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Frau und ihre Begleiter gar keine Hotelgäste waren. Sie hatten sich unbefugt Zutritt zum Poolbereich verschafft. Das Personal verwies sie umgehend des Geländes.

Zurück blieb eine Gruppe israelischer Urlauber, die sich fragen musste, warum sie selbst in einem weit entfernten Ferienparadies plötzlich Zielscheibe von Antisemitismus werden konnten. Der Vorfall ist kein Einzelfall. Seit Jahren berichten Israelis weltweit von zunehmender Feindseligkeit. Was früher vor allem in politischen Debatten oder auf Demonstrationen geschah, verlagert sich immer häufiger in den Alltag, in Hotels, auf Straßen, in Restaurants.

Der Zwischenfall in Phuket zeigt in erschreckender Klarheit, wie normalisiert der Hass auf Israel und Juden in manchen Kreisen geworden ist. Eine einfache Bitte um hebräische Musik reichte aus, um aggressive Ressentiments freizusetzen. Dass eine Frau angegriffen wurde, weil sie sich gegen antisemitische Beleidigungen wehrte, verdeutlicht, wie schnell Worte zu Taten werden können.

Besonders alarmierend ist, dass der Vorfall nicht von organisierten Aktivisten ausging, sondern von gewöhnlichen Touristen. Es waren keine politischen Parolen auf einer Demonstration, sondern rohe Emotionen am Rand eines Swimmingpools. Genau das macht die Situation so gefährlich: Antisemitismus braucht heute keine Bühne mehr. Er zeigt sich offen, unverblümt und ohne Scham.

Für Izik und seine Freunde bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Sie wollten Abstand von Spannungen und Konflikten, doch der Hass verfolgte sie bis ans andere Ende der Welt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass jüdische Identität selbst im Urlaub nicht einfach abgelegt werden kann. Und dass es Menschen gibt, die allein die Existenz Israels als persönliche Provokation empfinden.

Der Vorfall endet ohne schwere Verletzungen, doch die Botschaft ist klar. Wer heute Israel beleidigt, fühlt sich vielerorts sicher genug, dies laut und aggressiv zu tun. Dass eine Gruppe Touristen geschlossen aufstand und mit Stolz reagierte, ist ermutigend. Aber es ändert nichts daran, dass antisemitische Ausfälle inzwischen auch dort stattfinden, wo man sie am wenigsten erwartet.

Thailand gilt als eines der beliebtesten Reiseziele für Israelis. Gerade deshalb schmerzt der Zwischenfall besonders. Er erinnert daran, dass der Kampf gegen Judenhass nicht nur in politischen Gremien oder sozialen Medien geführt wird, sondern überall dort, wo Menschen einander begegnen.

Die Welt mag sich verändern, der Antisemitismus bleibt. Und er zeigt immer wieder sein hässliches Gesicht, selbst unter Palmen.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Sonntag, 08 Februar 2026

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