70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte


Grütters: Sternstunde in der Geschichte der Menschheit

Anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember erklärte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, am heutigen Donnerstag bei einer Festveranstaltung „Für eine Kultur der Menschenrechte“ in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin:

„Es war eine Sternstunde in der Geschichte der Menschheit, als Eleanor Roosevelt vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verkündete. Gerade der offensichtliche Kontrast zwischen Licht und Dunkel, Menschlichkeit und Menschenverachtung im Gedenkjahr 2018 führt uns vor Augen, um welch bedeutende, welche revolutionäre zivilisatorische Errungenschaft es sich bei den 30 Artikeln handelte, die die Delegierten in dieser historischen Nacht als Lehre aus den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs und den Gräueltaten der Nationalsozialisten verabschiedeten: ein Triumph des Glaubens an den unveräußerlichen Wert jedes Menschen unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Religion über den Irrglauben an die Überlegenheit bestimmter Gruppen von Menschen.“

Monika Grütters weiter: „Kunst, Kultureinrichtungen und Medien können in besonderer Weise dazu beitragen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ihre zivilisatorische Wirkung auch in der kleinen Welt des einzelnen entfaltet. Wir brauchen dafür die Vielstimmigkeit unabhängiger und kritischer Medien, wir brauchen die Lehren aus der Aufarbeitung unserer Vergangenheit, wir brauchen die Phantasie und auch den Widerspruchsgeist der Kunst – und eine Kultur- und Medienpolitik, die dafür Raum und Rahmenbedingungen schafft. Ob Literatur, Theater, bildende Kunst, Musik, Tanz oder Film, ob in Museen und Gedenkstätten, Projekten und Initiativen: Kunst und Kultureinrichtungen können Verbindendes sichtbar machen, wo das Trennende die Wahrnehmung beherrscht, sie können Perspektiven verschieben und Vorstellungsräume erweitern – und damit auch das Bewusstsein für Grausamkeit und Gewalt, für Unterdrückung und Diskriminierung. Und gäbe es keine mutigen Journalistinnen und Journalisten, die Missstände aufdecken und Menschenrechtsverletzungen anprangern, könnte die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ihre Wirkung kaum in der Weise entfalten, wie wir es in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben. 70 Jahre nach ihrem Inkrafttreten brauchen wir all diese Kräfte mehr denn je. Wir dürfen nicht stumm und tatenlos zusehen, wenn Staaten in und außerhalb der Europäischen Union Journalisten, Künstler und Oppositionelle verhaften und mit Einschränkungen der Presse- und Kunstfreiheit das Sterbeglöckchen für Demokratie und Menschenrechte läuten.“


Autor: Bundesregierung
Bild Quelle:


Freitag, 23 November 2018