Israel und seine Nachbarn: Handel als Fundament für den Frieden

Israel und seine Nachbarn:

Handel als Fundament für den Frieden


Handel als Fundament für den Frieden

Internationale Gesandte preisen Kooperationsgeist / Israelische Firma baut modernste Milchfarm im Westjordanland / Blair: Wachstumspotential im Falle eines Friedensabkommens enorm / Sondergesandter: Wir brauchen Konzepte, die über den palästinensischen UN-Plan hinausgehen

 

Trotz Rückschlägen gibt es Kooperation zwischen Israel und seinen Nachbarn – und sie kann weitergehen”, sagte Israels Vize-Premier und Minister für regionale Entwicklung, Silvan Shalom, am Montag (5. September) auf einer Konferenz zur regionalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Tel Aviv. Shalom betonte, dass regionale Kooperation auf vielen Ebenen stattfinde – öffentlich und privat – und dass direkte Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern die politische Situation nur verbesserten. Das Thema der Konferenz war die Rolle der Wirtschaft als ein Mittel, den Weg zum Frieden zu bereiten.

Prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft, darunter Israels Präsident Shimon Peres, betonten die bedeutende Rolle, die die Sicherheit in sich entwickelnden Wirtschaften spiele.

Der Sondergesandte des Nahost-Quartetts Tony Blair sagte, er sei optimistisch im Hinblick auf den israelisch-palästinensischen Frieden. „Wirtschaft kann nie ein Ersatz für Politik sein. Was wir jedoch in den vergangenen Jahren versucht haben, ist signifikant. Man schließt keinen Frieden, nur indem man in Räumen zusammensitzt. Die Menschen schaffen ihn“, erklärte er. Er fügte hinzu, dass das Potential für Wirtschaftswachstum enorm sei, „insbesondere im Falle eines [Friedens-]Abkommens“ zwischen Israelis und Palästinensern.

Blair wies auf gemeinsame israelisch-palästinensische Errungenschaften hin, etwa den Dschalameh-Übergang, welcher Gemeinden im nördlichen Westjordanland mit den arabischen Gemeinden in Nordisrael verbindet und so die Wirtschaft der palästinensischen Stadt Dschenin im Westjordanland belebt.

Der Übergang, der mit Unterstützung Israels, der USA und des Nahost-Quartetts geöffnet wurde, erleichtert den Handel, und die Fahrt nach, Dschenin: Etwa 15.000 israelische Araber begeben sich jeden Tag nach Dschenin, und auch Touristenbusse aus Israel benutzen den Übergang, ein Faktor, der zu Dschenins wirtschaftlichem Wachstum von 16 Prozent im ersten Halbjahr beigetragen hat. Blair wies darauf hin, dass Tourismus ein wichtiges Mittel sei, die palästinensischen Gebiete attraktiver für Investitionen zu machen

Valerie Hoffenberg, die bis vor kurzem Frankreichs Nahost-Gesandte für Wirtschaft, Bildung und Kultur war, bestätigte Blairs Einschätzung. Hoffenberg verkündete, dass die palästinensische Regierung durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen israelischen Ministerien ein Industriegebiet in Bethlehem aufbauen konnte, das nun bereits im zweiten Jahr besteht. „Wir müssen uns auf den ‘Tag danach’ vorbereitet”, sagte Hoffenberg mit Bezug auf das palästinensische Vorhaben, am 20. September bei den Vereinten Nationen einen Antrag zur Anerkennung als Staat vorzulegen, ohne mit Israel darüber zu verhandeln, wie dieser Staat aussehen werde und wo seine Grenzen verlaufen.

„Der Geist der Zusammenarbeit muss aufrechterhalten werden. Im September zur UN zu gehen, ist keine Antwort; wir sind besorgt darüber, was nach September passiert, und dass es einige unserer Projekte gefährden könnte“, erklärte Hoffenberg.

Der palästinensische Geschäftsmann Dr. Ismail Dschebrani, der eine der größten Milchfarmen im Westjordanland betreibt, beschrieb, wie er sich bei einem Milch-Engpass in den palästinensischen Gebieten an eine israelische Kibbutz-Firma, SAE Afikim, gewandt habe. SAE Afikim half ihm dabei, seine hochmoderne Milchfarm aufzubauen, die inzwischen eine der „größten und modernsten Betriebe im Westjordanland“ ist.

Die Farm nahe Hebron beschäftigt 250 Menschen – anfangs waren es 20 – und hat 1.200 Kühe. Die Technologie aus Israel half den palästinensischen Farmern, ihre Herde zu vergrößern und die Kuhmilch durch Computer-unterstützte Ausrüstung optimal zu nutzen.

Eival Giladi, Vorsitzender der israelisch-palästinensischen Handelskammer, erwähnte ebenfalls den Wunsch israelischer und palästinensischer Geschäftsleute, miteinander Handel zu treiben und positive Beziehungen aufzubauen.

Giladi sagte, dass der palästinensische Geschäftsmann Munib al-Masri, Vorsitzender der internationalen Handelskammer in Ramallah, derzeit ein Zentrum für legale Beratung aufbaue, welches als Treffpunkt für palästinensische und israelische Geschäftsleute fungieren solle, die Hilfe bei Genehmigungen benötigen oder Fragen über Gesetze, Steuern oder Geschäftstechniken in Israel oder den palästinensischen Gebieten haben.

 

TIP

 

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Video: Dr. Ismail Jebrani von der al-Jebrani Farm bei Hebron, Westjordanland.


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Mittwoch, 07 September 2011

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