Nach dem Massaker von Itamar: Die Amoral des moralischen Relativismus

Nach dem Massaker von Itamar:

Die Amoral des moralischen Relativismus




In der Nacht von Freitag, dem 11. März, drangen Terroristen in das auf der West-Bank gelegene Itamar ein und ermordeten eine jüdische Familie, während sie in ihren Betten lag und schlief. Die Opfer sind die Eltern, Udi und Ruth Fogel (36 bzw. 35 Jahre) und ihre drei Kinder Yoav (11), Elad (4) und Chadas (drei Monate).

 

Von Rabiner Mar S. Golub (Übersetzung aus dem Englischen: Gerrit Liskow)

 

Die schiere Brutalität dieser Attacke ist atemberaubend. Auf äußerst untypische Art und Weise entschied sich die israelische Regierung nun dazu, die ausgesprochen drastischen Fotos vom Tatort zu veröffentlichen.

 

 

Leider gibt es viele Juden die, willentlich oder unwillentlich, palästinensische Gewalt fördern, indem sie darin versagen, einen moralischen Unterschied zu machen zwischen mutwilligem Mord auf der einen sowie Besatzung und Militärintervention auf der anderen Seite.

 

Ein beeindruckendes Beispiel für diese auch bei den Ideologen der Jüdischen Gemeinschaft verloren gegangene Perspektive belegt eine Pressemitteilung von Americans For Peace Now*.

 

Obgleich APN den Anschlag als „furchterregend“ bewertet, und die PA dafür lobt, dass sie ihn verurteilt habe, drängt APN die Führung Israels und die Palästinenser dazu, „gewaltsame Extremisten auf beiden Seiten zu bekämpfen“.

 

Zu unterstellen, jüdische Extremisten würden ähnliche Taten wie arabische Extremisten begehen, etwa wie die Hamas, stellt eine maßlose Verdrehung der Jüdischen und Israelischen Realität dar.

 

Haben jüdische Extremisten sich jemals in das Heim einer arabischen Familie gestohlen um eine Familie zu ermorden, die schlafend in ihren Betten lag?

 

Jeder Tod im Krieg stellt eine allumfassende Tragödie von übermenschlichen Ausmaßen dar. Der Verlust eines Lebens und der Schmerz, der damit einer Familie zugefügt wird, liegen jenseits des Fassungsvermögens, ganz egal, ob es sich um das Leben eines Israelis oder eines Arabers handelt.

 

Das bedeutet aber nicht, dass alle Gründe, einem Menschen das Leben zu nehmen, moralisch gleichwertig sind.

 

Einzig unverbesserliche Ideologen werden angesichts der unfasslichen Brutalität in Itamar noch immer behaupten, dass es eine Entsprechung zwischen der israelischen und der palästinensischen politischen Vorgehensweise gäbe.

Dennoch ist genau das in bestimmten Kreisen mehr und mehr zum Gemeinplatz geworden.

 

Eine Gruppe von Soldaten der IDF, die in Nordamerika die Universitäten bereiste**, berichtet, dass von der University of Western Ontario bis Wilfrid Laurier, vom Hampshire College bis zur University of Pittsburgh und von Oberlin bis Oklahoma die Studierenden – auch manche jüdische Studierende – die Israelis nicht nur Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberungen und sogar des Genozids bezichtigten, sondern dass die Studierenden darüber hinaus Terror-Anschläge gegen die israelische Bevölkerung auch noch rechtfertigten.

 

Die Nazi-Propagandamaschinen von Adolf Hitler bewiesen, dass Lügen dann als Wahrheit anerkannt werden, wenn man sie nur oft genug wiederholt– insbesondere von Leuten, die keinen Zugang zu den Fakten haben.

Die Jüdische Welt wird ihre geheiligte Verpflichtung zur Selbst-Kritik nicht aufgeben, und Israelis haben vom Augenblick der Gründung des Jüdischen Staates an bewiesen, dass ihre politische Vorgehensweise strengster moralischer Prüfung unterliegt.

 

Keine ernstzunehmende jüdische Stimme hat jemals behauptet, dass Israel mit seinen arabischen Mitbürgern oder mit den Palästinensern auf der West Bank nach Gutdünken verfahren dürfte. Es wird stets Juden geben, die Israel zu seinen vornehmsten Zielen bewegen.

 

Aber es ist der Schaden nicht zu unterschätzen, der dem Staat Israel und, ironischerweise, auch der Möglichkeit angetan wird, eine friedliche Lösung des Konflikts zu finden, der sowohl israelische als auch palästinensische Familien belastet, indem man moralischen Relativismus betreibt; die Argumente dieses Relativismus haben in sich selbst nämlich keinerlei moralische Begründung.

 

Eine passende Antwort im Gedenken an die ermordete Familie Fogel wäre es, wenn alle Juden die ungeheuerliche Brutalität beklagen würden, mit der ihr das Leben genommen wurde, und zwar ohne den inneren oder äußeren Zwang, ihr Urteil abzumildern, indem sie unterstellen, dass Israel schließlich auch irgendwie „Schuld“ hätte.

 

Rabbi Mark S. Golub ist Präsident von Shalom TV

 

 

*Die US-amerikanische Dependance von Shalom Achshav. In Deutschland wird diese Linie unter dem Namen „Jüdische Stimmen für einen gerechten Frieden in Nahost (EJJP)“ von der bekennenden Antizionistin vertreten, die als „Die Tochter“ bekannt ist und der Frau L. in ihrer Funktion als „Feindin Israels“ (Ralph Giordano) und Ahmedinejad-Groupie ein Bundeverdienstkreuz verdankt. EJJP ist über J-Call, das europäische Pendant zu J-Street, von Paris aus mit Peace Now / Shalom Achshav verbandelt.

**Our Soldiers Speak. http://www.oursoldiersspeak.org/

 


Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Dienstag, 15 März 2011