Ein Dach für die archäologischen Schätze

Ein Dach für die archäologischen Schätze


Ein Dach für die archäologischen Schätze

Fast zwei Millionen Artefakte aus fünf Jahrtausenden umfasst der archäologische Staatsschatz Israels, der von der Altertumsbehörde des Landes betreut wird. Auf dem Nationalen Campus für die Archäologie Israels, der seit 2009 in Jerusalem entsteht, sollen diese Funde zusammen mit Restaurierungs- und Konservierungs-Werkstätten, der Archäologischen Nationalbibliothek, Archiven und Bildungszentren zentral untergebracht werden - öffentlich zugänglich für Studenten und andere Besucher.

Komplizierte Schweißbaugruppen und die Stützen für das aus einer Kunststoff-Membran bestehende Dach, das den Hauptkomplex des Campus' und seinen Innenhof voraussichtlich ab Ende Oktober überspannen wird, entstehen derzeit bei der Chemnitzer Stahlbaufirma Steelconcept.
"Der Auftrag ist durch unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Membran-Hersteller Taiyo Europe in München zustandegekommen", erklärt Steelconcept-Geschäftsführer Roger Herold. Mit Taiyo hatte das Chemnitzer Unternehmen in den vergangenen Jahren unter anderem schon bei einem Pavillon für die Olympischen Spiele 2012 in London und zuletzt bei der Überdachung der Tempelanlage von Tarxien auf der Mittelmeer-Insel Malta zusammengearbeitet.
Von den Dimensionen her sind die Träger für das Jerusalemer Membrandach wesentlich kleiner: Anstatt zweier 72 und 78 Meter langer Fachwerkträger, die sich über die Tempelanlage spannen, werden über dem Campus vier etwa neun Meter lange, V-förmige Stützen auf Gebäudedächern aufgestellt. Sie werden nicht fest verankert, sondern ruhen als bewegliche Kugelgelenke in Halbschalen und werden, ähnlich wie beim Aufbau eines Sonnensegels, mit Stahlseilen verspannt. "Je nach Temperatur wird sich die leichte Membranfolie ausdehnen- und zusammenziehen", begründet Herold, warum die Stützen beweglich bleiben müssen. Das vor allem schattenspendende, 50 mal 40 Meter große Dach wird die Form eines Trichters oder Wind-Wirbels haben, in dessen Mitte Wasser in einen Brunnen ablaufen kann.
"Das Außergewöhnliche an dem Auftrag sind der geschichtsträchtige Ort und der Architekt, von dem der Entwurf stammt", sagt Daniel Oertel, Prokurist bei Steelconcept. Der gebürtige Israeli Mosche Safdie, der heute in Jerusalem und Boston/USA lebt, hat unter anderem die Kanadische Nationalgalerie in Ottawa (1983-88), die neue Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem (2005) und das aus drei Wolkenkratzern mit großem verbindenden Schwimmbecken auf dem Dach bestehende Hotel Marina Bay Sands in Singapur (2010) entworfen.
Für die Stützen des Jerusalemer Campus-Dachs werden zurzeit bei Steelconcept sowie bei den Firmen ZIS Industrietechnik in Meerane und MSA in Chemnitz Schablonen und erste Kleinteile gefertigt. Im September werden die Elemente dann in Siegmar zusammengefügt. "Bei insgesamt 988 Teilen ist das wie ein Puzzle", vergleicht der Steelconcept-Geschäftsführer. Anschließend müssen die Stützen wieder so weit auseinandergenommen werden, um Anfang Oktober auf zwei Lastzüge verladen und auf dem Landweg nach Israel transportiert werden zu können. Von Mitte bis Ende Oktober ist der Aufbau des Membrandachs in Jerusalem geplant.

 

Botschaft des Staates Israel in Berlin - Foto: Animation der Dachkonstruktion
Foto: Computergrafik: Mosche Safdie

 

Zum Artikel in der "Chemnitzer Zeitung" »

 

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Autor: joerg
Bild Quelle:


Donnerstag, 20 August 2015

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