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Eine deutsch-arabische Freundschaft

Eine deutsch-arabische Freundschaft


Eine deutsch-arabische Freundschaft

“Deutschland genießt als [..] Land mit traditionell guten Beziehungen zur arabischen Welt großes Ansehen.”

Auswärtiges Amt, Berlin

Hajj Muhammad Amin Al-Husseini, der Großmufti von Jerusalem, erkannte schon früh die Vorteile einer Zusammenarbeit mit den deutschen Nationalsozialisten. Bereits 1933 wandte er sich mit der Bitte um finanzielle Hilfe und Waffenlieferungen an in Jerusalem tätige deutsche Diplomaten.

Mit ihnen sollte, daraus machte der bis heute auch von “unserem Partner” in “Palästina” verehrte Mufti kein Geheimnis, der Kampf der Araber gegen Franzosen und Briten unterstützt und eine blutige Beendigung jüdischer Präsenz im britischen Mandatsgebiet herbeigeführt werden.

Waren seine Annäherungsversuche anfänglich weniger erfolgreich, verfügte Hajj Muhammad Amin Al-Husseini spätestens seit 1937 über Kontakte zum Judenreferat unter der Führung von Adolf Eichmann; später sollte sich zwischen beiden Männern eine enge Freundschaft entwickeln.

1937 und in den folgenden Jahren, in denen der Mufti von Beirut aus den arabischen Aufstand leitete, wurde er von Deutschland mit Waffen und Geld unterstützt. Grundlage dieser Zusammenarbeit war “ein Antizionismus, dem der eliminatorische Antisemitismus [..] eingeschrieben war”.

“Der Mufti gab selbst zu, dass es seinerzeit nur durch die ihm von den Deutschen gewährten Geldmittel möglich war, den Aufstand in Palästina durchzuführen. Von Anfang an stellte er hohe finanzielle Forderungen, denen die Nazis in sehr großem Maße nachkamen.”

Auch nach dem 1941 durch britische Truppen niedergeschlagenen prodeutschen Putschversuch im Irak, in dessen Verlauf der Mufti zu Pogromen gegen Juden aufgerufen hatte, blieben die Deutschen ihrem “palästinensischen” Schützling treu verbunden und nahmen ihn bei sich auf.

Großzügig wurde er mit Büros, Fahrzeugen und Geld versorgt, so daß er und seine Entourage ihre “Arbeit” fortsetzen konnten: Schon bald eingeweiht in die Endlösung der Judenfrage, rekrutierten sie Muslime für die SS und schickten übers Radio Botschaften nach “Palästina”:

“Ihr müßt die Juden töten, ehe sie das Feuer auf Euch eröffnen. Tötet die Juden, die Euer Vermögen an sich gerissen haben und einen Anschlag auf Eure Sicherheit planen. Araber Syriens, des Irak und Palästinas, worauf wartet Ihr? Die Juden haben vor, Eure Frauen zu schänden, Eure Kinder umzubringen und Euch zu vernichten. Nach der muslimischen Religion ist die Verteidigung Eures Lebens eine Pflicht, die nur durch die Vernichtung der Juden erfüllt werden kann.”

(Die Stimme des Freien Arabertums, 7. Juli 1942, 20.15 Uhr, zit. nach: Jeffrey Herf: Hitlers Dschihad, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 2/2010, S. 274)

Wie erfolgreich solche Propaganda war, ist umstritten. Britische Sicherheitskräfte indes warnten damals vor einer nennenswerten Zahl vor allem ägyptischer Kollaborateure, darunter die Ikhwan, die einen Erfolg Rommels in Nordafrika herbeisehnten, um sich den Deutschen anzuschließen.

“Das deutsche ‘Ziel würde dann lediglich die Vernichtung des im arabischen Raum unter der Protektion der britischen Macht lebenden Judentums sein. In dieser Stunde würde dann auch der Mufti der berufenste Sprecher der arabischen Welt sein.’”

(ebd., S. 261)

Aus dem Export der Endlösung der Judenfrage nach “Palästina” wurde nichts, im Mai 1945 kapitulierte das Dritte Reich. Hajj Muhammad Amin Al-Husseini wurde zwar festgenommen, konnte sich aber aus französischer Haft nach Kairo absetzen, wo er 1946 als Held empfangen wurde.

Im gleichen Jahr wurde er Stellvertreter Hassan al-Bannas, des Begründers der Ikhwan, und übernahm die Führung des “palästinensischen” Zweigs der Muslimbrüder, aus dem die Hamas entstand; in den 1950ern begann Hajj Muhammad Amin Al-Husseini Yassir Arafat zu fördern.

Der bezeichnete den 1974 verstorbenen Mufti als “unseren Helden” – nicht trotz, sondern wegen dessen Beteiligung am Holocaust. In Deutschland setzte derweil mit dem Kriegsende ein bis anhaltendes Vergessen über den Charakter der “deutsch-arabischen Freundschaft” ein.

Daran änderte auch Yeshayahu Jelinek nichts, der in Deutschland und Israel 1945-1965 unmißverständlich formulierte, worauf die Phrase von der “deutsch-arabischen Freundschaft” sich bezieht: von einer solchen könne “lediglich in der Zeit des Dritten Reiches die Rede sein” (S. 218).

 

tw_24 - Foto: Deutsche Tradition - der "Großmufti" und der "Führer der Deutschen"

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 03 September 2013

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