Deichbrand-Festival: Macklemore diffamiert Israel als Völkermordstaat – kein Wort zur Hamas

Deichbrand-Festival: Macklemore diffamiert Israel als Völkermordstaat – kein Wort zur Hamas


Wie der US-Rapper Macklemore beim Deichbrand-Festival Israel dämonisierte und der Antisemitismus salonfähig wird – mit Beifall vom Publikum.

Deichbrand-Festival: Macklemore diffamiert Israel als Völkermordstaat – kein Wort zur Hamas
Von Antonia95HH - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=136313358

Während auf Israels Straßen noch immer Angehörige um verschleppte Geiseln der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen bangen, machte sich auf der Bühne des Deichbrand-Festivals ein amerikanischer Popstar zum Richter über einen jüdischen Staat im Existenzkampf. Macklemore, mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty, beschimpfte IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen vor Tausenden Festivalbesuchern als „Völkermörder“ – und erntete Applaus. Dass er dabei den Terror vom 7. Oktober und die systematische Gewalt der Hamas kein einziges Mal erwähnte, scheint kaum jemanden gestört zu haben. Stattdessen ließ er das Publikum euphorisch „Free PalestinePalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen“ skandieren – eine Parole, die spätestens seit dem Massaker von Nir Oz7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen und Kfar Aza7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen einen bitteren Beigeschmack hat.

Der Auftritt war keine spontane Entgleisung, sondern das Ergebnis jahrelanger ideologischer Radikalisierung. Schon mit seinem Song „Hind’s Hall“ hat Macklemore sich in antisemitischer Symbolik verfangen: Israel als Täterstaat, palästinensische Kinder als Spiegelbilder jüdischer Opfer im Warschauer Ghetto. Der HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen-Vergleich ist perfide und kalkuliert – und fällt genau in jene antisemitische Kerbe, die die Internationale Holocaust-Erinnerungsallianz (IHRA) als klaren Grenzverstoß definiert: Wer die ShoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen zur rhetorischen Keule gegen den jüdischen Staat missbraucht, betreibt keine Kritik – er relativiert das Menschheitsverbrechen und diffamiert zugleich dessen Opfer.

Besonders entlarvend ist Macklemores Behauptung, er sei durch die deutsche Politik und Sponsoren unter Druck gesetzt worden, seine Aussagen zu unterlassen. In Wahrheit hat niemand seine Meinungsfreiheit eingeschränkt. Er durfte auftreten, seine Lieder spielen, sogar HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen verbreiten – mit staatlichem Schutz. Doch was er offensichtlich nicht akzeptieren will, ist das Prinzip der gesellschaftlichen Verantwortung: Wer antisemitische Narrative bedient, muss mit Widerspruch rechnen. Wer sich öffentlich mit einer Terrororganisation wie der Hamas gemeinmacht, kann nicht erwarten, unwidersprochen gefeiert zu werden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte schon im Vorfeld vor Macklemores Auftritt gewarnt – und wurde dafür von Teilen der Öffentlichkeit als Zensurinstitution dargestellt. Dabei ging es nie darum, jemanden mundtot zu machen. Es ging um die Klarstellung: Wer Israel dämonisiert, ohne KontextKontextualisierung: Fakten verständlich einordnenKontextualisierung bedeutet, Informationen in einen Zusammenhang zu stellen. Sie hilft, Ereignisse nicht isoliert zu betrachten, sondern mit Vorgeschichte, Ursachen, Folgen und beteiligten Akteuren zu verstehen.Mehr lesen, ohne Fakten, ohne Wahrheit – der spricht nicht „gegen Krieg“, sondern gegen jüdische Selbstverteidigung. Und wenn Macklemore sich nun selbst als Opfer eines angeblichen „Kolonialismus der Sprache“ stilisiert, dann verkehrt er Täter und Opfer auf absurde Weise.

Dass sich die Festivalleitung genötigt sah, ein Antisemitismuskonzept auf den Weg zu bringen, ist ehrenwert – doch es bleibt Symbolpolitik, solange man Künstler auftreten lässt, die aktiv gegen jüdisches Leben hetzen. Macklemore hat sich nicht einfach politisch positioniert – er hat durch Auslassung und Verfälschung die Realität verzerrt. Er spricht von Genozid, verschweigt aber die Vergewaltigungen, Folterungen und Morde der Hamas. Er ruft zur „Befreiung“ Palästinas auf, sagt aber nichts zu den 50 noch immer in Gaza festgehaltenen Geiseln, von denen mindestens 30 tot sein sollen. Das ist nicht Aktivismus – das ist moralische Bankrotterklärung.

Der Antisemitismusbeauftragte Niedersachsens, Gerhard Wegner, brachte es nach dem Auftritt im Stern auf den Punkt: Hier werde letztlich die Gewalt der Hamas gerechtfertigt. Von Israels ExistenzrechtExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen bleibe bei solcher Rhetorik nicht viel übrig. Und das ist kein Zufall, sondern Teil eines kulturpolitischen Trends, der sich in den vergangenen Jahren zunehmend entblößt. Israel wird dämonisiert, delegitimiert, dämonisch überzeichnet – und das im Namen von „Menschenrechten“.

Wenn Künstler, die Millionen erreichen, bereit sind, die Stimme zu erheben, wäre es ein Leichtes, für Frieden und gegen Terror zu sprechen – gegen Geiselnahmen, gegen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen, gegen islamistischen Fanatismus. Doch Macklemore tut das Gegenteil. Er verteidigt die Narrative einer antisemitischen Bewegung, die seit ihrer Gründung das Ziel verfolgt, Israel von der Landkarte zu tilgen. Und das Publikum? Jubelt.

Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack: Wenn ein Rapper aus Seattle in Niedersachsen Israel das Existenzrecht abspricht – und niemand mehr aufsteht, um dem zu widersprechen, dann haben wir ein ernsthaftes Problem. Nicht nur mit Macklemore. Sondern mit einer Gesellschaft, die im Kampf gegen Antisemitismus nur dann wachsam ist, wenn er von rechts kommt – und blind bleibt, wenn er sich im Takt des Zeitgeists tarnt.




Autor: Redaktion
Montag, 21 Juli 2025

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