Britische linke Medieneinseitigkeit gegen Israel*

Britische linke Medieneinseitigkeit gegen Israel*


Britische linke Medieneinseitigkeit gegen Israel*

Dr. Manfred Gerstenfeld interviewt Zvi Shtauber

Als ich in London ankam, war ich nicht auf den antiisraelischen Hass vorbereitet, der in Europa existiert. Meine Treffen mit der britischen Linken waren ein böses Erwachen.

Simon Kelner, damals Chefredakteur des Independent, ist Jude. Seine Zeitung veröffentlichte eine extrem antisemitische Karikatur von Dave Brown, die den ehemaligen Premierminister Ariel Sharon als Kinderfresser zeigte. Ich fragte Kelner, ob der Independent jemals eine ähnliche Karikatur einer anderen öffentlichen Person veröffentlichte. Er musste achtzehn Jahre zurückgehen, um eine ähnliche zu finden. Tim Benson, Präsident der Political Cartoon Society, die Browns Karikatur als beste des Jahres 2003 auswählte, sah an Browns preisgekrönter, rassistischer Zeichnung nichts Falsches. Im gleichen Jahr wurde der Independent im Vereinigten Königreich wieder als „Zeitung des Jahres“ ausgezeichnet.

Der New Statesman ist das Flaggschiff der Mainstream-Linken. Anfang 2002 veröffentlichte er eine Titelgeschichte über die Macht der zionistischen Lobby in England. Sie brachte einen goldenen Davidstern, der die britische Flagge durchstach und der Artikel hatte die Überschrift „Eine koschere Verschwörung“. Ich ging auf die Internetseite der Zeitung und dachte einen Moment lang sie gehöre dem Ku-Klux-Klan. Sie bot eine Liste aller jüdischer Leiter großer Firmen und Parlamentsmitglieder. Sie nannte außerdem die jüdischen Adligen und ihre ursprünglichen Namen. Es gab darüber hinaus eine zehnseitige Liste mit Texten angeblich jüdischer Quellen, die Hass und das Töten von Nichtjuden befürworten.

Die zu Israel eingesetzte Sprache in verschiedenen britischen Medien würde mit Bezug auf keine andere Minderheit in Großbritannien verwendet. Das verstärkt die Trends des antisemitischen Verhaltens. Sie lässt über folgendes nachdenken: Wenn mutmaßlich ehrenwerte Europäer Israel verunglimpfen, warum sollten die Araber Frieden mit Israel schließen? Zumal, wenn Europäer Lügen auf arabischen Internetseiten lesen, dass Israelis Wasser vergiften und AIDS verbreiten.

Die BBC ist ein eigenes Problem. Im Verlauf der Jahre hatte ich endlose Diskussionen mit ihnen. Jeder Zuschauer, der über einen längeren Zeitraum die Informationen der BBC zu Israel ansieht, bekommt ein verzerrtes Bild. Das entstammt nicht einer einzelnen Sendung hier oder da. Es entstammt aus der Sendemethode der BBC. Wenn sie über Israel berichtet, zeigt sie gewöhnlich im Hintergrund die Moschee auf dem Tempelberg, die dem Zuschauer den Eindruck vermittelt, dass Jerusalem vorwiegend muslimisch ist.

Als Sharon zum Premierminister gewählt wurde, fiel mir auf, dass die BBC von ihm als „starkem Mann des Militärs“ sprach. Ursprünglich glaubte ich dieser Ausdruck würde nur einmal genannt werden. Sie setzten das mehrere Monate lang fort. Ich kontaktierte sie und fragte, ob sie Pakistans Präsident Musharraf als „starken Mann des Militärs“ bezeichnen, da er durch einen Militärputsch an die Macht kam. Das machten sie nicht. Ich fragte dann, zum wem sonst sie diese Terminologie nutzten und sie konnten niemanden nennen.

Es war eine fast tägliche Aufgabe auf die Verzerrungen der BBC zu Israel zu reagieren. Sie legten großen Wert darauf Saddam Hussein „Präsident“ zu nennen. Statt „Premierminister Sharon“ sagten aber immer „Sharon“.

Mehrere Schlüsselpositionen der BBC werden von Linksextremen gehalten. Die BBC veröffentlichte ihre Personalsuche-Anzeigen im Guardian, womit sie Journalisten mit einem bestimmten Hintergrund rekrutieren. Den Guardian kauft das linke Publikum. Für viele dieser Menschen ist man als Israeli schon schuldig geboren.

In den Medien gibt es keine Grenzen für die Idiotie, mit der man konfrontiert wird. Viele junge Journalisten hören dem nicht zu, was man ihnen sagt. Die von ihnen vorbereiteten Berichte sind oft unprofessionell. Das ist aber nicht nur eine Frage der Unerfahrenheit dieser Leute. Kurz nachdem ich in London ankam, kam der Vorstand einer Journalistenvereinigung zu mir zu Besuch. Einer der fünf ehrbaren Besucher, ein sehr wichtiger Journalist, bat mich: „Wir möchte Ihre Zusicherung, Herr Botschafter, dass es nicht die offizielle Politik der Regierung Israels auf Journalisten zu schießen.“ Ich sah ihn an und wusste kaum, was ich sagen sollte.

 

Dr. Manfred Gerstenfeld ist Mitglied des Aufsichtsrats des Jerusalem Center of Public Affairs, dessen Vorsitzender er 12 Jahre lang war.- Zvi Shtauber: Nach seinem Aufenthalt in London holte er seine Erinnerungen an die linken Medien hervor: Die linke, antiisraelische Einseitigkeit in gewissen Medien war fast irreversibel. Ich fragte einen Redakteur des Guardian: „Waren Sie während der Verhandlungen in Camp David für Israel?“ Er sagte: „Oh nein.“ Ich fuhr fort und fragte nach: „Warum zitieren Sie immer israelische Extremisten – Siedler oder Rechte – statt Sprecher des Mainstream?“ Er verteidigte sich: „Viele unserer Autoren sind Juden.“ Das zeigte, dass er nicht viel über die britische jüdische Gemeinschaft wusste und außerdem die Stereotype glaubte, dass jeder Jude proisraelisch ist. Gegen Israel zu schreiben bringt die eigene Karriere voran. Suzanne Goldenberg, damals die Korrespondentin des Guardian in Israel, erhielt mehrere Journalismuspreise. - Erstveröffentlicht bei unserem Partnerblog Heplev.

 

* Gekürzt aus: Manfred Gerstenfeld: Israel and Europa: An Expanding Abyss? Jerusalem (Jerusalem Center for Public Affairs, Adenauer-Stiftung), 2005, S. 183-192.

 

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Autor: fischerde
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Dienstag, 10 Dezember 2013

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