Wir brauchen Ihre Hilfe: haOlam.de arbeitet ohne Verlag. Damit wir unsere Arbeit in gewohnter Qualität fortsetzen und laufende Aufgaben abschließen können, sind wir weiter auf Unterstützung angewiesen.
UN-Beauftragte Albanese erklärt Israel zum „gemeinsamen Feind der Menschheit“

UN-Beauftragte Albanese erklärt Israel zum „gemeinsamen Feind der Menschheit“


Auf einem Propaganda-Forum des katarischen Senders Al Jazeera erklärt UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese Israel zum „gemeinsamen Feind der Menschheit“. Ein beispielloser Skandal, der zeigt, wie tief antisemitische Ideologie inzwischen in Strukturen der Vereinten Nationen verankert ist.

UN-Beauftragte Albanese erklärt Israel zum „gemeinsamen Feind der Menschheit“

Was sich in Doha abgespielt hat, markiert einen neuen Tiefpunkt in den ohnehin schwer belasteten Beziehungen zwischen Israel und den Vereinten Nationen. Francesca Albanese, Sonderberichterstatterin der UN für die palästinensischen Gebiete, trat beim Al Jazeera Forum in der katarischen Hauptstadt auf und formulierte dort einen Satz, der seitdem weltweit für Empörung sorgt. Sie erklärte vor internationalem Publikum, die Menschheit habe „einen gemeinsamen Feind“.

Albanese nannte in diesem Moment keinen Staat ausdrücklich beim Namen. Doch der Zusammenhang ihrer Rede ließ für viele Beobachter keinen Zweifel daran, worauf sie hinauswollte. Über weite Strecken griff sie Israel massiv an, warf dem Land vor, internationales Recht zu verletzen, und beschuldigte westliche Medien, eine angeblich falsche Darstellung der Realität zu verbreiten. Israel erschien in ihren Ausführungen nicht als Staat unter vielen, sondern als zentrales Problem einer globalen Ordnung, die sie als moralisch beschädigt beschrieb.

Israelische Diplomaten reagierten umgehend und scharf. Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, sprach von einem Missbrauch des UN-Mandats und warf Albanese vor, politische Propaganda zu betreiben. Auch andere israelische Vertreter kritisierten, dass eine offizielle Mandatsträgerin der Vereinten Nationen eine Sprache verwende, die nicht zur Vermittlung beitrage, sondern den Konflikt weiter verschärfe.

Der Ort ihres Auftritts verstärkte die Brisanz zusätzlich. Das Forum wurde vom katarischen Sender Al Jazeera organisiert und brachte zahlreiche Akteure zusammen, die seit Jahren zu den schärfsten Kritikern Israels gehören. Unter den Teilnehmern befanden sich auch der Hamas-Funktionär Khaled Mashaal sowie der iranische Außenminister Abbas Araghchi. Beide stehen für politische Kräfte, die Israel offen ablehnen und bekämpfen. Allein die Tatsache, dass eine UN-Mandatsträgerin im selben Rahmen wie Vertreter dieser Akteure auftrat, löste in Jerusalem tiefe Irritation aus.

Albanese nutzte ihre Rede, um nicht nur die israelische Regierung, sondern das gesamte internationale System zu kritisieren, das Israel unterstütze oder schütze. Sie sprach davon, dass das internationale Recht „ins Herz gestochen“ worden sei, und stellte die Rolle westlicher Staaten grundsätzlich infrage. Die Gewalt der Hamas, die Verschleppung israelischer Geiseln und die jahrelangen Raketenangriffe auf israelische Städte fanden in ihren zentralen Aussagen keine vergleichbare Aufmerksamkeit.

Diese Gewichtung ist es, die in Israel als besonders problematisch wahrgenommen wird. In einem Land, das seit seiner Gründung immer wieder um seine Sicherheit kämpfen musste, wird von internationalen Institutionen zumindest ein Mindestmaß an Ausgewogenheit erwartet. Wenn eine offizielle Vertreterin der Vereinten Nationen Israel mit schärfsten Vorwürfen konfrontiert, ohne gleichzeitig die Bedrohung durch Terrororganisationen klar zu benennen, entsteht der Eindruck, dass hier nicht vermittelt, sondern angeklagt wird.

Albanese selbst weist die Vorwürfe zurück. Sie erklärte später, ihre Aussage über den „gemeinsamen Feind“ sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie habe nicht ein Land gemeint, sondern ein System von Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Diese Klarstellung konnte die politische Wirkung ihrer Rede jedoch nicht mehr einfangen. Der Schaden war bereits entstanden.

Der Vorfall ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer längeren Entwicklung. In Israel hat sich über Jahre der Eindruck verfestigt, dass Teile der Vereinten Nationen dem jüdischen Staat mit besonderer Härte begegnen. Resolutionen, Berichte und öffentliche Stellungnahmen werden in Jerusalem häufig als einseitig empfunden. Während autoritäre Regime mit nachweislich schwersten Menschenrechtsverletzungen vergleichsweise selten im Fokus stehen, sieht sich Israel immer wieder internationaler Verurteilung ausgesetzt.

Diese Wahrnehmung hat konkrete Folgen für das Vertrauen in die Weltorganisation. Für viele Israelis sind die Vereinten Nationen nicht mehr der neutrale Schiedsrichter, der sie einmal sein wollten, sondern ein politisches Forum, in dem Mehrheiten gegen Israel organisiert werden. Der Auftritt von Albanese in Doha bestätigt für viele genau dieses Gefühl.

Dabei steht weit mehr auf dem Spiel als nur ein diplomatischer Streit. Die Vereinten Nationen leben von ihrer Glaubwürdigkeit. Ihre Vertreter sollen Brücken bauen, nicht Fronten vertiefen. Wenn ihre Worte als parteiisch wahrgenommen werden, verlieren sie ihre wichtigste Grundlage.

Israel ist ein demokratischer Staat, der sich in einer der gefährlichsten Regionen der Welt behaupten muss. Seine Bürger leben mit der ständigen Realität von Bedrohungen, Terror und Krieg. In dieser Situation erwarten sie von internationalen Institutionen Fairness und Verantwortungsbewusstsein. Der Auftritt in Doha hat stattdessen den Eindruck verstärkt, dass diese Fairness nicht mehr selbstverständlich ist.

Die Kontroverse um Francesca Albanese wird deshalb nicht schnell verschwinden. Sie berührt grundlegende Fragen über die Rolle der Vereinten Nationen, über ihre Neutralität und über ihre Haltung gegenüber Israel. Für viele Israelis ist sie ein weiteres Zeichen dafür, dass sie sich in entscheidenden Momenten vor allem auf eines verlassen können: auf sich selbst.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Fotografía oficial de la Presidencia de Colombia - https://www.flickr.com/photos/197399771@N06/54658333532/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=170214551
Sonntag, 08 Februar 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage