Zwei Seiten des Antisemitismus

Zwei Seiten des Antisemitismus




von Ora Shapiro, Jerusalem, 14. Juli 2013.

Begeben wir uns in die Zeit zurück, als Nazi-Propaganda Juden durch die Darstellung als Tiere entmenschlicht hat? Eine von der Süddeutschen Zeitung kürzlich veröffentlichte Karikatur porträtiert Israel als Monster “Moloch”, das Waffen verschlingt. Dies ist nur eine weitere Bestätigung dafür, dass Antisemitismus immer noch en vogue ist – dieser geht jedoch in eine neue und gefährlichere Richtung.

Vor der Gründung des Staates Israel wurden antisemitische Anschuldigungen, einschließlich Ritualmordlegenden, theologischer Angriffe und rassistischer Darstellungen, direkt gegen das jüdische Volk gerichtet. “Neuer Antisemitismus“, ein neueres Phänomen, äuβert sich in der Dämonisierung Israels.

Die vor kurzem in einer großen deutschen Tageszeitung erschienene Karikatur, belebt die Erinnerung der dunklen Nazi-Zeit und spiegelt den neuen Ausdruck des “modernen Antisemitismus” wider. Die Karikatur stellt Israel als wildes, hungriges Monster dar, das von einer Frau bedient wird. Unter der Karikatur erklärt der Text:

“Deutschland serviert. Seit Jahrzehnten wird Israel, teils unentgeltlich, mit Waffen versorgt. Israels Feinde halten das Land für einen gefräßigen Moloch … “.

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die bayerische Zeitung Artikel veröffentlicht, die zur Feindseligkeit gegen Israel anstiften.

Auch mehrere Palästinensische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die durch deutsche und europäische Steuergelder unterstützt werden und die behaupten, Demokratie und Menschenrechte zu fördern, sind nicht nur am klassischen Antisemitismus beteiligt, sondern auch an dem “neuen Antisemitismus.”

Laut dem vor kurzem veröffentlichten Bericht der in Jerusalem ansässigen Forschungsorganisation NGO-Monitor, die die Aktivitäten von politisierten israelischen und palästinensischen Organisationen untersucht, gibt es ein Netzwerk von NGOs, die behaupten, Menschenrechte und humanitäre Angelegenheiten im Rahmen des arabisch-israelischen Konflikts zu fördern, die jedoch häufig antisemitische Themen und Bilder anwenden. Darüber hinaus, greifen sie oft jenseits des klassischen und theologischen Antisemitismus an und verwenden antisemitische Rhetorik “in Bezug auf den Staat Israel“, wie dies von der EU definiert ist, nämlich als: “Das Abstreiten des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen. ”

Beispielsweise, veröffentlichte vor kurzem Miftah, eine palästinensische NGO, einen Artikel von Nawaf al-Zaru, der eine alte antisemitische Ritualmordlegende gegen Juden wiederbelebte.

„Ein Großteil der Geschichten und Legenden über jüdische Blutrituale in Europa basieren auf echten Ritualen und sind nicht falsch, wie behauptet wird. Die Juden verwenden das Blut der Christen während des jüdischen Pessach-Festes …”

 

Die Ritualblutlegende bzw. blutlechzende Juden sind ein beliebtes Motiv in gegenwaertigen arabischen Karikaturen

Miftah wird direkt von Deutschland (Konrad-Adenauer- Stiftung in Palästinensichen Gebieten) sowie von anderen europäischen Regierungen finanziert. Dabei sind sich diese Regierungen oft nicht darüber bewusst, für welche Zwecke die von ihnen zur Verfügung gestellten Steuergelder verwendet werden, weil es keine Evaluierungs- oder Kontrollmechanismen gibt, um die Implementierung von Projekten oder Unterschlagung der Mittel zu überprüfen. Leider glauben die Geldgeber oft, dass ihre „Zusammenarbeit auf die Durchführung von gemeinsamen Workshops im Bereich der Förderung der guten Regierungsführung limitiert ist” und dass sie keine “institutionelle Förderung” gewähren. Auf diese Weise distanzieren sich Geldgeber von antisemitischen Aktivitäten von Organisationen wie Miftah und trotz des nachgewiesenen Antisemitismus, setzten sie ihre Unterstützung fort.

Antisemitische Karikaturen, Broschüren und Anschuldigungen, ob sie nun in Deutschland veröffentlicht oder mit deutschen Steuergeldern unterstützt sind, gefährden Juden und untergraben die besonderen deutsch-israelischen Beziehungen. Organisationen wie Miftah versuchen Juden nicht nur systematisch zu dämonisieren und Israels Existenzrecht abzustreiten, sondern Juden als von Grund auf böse darzustellen, was zu Hass und Intoleranz ermutigen soll. Dieser Ansatz fördert auf keine Weise Frieden oder eine Konfliktlösung.

Trotz der umfangreichen Beweise des Antisemitismus der NGOs, finanzieren Regierungen diese Gruppen weiterhin. Sie rechtfertigen ihre Finanzierung indem sie bahaupten, verschiedenste “Projekte” zu unterstützen, die in keinem Zusammenhang mit der breiteren Agenda derartiger Organisationen und deren Antisemitismus stehen. Allerdings verhelfen die Geldgeber solchen Organisationen zu erheblichen Einfluss und teilen die volle Verantwortung für deren NGO- Aktivitäten.

 

Die Autorin ist 2012-2013 Israel Research Fellow beim NGO-Monitor und Betreuerin für Besuchergruppen in der Shoah-Gedenkstätte Yad Vashem. Foto oben: Verblüffende Ähnlichkeiten - Karikatur in der SZ und Karikatur im "Stürmer". . Bereits vorher hatten Kostüm-Humanisten im Rahmen der sogenannten "Beschneidungsdebatte", also der Haß kampagne gegen jüdisches Leben i9n Deutschland, "Karikaturen" verbreitet, in denen Juden "stürmer-isch" dargestellt wurden: Immer mit schwarzem Hut, langen schwarzen Mantel, langem Bart - und einer exorbitant großen Nase, und natürlich einem blutverschmierten Messer in der Hand und einem diabolischen Grinsen. Die Gläubigen weisen aber den Vorwurf des Antisemitismus gegen ihre Ersatzreligion stets im brustton der Überzeugung mit schrill-spitzen "Nein! Niemals! Wir doch nicht!" ganz arg weit weg von sich. / Erstveröffentlichung bei unserem Partnerblog Aro1.com

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Mittwoch, 24 Juli 2013