Akuter Mangel an Lebkuchen im Osten Jerusalems

Akuter Mangel an Lebkuchen im Osten Jerusalems


Wie jedes Jahr sollte beim Adventsbasar der Erlöserkirche in Jerusalem Lebkuchen zum Verkauf angeboten werden.

Von Ulrich W. Sahm

„Leider ist das Schiff zu spät losgefahren und die Lebkuchen werden am Tag des Basars nicht angekommen sein. Die Lebkuchen werden voraussichtlich eine Woche später hier sein. Damit die Lebkuchen trotzdem bei den Menschen ankommen, die sie begehren, haben wir uns folgendes ausgedacht: Die Deutsche Botschaft hat sich freundlicherweise bereit erklärt, am Tag des Basars die Lebkuchen auf Bestellung zu verkaufen“, hieß es nun.

Feinste Lebkuchen per Vorkasse

Die Bestellungen werden mit Vorkasse angenommen. Die bestellten Lebkuchen werden in die Propstei geliefert und können eine Woche später abgeholt werden. Die Erlöserkirche hat Ihrem Rundschreiben zwei Dateien beigefügt mit Reklame für Lebkuchen: feinste Elisenschnitten, Märchenhäuschen und Kölner Christstollen mit und ohne Schokoladenguss. Alle angepriesenen Produkte sind schon mit dem Preis in israelischen Schekeln und nicht Euros ausgeschrieben.

Botschaft in „Palästina“ aktiv?

Unklar ist nur, wieso ausgerechnet die deutsche Botschaft in Tel Aviv die süße Ware in der Erlöserkirche anbietet. Denn die liegt in dem von Israel 1967 eroberten Osten Jerusalems und gehört laut Angaben des Auswärtigen Amtes offiziell zum „Amtsbezirk“ der deutschen diplomatischen Vertretung in „Palästina“, also in der palästinensischen Autonomie-Stadt Ramallah. Bei offiziellen Besuchen, etwa deutscher Politiker, wird sehr genau auf die Einhaltung der Amtsbezirke geachtet. Diese sehr strikten Regeln scheinen für die Lebkuchen zu Weihnachten außer Kraft gesetzt worden sein.

 

Fokus Jerusalem - Foto: Nürnberger Lebkuchen


Autor: Ulrich W. Sahm
Bild Quelle: Leon Brocard / Wikipedia


Sonntag, 25 November 2018









Aus der Mitte entspringt eine Mauer

Aus der Mitte entspringt eine Mauer

Auf einer neu eingeweihten Straße trennt eine Mauer israelische und palästinensische Autos. Gegner wittern Rassismus. Wer genauer hinschaut, findet ihn an anderer Stelle. Eine Analyse von Ulrich W. Sahm

[weiterlesen >>]

Der `gerechte Friede´ christlicher Amtsinhaber

Der `gerechte Friede´ christlicher Amtsinhaber

Die internationale Reise von 15 Bischöfen ins „Heilige Land“ stand im Zeichen der Solidarität mit den Christen in Israel. Das klingt ehrenwert, doch beim Lesen des offiziellen Abschlusskommuniqués kommen Zweifel auf. Unparteiisch scheinen die hohen christlichen Würdenträger nicht zu sein. Zumindest nehmen sie wenig Rücksicht auf die Realitäten vor Ort.

[weiterlesen >>]

Podium der Bundeslade wiederentdeckt?

Podium der Bundeslade wiederentdeckt?

Um den Verbleib der Bundeslade ranken sich Legenden. Nun erforschen Archäologen eine riesige Plattform bei Jerusalem, auf der der vergoldete Kasten einst gestanden haben könnte.

[weiterlesen >>]

Schriftstellerin Lea Fleischmann erhält Verdienstkreuz am Bande

Schriftstellerin Lea Fleischmann erhält Verdienstkreuz am Bande

Für ihre Bemühungen um die deutsch-jüdischen Beziehungen ist die Schriftstellerin Fleischmann mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Nach ihrer bewegten Biographie hatte sie nicht damit gerechnet.

[weiterlesen >>]

Ein unrühmliches Jubiläum

Ein unrühmliches Jubiläum

uropäische Union und Vereinte Nationen behandeln Fatah-Chef Abbas als Verhandlungspartner und Palästinenserpräsidenten. Dabei ist er nicht nur aus Sicht der Hamas seit zehn Jahren illegal im Amt.

[weiterlesen >>]

`Südwestpresse´ veröffentlicht Propaganda

`Südwestpresse´ veröffentlicht Propaganda

Ein Artikel in der `Südwestpress ist an Einseitigkeit kaum zu überbieten. Die Reporterin lässt dabei lediglich einen einzigen linksgerichteten israelischen Aktivisten zu Wort kommen. Herausgekommen ist ein Stück, das zahlreiche Ungereimtheiten aufweist und das für die Probleme der Palästinenser ausschließlich Israel verantwortlich macht.

[weiterlesen >>]