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Bedroht, geblendet, zum Schweigen gedrängt – wie Rechtsextreme eine Lehrerin in Oelsnitz in die Knie zwangen

Bedroht, geblendet, zum Schweigen gedrängt – wie Rechtsextreme eine Lehrerin in Oelsnitz in die Knie zwangen


Weil sie für demokratische Werte einstand, wurde sie mit einer Reichskriegsflagge bedroht. Nun ist sie weg – und das Erzgebirge ist um eine mutige Stimme ärmer.

Bedroht, geblendet, zum Schweigen gedrängt – wie Rechtsextreme eine Lehrerin in Oelsnitz in die Knie zwangen
Von G.Wansorra - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82028733

Es war ein Überfall mit Ansage. Vermummt, skrupellos und in ihrer Symbolik eindeutig: Drei Rechtsextreme lauerten einer Lehrerin aus Oelsnitz auf einem Parkplatz auf, blendeten sie mit einer Taschenlampe, beschimpften sie, bedrohten sie mit dem Tod – und hielten ihr eine Reichskriegsflagge entgegen. Die Botschaft war klar: Du bist nicht willkommen. Nicht hier. Nicht mit deiner Haltung.

Die Lehrerin, deren Name aus guten Gründen nicht öffentlich genannt wird, hatte ohnehin geplant, die Schule im Sommer zu verlassen. Doch nach diesem Vorfall im Januar reichte sie sofort das Gesuch zur vorzeitigen Versetzung ein – das Landesamt für Schule und Bildung (LASUB) stimmte zu. Eine kluge Entscheidung im Sinne der Sicherheit – aber ein Armutszeugnis für den demokratischen Raum Schule. Denn dieser Angriff zeigt: Wer Haltung zeigt, wer sich gegen rechte Parolen stellt, ist auch im Jahr 2025 in Sachsen nicht sicher.

Der Schulleiter, Kay Hertel, geht nicht davon aus, dass die Täter aus dem direkten Umfeld der Schule stammen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass eine engagierte Pädagogin ihre Arbeit nicht mehr fortsetzen kann – aus Angst. Was bleibt, ist Betroffenheit. Und eine wachsende Verunsicherung: Was, wenn solche Angriffe Schule machen?

Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung und dem Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen. Ob sie die Täter finden wird, ist offen. Derweil versucht das LASUB, mit Maßnahmen der politischen Bildung gegenzusteuern – mit Fortbildungen, Fallbeispielen und externen Partnern. Alles wichtige Ansätze. Aber sie wirken hilflos angesichts der Realität, in der engagierte Lehrerinnen aus ihrem Alltag gerissen werden.

Wer im Klassenzimmer über Demokratie spricht, verdient Schutz – nicht Schweigen, nicht Angst, nicht Rückzug. Wenn der Staat hier nicht deutlich macht, dass solche Taten nicht geduldet werden, überlassen wir den Bildungsraum jenen, die mit Gewalt und Symbolen eines untergegangenen Regimes drohen. Es geht nicht nur um eine Lehrerin. Es geht um das Fundament unserer Gesellschaft.




Autor: Redaktion
Dienstag, 15 April 2025

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