Aus Furcht vor Antisemitismus verbergen 22% der europäischen Juden ihre Identität

Aus Furcht vor Antisemitismus verbergen 22% der europäischen Juden ihre Identität


Aus Furcht vor Antisemitismus verbergen 22% der europäischen Juden ihre Identität

The Times of Israel

Große neun Länder umfassende Umfrage stellt fest, dass 40% der französischen Juden keine jüdischen Symbole tragen, 91% der ungarischen Juden beobachten eine Zunahme des Antisemitismus.

Beinahe ein Viertel der Befragten einer groß angelegten Studie über das Leben von Juden in neun europäischen Ländern teilte mit, dass sie aus Furcht vor Antisemitismus vermeiden, bestimmte Stätten zu besuchen und Symbole zu tragen, die sie als Juden identifizieren könnten.

In Schweden ist die Furcht besonders ausgeprägt, eine Kippa und andere als jüdisch identifizierbare Gegenstände zu tragen; dort sagten 49 Prozent von 800 Befragten, dass sie von solchen Schritten Abstand nehmen. In der Umfrage, die dieses Jahr die Agentur für Grundrechte der Europäischen Union (European Union Agency for Fundamental Rights) durchgeführt hat, wurden insgesamt über 5100 Juden befragt.

Den vorläufigen Ergebnissen der Umfrage zufolge, sagten in Frankreich 40% von circa 1200 Juden, dass sie vermeiden, solche Gegenstände öffentlich zu tragen, gefolgt von Belgien mit 36%. Insgesamt sagten 22 Prozent aller Befragten, dass sie aus Sicherheitsbesorgnis vermeiden würden, “jüdische Veranstaltungen oder Stätten” zu besuchen.

“Die Ergebnisse zeigen, dass eine Mehrheit der europäischen Juden einen Anstieg des Antisemitismus beobachtet,” sagte Gert Weisskirchen am Dienstag bei einer Konferenz in Kiew. Weisskirchen ist ein früherer Repräsentant der Organisation für Sicherheit und Kooperation in Europa zur Bekämpfung des Antisemitismus.

Die Umfrage, die am 3. September 2012 begann und vergangenen Monat abgeschlossen wurde, wurde in Frankreich, Britannien, Belgien, Deutschland, Schweden, Italien, Ungarn, Rumänien und Lettland Online durchgeführt. Der gesamte ausführliche Bericht soll im nächsten Monat in Vilnius veröffentlicht werden.

In Ungarn sagten 91 Prozent von mehr als 500 Teilnehmern der Umfrage, dass der Antisemitismus in den vergangenen fünf Jahren angestiegen sei. In Frankreich sagten dies 88 Prozent, in Belgien 87 Prozent und in Schweden 80 Prozent, In Deutschland, Italien und Britannien sprachen um die 60 Prozent von einem zunehmenden Antisemitismus, verglichen mit 39 Prozent in Lettland.

Die Zahlen für diejenigen der Befragten, die in den vorangegangenen 12 Monaten einen antisemitischen Angriff erlebt hatten, waren 30 Prozent in Ungarn, 21 in Frankreich und 16 Prozent in Deutschland.

Siebenundzwanzig Prozent der Befragten sagten, dass die Angreifer Muslime waren; 22 Prozent waren von Leuten mit “linkgerichteten Ansichten” angegriffen worden, und 19 Prozent sagte, die verantwortlichen Angreifer hatten “rechtsgerichtete Ansichten vertreten.”

Mehr als 75 Prozent aller Befragten teilten mit, antisemitische Belästigungen nicht bei der Polizei zu melden; und 64 Prozent sagten, dass sie nicht einmal körperliche Angriffe bei der Polizei meldeten, wobei 67 Prozent erklärten, dass die Anzeige des Angriffs entweder “die Mühe nicht wert war” oder nutzlos und ergebnislos.

Oleksandr Feldman, ukrainisches Parlamentsmitglied, der zum 100. Jahrestag des antisemitischen Ritualmordprozesses gegen Menachem Mendel Beilis, der schließlich freigesprochen wurde, eine zwei Tage dauernde Konferenz mit dem Thema “Vom Prozess gegen Beilis bis nach Berlin und darüber hinaus” organisiert hat, sagte: “Die jeweiligen Staaten müssen den Antisemitismus nicht nur um der gegenwärtigen Generation willen ansprechen, sondern vor allem um eine Verschlechterung der Situation für die folgende Generation zu verhindern,”

 

Übersetzung von Renate für unseren Partnerblog Aro1.com - Foto: Erst kommt die Dämonisierung durch "Karrikaturen" und "Gedichte", dann die Ausgrenzung und Stigmatisierung und dann .... (Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1976-135-37 / CC-BY-SA [<font><font>CC-BY-SA-3.0-de</font></font>], via Wikimedia Commons) -

 

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Autor: fischerde
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Montag, 21 Oktober 2013

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