Hotels verweigern Israelis den Zutritt – Booking,com setzt klare GrenzeHotels verweigern Israelis den Zutritt – Booking,com setzt klare Grenze
Zwei Fälle von offener Diskriminierung gegen israelische Reisende haben in Europa für Aufsehen gesorgt. Ein Hotel in Süditalien und ein Hostel in Bosnien verweigerten Israelis den Zutritt – mit fadenscheinigen politischen Begründungen. Booking.com reagierte entschieden: Beide Unterkünfte wurden von der Plattform entfernt.

By Mohamed Osama AlNagdy - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=162831123
Reisen sollte ein Ausdruck von Freiheit und Begegnung sein. Doch für Israelis wird es zunehmend zum Spießrutenlauf. Jüngste Vorfälle in Italien und Bosnien zeigen, wie tief der politische Hass inzwischen ins Alltägliche einsickert.
Shir, eine junge Israelin, hatte in Neapel ein Hotel gebucht. Kurz darauf erreichte sie eine Nachricht des Besitzers: Wer in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen gedient habe oder die israelische Regierung unterstütze, sei unerwünscht. Kein Hinweis auf Zimmerqualität, kein Wort über Service – allein der Pass reichte, um sie auszusperren. Booking.com reagierte nach einer Beschwerde: Die Unterkunft wurde gesperrt, eine Untersuchung eingeleitet.
Noch drastischer erging es Ofek, einem israelischen Rucksackreisenden in Bosnien. Als er an der Tür des Hostels erschien, fragte die Betreiberin nur: „Bist du der israelische Gast?“ Als er bejahte, schlug sie das Tor zu – er durfte nicht hinein. Auf der Straße stehengelassen, suchte er verzweifelt nach einer Alternative. Erst ein anderer Gastgeber in der Nähe zeigte die Gastfreundschaft, die selbstverständlich sein sollte.
Booking.com teilte mit, dass beide Häuser umgehend von der Plattform entfernt wurden. Die Firma betonte, jede Unterkunft sei vertraglich verpflichtet, Diskriminierung zu unterlassen. In Ofeks Fall übernahm der Konzern sogar die Mehrkosten für eine Ersatzunterkunft.
Die betroffenen Israelis beschreiben die Erlebnisse als schockierend. Was früher selbstverständlich war – als Israeli in Europa Urlaub machen zu können – wird heute durch eine neue Realität ersetzt: ein Klima der Ablehnung, gespeist von politischem Hass und antisemitischen Reflexen.
Man muss es deutlich sagen: Diese Fälle sind kein Missverständnis und keine Überreaktion. Sie sind Ausdruck eines Zeitgeists, der Israelis kollektiv für einen Krieg verantwortlich macht, den die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen am 7. Oktober mit dem schlimmsten Massaker an Juden seit der Shoa entfesselte. Dass sich dieser Hass nun in Hotels und Hostels Bahn bricht, macht ihn nicht weniger gefährlich – im Gegenteil, er sickert in den Alltag.
Die Reaktion von Booking.com ist deshalb mehr als eine Firmenentscheidung. Sie ist ein Signal: Wer diskriminiert, verliert. Doch der eigentliche Skandal bleibt, dass israelische Reisende überhaupt in diese Lage gebracht werden – mitten in Europa, acht Jahrzehnte nach der Schoa.
Wer heute Israelis an der Hoteltür abweist, spielt mit den schlimmsten Traditionen des europäischen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen. Das darf nicht verharmlost werden.
Autor: Redaktion
Dienstag, 02 September 2025