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„Sie gehört mir“ – Der Mord an einer Frau in Berlin-Britz ist mehr als eine Beziehungstat

„Sie gehört mir“ – Der Mord an einer Frau in Berlin-Britz ist mehr als eine Beziehungstat


Ein Messer, ein Hausflur, vier Kinder in der Wohnung – und eine Frau, die tot ist, weil ein Mann glaubte, sie gehöre ihm.

„Sie gehört mir“ – Der Mord an einer Frau in Berlin-Britz ist mehr als eine Beziehungstat
Symbolbild

Am Donnerstagmorgen stirbt in Berlin-Britz eine 37-jährige Frau. Ihr Körper liegt blutüberströmt im Treppenhaus, sie wurde durch mehrere Stiche in den Oberkörper ermordet. Der mutmaßliche Täter: ihr ehemaliger Lebensgefährte, 44 Jahre alt. Vor Ort festgenommen. In der Wohnung: die vier Kinder der Frau – sie mussten im Nebenzimmer ausharren, während ihre Mutter ums Überleben rang.

Die Berliner Staatsanwaltschaft spricht vom Verdacht eines Femizids. Und sie nennt die Gründe: gekränkte Ehre, Besitzdenken. Ein Mann, der nicht akzeptieren konnte, dass eine Frau ohne ihn weiterlebt – frei, selbstbestimmt, ohne Angst.

Diese Frau hatte das getan, was ihr das Gesetz ermöglicht: Sie hatte sich getrennt. Sie hatte Anzeige erstattet, zweimal. Sie hatte ein Annäherungsverbot erwirkt, gültig bis Juni 2025. Aber Gesetze schützen nicht, wenn das System nicht hinsieht – oder wenn es hinnimmt, dass Frauen ihre Anzeigen aus Angst zurückziehen. Was bleibt einem Opfer, wenn es weiß, dass der Täter trotzdem zurückkommt? Wenn er an der Tür steht und niemand kommt?

Die Tat in Britz reiht sich ein in eine lange Liste von Morden, die als Beziehungstaten bagatellisiert werden. Dabei geht es um Macht, Kontrolle, patriarchale Vorstellungen von Ehre. Um Männer, die nicht akzeptieren können, dass Frauen ihnen nichts schulden. Kein Ja. Kein Zuhause. Kein Leben an ihrer Seite.

Es war kein Streit, kein Beziehungsdrama, kein „Familienschicksal“. Es war Mord. Und es war vorhersehbar.

Wie viele Anzeigen braucht es, bis ein Täter ernst genommen wird? Wie viele Kinder müssen in Wohnzimmern ausharren, während ihre Mutter stirbt? Wie viele Frauen müssen sterben, bevor wir es beim Namen nennen: Femizid. Es ist ein strukturelles Problem – und es braucht eine strukturelle Antwort.




Autor: Redaktion
Freitag, 18 April 2025

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