„Ich sah dem Tod ins Auge“ – Brutaler Angriff auf iranischen Dissidenten bei Londoner Geiselmarsch„Ich sah dem Tod ins Auge“ – Brutaler Angriff auf iranischen Dissidenten bei Londoner Geiselmarsch
Ein iranischer Regimekritiker wird bei einer Londoner Kundgebung für die Freilassung israelischer Geiseln von mehreren Angreifern gewürgt und verletzt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsende Gewaltbereitschaft gegen pro-israelische Stimmen – auch mitten in Europa.

Es sollte ein friedlicher Marsch für Menschlichkeit werden – und endete für den iranischen Dissidenten Niyak Ghorbani beinahe tödlich. Am Sonntag demonstrierten in London Hunderte Menschen für die Freilassung der israelischen Geiseln in den Händen der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen. Ghorbani, der das Terrorregime in Teheran seit Jahren öffentlich anklagt und Hamas offen als Terrororganisation bezeichnet, war unter ihnen. Plötzlich trat ein Mann an ihn heran, schüttete eine übel riechende Flüssigkeit aus einer Flasche auf ihn, stürmte vor und griff ihm an den Hals.
Fotografen hielten fest, wie der Angreifer Ghorbani mit beiden Händen würgte. „Das Einzige, was ich tun konnte, war, seinen Kragen festzuhalten, damit er nicht entkommt“, schilderte der Journalist später auf X. „Als sich mein Blick verfinsterte und ich kurz davor war, das Bewusstsein zu verlieren, begann seine Begleiterin, mir am Hals und am Körper zu kratzen.“
Die Szene eskalierte, als zwei weitere Personen auf ihn einschlugen. „Alle drei griffen mich gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen an. Ich konnte nicht mehr erkennen, wo sie mich trafen, weil meine Sicht verschwamm.“ Erst das Eingreifen von Sicherheitskräften des Community Security Trust (CST) und beherzten Passanten beendete den Angriff. Die Polizei nahm den Haupttäter fest.
Für Ghorbani war es nicht der erste gewaltsame Übergriff. Der 2014 aus Iran geflohene Journalist hat wiederholt bei Demonstrationen Transparente hochgehalten, auf denen stand: „Hamas ist eine Terrororganisation.“ Dafür wurde er in der Vergangenheit sogar festgenommen – und wieder freigelassen. In einem Interview mit der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post lobte er im Juni die israelischen Luftschläge auf iranische Ziele als „alles, wovon das iranische Volk 46 Jahre lang geträumt hat“.
Seine klare Haltung macht ihn zur Zielscheibe. Er unterstützt offen den im ExilDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi, kritisiert scharf das Mullah-Regime und verweigert jede Relativierung der Hamas-Verbrechen. Dass er ausgerechnet bei einer Kundgebung angegriffen wird, deren Botschaft die Freilassung unschuldiger Geiseln ist, zeigt, wie aggressiv Gegner Israels inzwischen selbst in westlichen Metropolen auftreten.
„Ich habe dem Tod ins Auge gesehen und bin zurückgekommen“, schrieb Ghorbani nach dem Vorfall. Worte, die nicht nur seine persönliche Erfahrung beschreiben, sondern auch die Realität vieler Dissidenten und pro-israelischer Aktivisten: Wer sich in Europa sichtbar gegen Islamismus, AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen und Terror stellt, lebt gefährlich.
Dass ein Mann wie Niyak Ghorbani, der vor einem der brutalsten Regime der Welt geflohen ist, nun auf offener Straße in London beinahe getötet wird, sollte nicht nur britische Behörden alarmieren. Es ist ein Weckruf für ganz Europa – und ein Beweis, dass der Kampf gegen die Feinde von Freiheit und Leben längst nicht nur im Nahen Osten geführt wird.
Autor: Redaktion
Dienstag, 12 August 2025