Katar streitet jede Verwicklung in "Qatargate" ab – und verteidigt sich gegen Antisemitismusvorwürfe

Katar streitet jede Verwicklung in "Qatargate" ab – und verteidigt sich gegen Antisemitismusvorwürfe


Inmitten wachsender Spannungen zwischen Israel und Katar weist Katars Premier Anschuldigungen energisch zurück – und stellt eigene Bedingungen für eine Waffenruhe in Gaza.

Katar streitet jede Verwicklung in "Qatargate" ab – und verteidigt sich gegen Antisemitismusvorwürfe
Von Chatham House - H.E. Sheikh Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani, Minister of Foreign Affairs, State of Qatar, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61105566

Katar reagiert mit scharfen Worten auf die jüngsten Enthüllungen im sogenannten 'Qatargate'-Skandal. Premier- und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wies am Sonntag in Doha jede Verbindung zwischen Beratern von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und der katarischen Regierung zurück. Die Anstellung der Berater laufe "offen und transparent" über eine amerikanische Medienfirma, betonte er – mit dem erklärten Ziel, "der gegen Katar gerichteten Medienkampagne in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen entgegenzuwirken" und "Kommunikation mit den Familien der Geiseln" in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen zu erleichtern.

Im Beisein seines türkischen Amtskollegen Hakan Fidan sprach Al Thani außerdem über die stockenden Waffenruhenverhandlungen. Trotz kleiner Fortschritte am vergangenen Donnerstag sei die entscheidende Frage noch ungelöst: "Wie beenden wir diesen Krieg?" Ohne ein gemeinsames Ziel zwischen Israel und HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen schwänden die Chancen auf ein Kriegsende rapide, mahnte Al Thani.

Hamas habe zwar die Freilassung aller Geiseln im Austausch gegen eine nicht näher bezifferte Zahl palästinensischer Häftlinge angeboten – jedoch unter Bedingungen, die Israel als unannehmbar ablehne, da JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen eine bedingungslose Freilassung verlange, ohne einen dauerhaften Waffenstillstand in Aussicht zu stellen. Katars Regierungschef kündigte an, seine Vermittlungsversuche trotz "politischer Erpressung" fortzusetzen.

Auch die immer lauter werdenden Vorwürfe, Katar steuere anti-israelische Proteste an US-Universitäten, ließ Al Thani nicht unbeantwortet. Die Anschuldigungen seien "absurd" und "völlig haltlos". Katar habe "niemals AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen unterstützt" und werde dies auch in Zukunft nicht tun.

Währenddessen forderte der türkische Außenminister Fidan erneut internationalen Druck auf Israel, um einen Waffenstillstand in Gaza zu erzwingen. Er deutete an, dass Hamas bei Gesprächen mit türkischen Vertretern Bereitschaft für eine weitergehende politische Lösung signalisiert habe – möglicherweise sogar für eine Zwei-Staaten-Lösung.

Das politische Ringen um Gaza, die Geiseln und die öffentliche Wahrnehmung Katars offenbart einmal mehr: In diesem Konflikt geht es nicht nur um Diplomatie – es geht um Deutungshoheit, Glaubwürdigkeit und letztlich um die Frage, wer am Ende für Frieden oder weiteres Leid verantwortlich gemacht wird.




Autor: Redaktion
Montag, 28 April 2025

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